ARCHIV  
Logo: 100 Jahre Stadtkrone

Grosses Fest zum Jubiläum von Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude 1908 / 2008
23. bis 25. Mai 2008
Gesamtes Terrain Mathildenhöhe

Plexiglas
Werkstoff in Architektur und Design

16. September 2007 bis 24. März 2008
Museum Künstlerkolonie

Henk Visch
Wait and see what happens

30. September 2007 bis 6. Januar 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten

20. Mai bis 26. August 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Friedrich Wilhelm Kleukens
Gebrauchsgraphik und Buchkunst am Beginn des
20. Jahrhunderts
5. Mai bis 19. August 2007
Museum Künstlerkolonie

Gerd Winter
Wilhelm-Loth-Preisträger 2005

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Matthias Will
Wilhelm-Loth-Preisträger 2004

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Überblick – Konstruktionen der Wahrheit
Darmstädter Tage der Fotografie

20. bis 22. April 2007
Museum Künstlerkolonie

Standort 2007
34. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession

11. März bis 9. April 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vom Reformkleid zur Champagnerschale
10 Jahre Jugendstil-Erwerbungen

10. Dezember 2006 bis 9. April 2007
Museum Künstlerkolonie, Bildhauerateliers

Christian Boltanski. Zeit
12. November 2006 bis 11. Februar 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Ilona Ruegg. Luft Haus / Zeitbau 4
16. Oktober bis 22. Oktober 2006
Sandterrain Mathildenhöhe

Mathilda is calling. Erinnerung als Zukunft
16. Juli bis 8. Oktober 2006
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Joseph Maria Olbrich
Secession – Mathildenhöhe Darmstadt
Ausstellungsarchitektur um 1900

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Museum Künstlerkolonie, Bildhauerateliers

Magic Mathilda –
Eine Entdeckungsreise vor Ort

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Museum Künstlerkolonie, Sammlung

Moderne Grüße – Fotografierte Architektur auf Ansichtskarten 1919-1939
6. Mai bis 2. Juli 2006
Museum Künstlerkolonie

Annegret Soltau – ich selbst
23. April bis 11. Juni 2006
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe


Grosses Fest zum Jubiläum von Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude

23. bis 25. Mai 2008
Gesamtes Terrain Mathildenhöhe

Seit der legendären Gründungsära um 1900 ist die Mathildenhöhe immer wieder ein Ort der Feste und feierlichen Anlässe, ein Ort ganzheitlicher Identifikationsstiftung für Menschen weit über Darmstadt hinaus. Dies soll auch am Jubiläumswochenende vom 23. bis zum 25. Mai 2008 so sein. Die Besucher der Mathildenhöhe erwartet ein vielseitiges Programm mit kulinarischen Höhepunkten, musikalischen Darbietungen, Tanz und Festfeuerwerk.

Download Festprogramm (1500kb)

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Hochzeitsturm, Mathildenhöhe Darmstadt
Foto: Rühl & Bormann

Plexiglas
Werkstoff in Architektur und Design

16. September 2007 bis 24. März 2008
Museum Künstlerkolonie

Vernissage: Samstag, 15. September 2007, 18.30 Uhr

English version

Zu den innovativsten Kunststoffentwicklungen des 20. Jahrhunderts gehört Polymethylmethacrylat (PMMA): Ein Material, das wegen seiner vielseitigen Verwendung aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Besser bekannt unter dem Markennamen PLEXIGLAS® wurde der extrem witterungsbeständige Kunststoff 1933 von der Darmstädter Firma Röhm zur Patentreife gebracht. Eine anhaltend hohe Transparenz, Bruchsicherheit sowie die Möglichkeiten in der Formgebung sind es, die PLEXIGLAS® auch als Werkstoff in Architektur und Design attraktiv machen. Als gebogene Frontscheibe für Automobile prägte dieser Kunststoff etwa das Stromliniendesign der 30er Jahre. Wurde das Material während des Zweiten Weltkriegs in großen Mengen für den Flugzeugbau benötigt, so waren Musikautomaten, Leuchtreklamen oder Abdeckhauben für Plattenspieler, so der berühmte „Schneewittchensarg“, erste Anwendungsgebiete für PLEXIGLAS® in den 50er Jahren. Aber auch organisch geformte Ess- und Trinkgeschirre, exzentrische Handtaschen und avantgardistische Möbel künden vom Siegeszug des synthetischen Materials. Im „Space-Design“ der von Technikbegeisterung und Pop-Kultur geprägten 60er Jahre wurden die formalen Möglichkeiten des Materials noch konsequenter ausgeschöpft. 1972 revolutionierte die transparente Dachkonstruktion des Münchner Olympiastadions die Architektur und zeigte Perspektiven für die Verwendung von PLEXIGLAS® im Bauwesen auf. Heute sind die gestalterischen Möglichkeiten, die das ständig weiterentwickelte Material bereithält, vielfältiger denn je und werden von zeitgenössischen Designern entsprechend genutzt. Die Ausstellung, die aus Anlass des 100. Jubiläums der 1907 gegründeten Firma Röhm realisiert wird, zeigt anhand von ausgewählten Beispielen die vielfältige Verwendung von PLEXIGLAS® in Architektur, Design und Alltagskultur von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Das Katalogbuch zur Ausstellung, eine regelrechte Design- Technik- und Kulturgeschichte des Materials PLEXIGLAS® von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, herausgegeben von Ralf Beil, mit Texten von Kai Buchholz, erscheint im Wienand Verlag, Köln. Hardcover, 23 x 28 cm, 144 S., ca. 90 Abbildungen, deutsch/englisch, 34 Euro.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung

Donnerstag, 25. Oktober 2007, 18.30 Uhr
"...alles so schön bunt hier..."
Vortrag von Stephan Nicolay, Architekt, Röhm GmbH

Donnerstag, 1. November 2007, 18.30 Uhr
Gebrauch und Design von Kunststoffen in den Vorkriegsjahren
Vortrag von Dr. Dr. h.c. Günter Lattermann, Universität Bayreuth

Donnerstag, 10. Januar 2008, 18.30 Uhr
Vertreibung aus dem ersten Paradies.
Kunststoff in der BRD der 1950er Jahre im Kontext von Designdiskursen

Vortrag von Prof. Dr. Gerda Breuer, Bergische Universität Wuppertal

Mittwoch, 28. November 2007, 18.30 Uhr
Der schwierige Umgang mit der Transparenz
Vortrag von Prof. Dr. Justus Theinert, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gestaltung

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Exhibition poster
Mathildenhöhe Darmstadt
Design: BeckerSpäth Darmstadt
"Parsifal" dove, 1936
Bayreuther Festspiele GmbH
Garden Chair, 1936
Design: Ateliers Jean Prouvé/Jacques André
Galerie 54, Paris
»Bubble Chair«, 1968
Design: Eero Aarnio
Adelta
Musikautomat Wurlitzer, Modell 1100, 1948
Entwurf: Paul Fuller
Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum, Espelkamp
Tischleuchte „Cespuglio di Gino“, 1968
Entwurf: Ennio Lucini
Die Neue Sammlung, München

Plexiglas
Material in Architecture and Design

September 16 2007 to March 24 2008
Museum Künstlerkolonie

Opening: Saturday, September 15 2007, 6.30 pm

Polymethyl methacrylate (PMMA) is one of the most innovative plastics developments of the 20th century. The amazing versatility of this material makes it an essential component of everyday life. Better known by the PLEXIGLAS® trademark, this extremely weather-resistant plastic was developed to patent stage in 1933 by the Darmstadt-based Röhm company. Its constant high transparency, light weight as compared with glass and wide range of forming options are the attributes that make PLEXIGLAS® an equally attractive material for architecture and design. As a curved windshield for automobiles, this plastic put its stamp on the Streamline movement of the 1930s. Whereas the material was required in huge volumes for aircraft construction during World War II, music boxes, illuminated signs or record player covers such as the famous "Snow White's Coffin" were among its first fields of application in the 1950s. Organically shaped tableware, eccentric handbags and avant-garde furniture were further fortes of the synthetic material. In the "space design" of the 1960s, an era characterized by its fascination with space travel and its pop culture, the possibilities offered by the material were more consistently exhausted. In 1972, the transparent roof construction of Munich's Olympic Stadium revolutionized architecture and opened up perspectives for the use of PLEXIGLAS® in construction. Today, the design potentialities of the material, which has undergone constant further development, are more manifold than ever and are embraced with matching enthusiasm by contemporary designers. By means of selected examples, the exhibition staged to mark the 100th anniversary of the Röhm company displays PLEXIGLAS® in architecture, design and everyday life from early times up to the present.

The catalogue that flanks the exhibition and offers a condensed history of PLEXIGLAS® in design, technology and culture, from its invention to the present day, was edited by Ralf Beil, with texts by Kai Buchholz. It is published by Wienand Verlag, Cologne. Hardcover, 23 x 28 cm, 144 pp., ca. 90 illustrations, German/English, EUR 34.

With kind support of Röhm Degussa GmbH, mainsponsor of the exhibition.

overview archive

Plakatmotiv, Mathildenhöhe Darmstadt, Design: BeckerSpäth Darmstadt Parsifaltaube, 1936, Bayreuther Festspiele GmbH Gartensessel, 1936 Entwurf: Ateliers Jean Prouvé/Jacques André, Galerie 54, Paris Hängesessel »Bubble Chair«, 1968, Entwurf: Eero Aarnio Adelta

Henk Visch
Wait and see what happens

30. September 2007 bis 6. Januar 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 29. September 2007, 18.30 Uhr

Seit den 1980er Jahren lassen die Arbeiten des niederländischen Künstlers Henk Visch eine intensive Auseinandersetzung mit den Traditionslinien der modernen Plastik, zwischen Figuration und Abstraktion erkennen. Mit Witz und Ironie weiß er ihre formal unterschiedlichen Sprachen und Positionen in einem hintergründigen Dialog weiterzuführen, ohne dabei Leerlauf zu produzieren. Seine Skulpturen bzw. Text- und Objektkonstellationen sind bestrebt, die Schwere zu überwinden und erproben sich in der Auslotung von Balance. Dabei laden sie den Raum auf subtile Weise erzählerisch auf. Häufig dienen ihm poetische Titel oder kurze, eigens verfasste Texte, um das Träumerische und Rätselhafte zu intensivieren. Es ist der stete Versuch, die Assoziationsmaschine der Betrachter in Gang zu setzen und einen neuen Dialog zwischen Wahrnehmung und Erinnerung entstehen zu lassen.

Henk Visch (*1950 in Eindhoven) repräsentierte 1988 die Niederlande auf der Biennale in Venedig und erlangte mit seiner documenta-Teilnahme 1992 internationales Renommee. Heute ist er in zahlreichen Sammlungen vertreten. Nach einer Einzelausstellung im S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent im letzten Jahr entwickelt der Wilhelm-Loth-Preisträger von 1991 nun aus Anlass seiner ersten großen Übersichtsschau in Deutschland speziell für das Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe eine mehrere Räume umfassende skulpturale Installation.

Zur Ausstellung ist eine monografische Publikation im Kerber Verlag erschienen.

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Das Rahmenprogramm zur Ausstellung

Samstag, 3. November 2007, 16 Uhr
Künstlergespräch und Katalogpräsentation zur Ausstellung
Henk Visch im Gespräch mit Eckhard Schneider, Direktor Kunsthaus Bregenz

Sonntag 11. November 2007, 16 Uhr
Wahrnehmung zwischen Traumerleben und Körperresonanz
Vortrag von Herrn Dr. Johannes Döser, Essen, Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung

Workshop für Erwachsene

Sonntag, 28. Oktober 2007, 16 Uhr
High winds move slowly
Körperwahrnehmung und –senibilisierung in Theorie und Praxis mit der Choreografin Simone Salva-Neumann vom Tanztheater Macasju, Köln/Bochum

Workshops für Kinder und Jugendliche

Dienstag, 30.10., 13.11., 27.11.2007, 16 Uhr
Schreibwerkstatt mit Carola Kemme
Mit den Methoden des Kreativen Schreibens erstellen wir eigene Texte, fordern unsere Phantasie heraus und erleben die Ausstellung mit neuen Augen
Für 12 bis 15-Jährige

Sonntag, 4. November 2007, 14 Uhr
Traumwerkstatt mit Georg Mallitz
Nach einer Traumreise mit Musik, Decke und Lieblingskissen durch die Ausstellung lassen wir eigene Landschaften und Fabelwesen auf Papier entstehen
Für 6 bis 10-Jährige

Samstag, 20.10., 10.11., 01.12.07, 14 Uhr
Bildhauerwerkstatt mit Jan-Dirk Schulte
„Herr Visch, wie haben Sie das denn gemacht?“ Eine ‚Skulp – Tour‘ durch die Ausstellung mit Styropor - und Specksteinbearbeitung
Für 12 bis 16-Jährige

Mit freundlicher Unterstützung von MERCK

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Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007

20. Mai bis 26. August 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 19. Mai 2007, 18.30 Uhr

English version

Parallel zur Biennale von Venedig, der documenta 12 in Kassel sowie den Skulptur Projekte Münster präsentiert das Institut Mathildenhöhe Darmstadt im Sommer 2007 programmatisch die erste große Einzelausstellung und Übersichtsschau des kanadischen Künstlerpaares Janet Cardiff (*1957) und George Bures Miller (*1960) in Deutschland. International bekannt geworden durch ihre preisgekrönte Teilnahme an der Biennale von Venedig 2001, faszinieren die Werke und Installationen von Cardiff & Miller insbesondere durch ihren außergewöhnlichen Einsatz von Stimmen, Geräuschen und Musik in ihrer Kunst.

Entsteht in Rauminstallationen wie The Forty-Part Motet (2001) unter Verwendung eines 40stimmigen Chorwerks von Thomas Tallis aus dem Jahre 1573 ein einmaliger Ort der Konzentration auf Zwischentöne von höchster musikalischer Tiefenschärfe, so entwickeln Totalinstallationen wie Opera for a Small Room (2005) mittels akustischer und visueller Ereignisse eine erzählerische Kraft, die ihresgleichen sucht.

Die in enger Zusammenarbeit mit dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) organisierte Übersichtsschau auf der Mathildenhöhe Darmstadt – die weltweit bislang umfassendste Retrospektive des Künstlerpaares – vereinigt zahlreiche Arbeiten aus den Jahren 1995 bis 2007 – darunter die neu für die Ausstellung realisierte Installation The Killing Machine – zu einem eindringlichen Gesamtparcours.

Das aus Anlass der Ausstellung erscheinende Katalogbuch gibt zusammen mit einer DVD der wichtigsten Arbeiten des Künsterpaares einem konzisen Werküberblick und versteht sich zugleich als umfassender Reader mit bisher unveröffentlichtem Text- und Bildmaterial sowie literarischen und wissenschaftlichen Parallelspuren zum Oeuvre von Janet Cardiff & George Bures Miller.

Janet Cardiff & George Bures Miller. The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007, herausgegeben von Ralf Beil und Bartomeu Marí, mit Essays von Ralf Beil, Bartomeu Marí, Christy Lange und Jeannie Lee sowie Texten von Jorge Luis Borges, Julio Cortázar, Philip K. Dick, Robert Jourdain und Franz Kafka, ca. 224 Seiten, ca. 150 farbige Abb., 17 x 21 cm, gebunden mit DVD, deutsche, englische und spanische Ausgabe. Die deutsche und englische Ausgabe erscheinen bei Hatje Cantz.

Mit großzügiger Unterstützung von MERCK und der Sparkasse Darmstadt.

Janet Cardiff & George Bures Miller

 

 

 

Ganz Ohr
Das Rahmenprogramm zu Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007

Dienstag, 22. Mai 2007, 15-17 Uhr
Workshop für Lehrerinnen und Lehrer
Anmeldung: mathildenhoehe@darmstadt.de
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Donnerstag, 24. Mai 2007, 19.30 Uhr
OBO – Musik im Tempel
Eigene Werke für Gitarre
Schwanentempel Mathildenhöhe

Dienstag, 12. Juni bis Sonntag, 17. Juni 2007, 10-18 Uhr
Familienwoche auf der Mathildenhöhe
Ermäßigter Eintritt für Eltern und Kinder € 10,-
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Mit freundlicher Unterstützung von MERCK

Donnerstag, 14. Juni 2007, 19.30 Uhr
OBO – Musik im Tempel
Eigene Werke für Gitarre
Schwanentempel Mathildenhöhe

Sonntag, 17. Juni 2007, 15-18 Uhr
Ich höre was, was Du nicht siehst
Kindertag auf der Mathildenhöhe

Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Mit freundlicher Unterstützung von MERCK

Donnerstag, 21. Juni 2007, 19.30 Uhr
„Ohr um Ohr! Krach um Krach!“
Vom Hinhören, Erhören, Verhören und anderen Wahrnehmungen

hr2-Lesenacht mit Texten u.a. von Philip K. Dick, Wolfgang Hildesheimer,
E.A. Poe und Robert Gernhardt
Es liest der Schauspieler und hr2-Redakteur Helge Heynold. Am Cello Frank Wolff
Eintritt € 14,-/€ 12,-  ermäßigt
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Donnerstag, 28. Juni 2007, 19.30 Uhr
OBO – Musik im Tempel
Eigene Werke für Gitarre
Schwanentempel Mathildenhöhe

Sonntag, 8. Juli 2007, 11 Uhr und 15 Uhr
Klangraum Mathildenhöhe
Ein Open-Air-Konzert der besonderen Art

Das Orchester der TU Darmstadt unter der Leitung von Martin Knell spielt
Musikstücke aus vier Jahrhunderten von Copland, Malvezzi, Bruckner und Haydn in der Vorhalle des Ausstellungsgebäudes, im Schwanentempel, Platanenhain und Albin Müller-Becken
Gesamter Außenraum Mathildenhöhe

Donnerstag, 16. August 2007, 19.30 Uhr
Ich höre, also bin ich
Die Stimmen der Dinge und unser Dasein im akustischen Raum

Vortrag und Diskussion von Prof. em. Dr. phil. Gernot Böhme
Direktor des Instituts für Praxis der Philosophie e.V.
Eintritt € 5,-/€ 3,-
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Samstag, 25. August 2007
David Lynch: Lost Highway
Große Filmnacht auf der Mathildenhöhe

Im Vorprogramm: Kurzführungen durch die Ausstellung
Eintritt € 6,-
Ausstellungsgebäude und Sandterrain Mathildenhöhe

Sonntag, 26. August 2007, 18 Uhr
Finissage The Killing Machine
Cello-Quartett
Terrasse Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

 

Ich höre was, was Du nicht siehst
Familienwoche mit Kindertag auf der Mathildenhöhe

12. bis 17. Juni 2007
Für Kinder und Erwachsene zwischen 3 und 99 Jahren
Täglich 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Die Werke und Installationen von Janet Cardiff & George Bures Miller faszinieren durch ihren außergewöhnlichen Einsatz von Stimmen, Geräuschen und Musik. Von Dienstag, den 12. Juni bis Sonntag, den 17. Juni steht das gemeinsame Entdecken dieser Faszination durch Groß und Klein im Vordergrund. Die ganze Familie kann die Ausstellung Janet Cardiff & George Bures Miller. The Killing Machine und andere Geschichten zum Vorzugspreis von
€ 10,- erleben.

Die gesamte Woche über ist ein speziell für Familienwoche und Kindertag hergestellter Hör-Spaziergang über die Mathildenhöhe (siehe Kindertag-Programm) gegen Pfand kostenlos an der Kasse erhältlich.

Spezialaktion am Mittwoch, den 13. Juni von 15 bis 16.30 Uhr: Tonjäger gesucht! Die Mathildenhöhe Darmstadt lädt zusammen mit Studenten und Studentinnen des Fachbereichs Media der Hochschule Darmstadt unter der Leitung von Prof. Sabine Breitsameter Kinder und Erwachsene ein, in der Ausstellung auf Klangjagd zu gehen und dabei das ABC der Soundaufnahme zu lernen.

Kindertag am 17. Juni 2007

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Sonntag, 17. Juni 2007, 15 bis 18 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Der Kindertag Ich höre was, was Du nicht siehst bietet Kindern die Möglichkeit, die Ausstellung von Janet Cardiff & George Bures Miller und zugleich die eigenen Sinne spielerisch zu entdecken. Führungen von Kindern für Kinder, ein Suchspiel mit Hörstation zusammen mit zahlreichen Einzelaktionen wie Hör-Memory oder Male ein Geräusch versprechen den Kindern einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag auf der Mathildenhöhe.

15 Uhr
Begrüßung durch Museumsdirektor Dr. Ralf Beil

15 bis 17.30 Uhr
Begib Dich auf die Suche nach dem richtigen Ton

Mit Fragen, die Deinen pfiffigen Kopf und Dein Ohr herausfordern, kannst Du auf Spurensuche durch die Ausstellung gehen. Am Ende wartet eine Hörstation auf Dich, die insbesondere Dein Erinnerungsvermögen für Klänge und Geräusche testet. Wer hier mitspielt und die Lösungen
findet, kann tolle Preise gewinnen.

17.30 Uhr
Abgabe der Fragebögen zur Auswertung im Foyer!

15 bis 18 Uhr Hör-Memory
Kannst Du gut hören? Dieses Memory ist etwas für gute Ohren. Es wird genauso gespielt wie das normale Bilder-Memory, nur nicht mit Bilderkärtchen, sondern mit Geräuschdöschen. Jeweils zwei davon haben den gleichen Inhalt. Ohren spitzen, Döschen schütteln und Geräusch einprägen!

15 bis 18 Uhr Male ein Geräusch
Auf unseren speziell angefertigten Zeichenstühlen und Malunterlagen kannst Du selbst zum Ton-Künstler werden und versuchen, Geräusche und Klänge mit dem Stift einzufangen.

15 bis 18 Uhr Rasselbande
In der Ausstellung von Janet Cardiff & George Bures Miller werden neben unserem Ohr auch noch viele andere Sinne gefordert. Wir wollen mit Euch drei davon noch einmal ganz besonders herausheben: das Fühlen, Bewegen und Hören. Bastel Dir eine eigene und ganz besondere Rassel und zeig den anderen, was an Rhythmus in Dir steckt! Im besten Fall haben wir am Ende eine regelrechte Rassel-Band für ein kleines Konzert beisammen.

15 bis 18 Uhr Ganz Ohr über die Mathildenhöhe
Ein Hör-Spaziergang lässt Dich bekannte wie unbekannte Orte der Mathildenhöhe neu erleben. Du beginnst auf den Stufen des Ausstellungsgebäudes und kannst, geleitet von einer Stimme im Ohr, durch das Außenterrain der Mathildenhöhe streifen. Lass Dich überraschen!

15 bis 18 Uhr Bastel Dir Deinen Button
Zusammen mit dem Grafiker Tim Späth von BECKER SPÄTH Konzept und Design kannst Du nach Deiner Vorstellung einen ganz speziellen Kunst-Button basteln.

15.15 / 16.15 / 17.15 Uhr Kinder führen Kinder
Tabea und Charlotte, 12 und 13 Jahre, führen Euch auf ihre Weise durch die spannende Ausstellung. Start der Führung ist im Foyer.

18 Uhr Großes Finale mit Auslosung der Gewinner und Preisverleihung
Es warten schöne Preise und T-Shirts auf die erfolgreichen Ton-Jäger des Kindertages.

Der Eintritt zum Kindertag ist frei!

Familienwoche und Kindertag finden mit großzügiger Unterstützung von MERCK statt.

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The Dark Pool, 1995, Detail The Killing Machine, 2007
The Killing Machine, 2007, Detail
The Paradise Institute, 2001
The Berlin Files, 2003, Filmstill
Opera for a Small Room, 2005, Detail Fotos: Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin/
Luhring Augustine Gallery, New York.

Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine and Other Stories 1995-2007

May 20 to August 26, 2007
Exhibition Building Mathildenhöhe Darmstadt

Opening: Saturday, May 19, 2007, 6.30 pm

Parallel to the Venice Biennale, documenta 12 in Kassel and the Münster sculpture projects, Institute Mathildenhöhe in Darmstadt will be presenting in the summer of 2007 the work of the Canadian artistic duo Janet Cardiff (*1957) and George Bures Miller (*1960): their first major solo exhibition in Germany. Having become known to an international audience through their prize-winning participation in the 2001 Venice Biennale, Cardiff & Miller’s works and installations are fascinating for the extraordinary use of voices, sound and music.

While spatial installations like The Forty-Part Motet (2001), through the usage of a choir composition in forty parts by Thomas Tallis from the year 1573, create a place of concentration for tonal nuances of highest musical sharpness, total installations like Opera for a Small Room (2005) develop by means of acoustic and visual occurrences a narrative power which stays unparalleled.

The presentation at Institute Mathildenhöhe in Darmstadt, which was organized in close collaboration with the Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) – the so far largest retrospective exhibition of the artist duo worldwide – combines works from the years 1995 to 2007 – including the new installation The Killing Machine – in a vivid exposé of the artists’ overall output.

Furthermore the exhibition tour provides an opportunity for the publication of an extensive catalogue which, together with a DVD of the most important works of the artists, gives a concise overview of their artistic activity and – at the same time functioning as a comprehensive reader – unites much previously non-released text- and image material as well as literary and academic parallel tracks to the oeuvre of Janet Cardiff and George Bures Miller.

Janet Cardiff & George Bures Miller. The Killing Machine and Other Stories 1995-2007, edited by Ralf Beil and Bartomeu Marí, with essays by Ralf Beil, Bartomeu Marí, Christy Lange and Jeannie Lee as well as texts by Jorge Louis Borges, Julio Cortázar, Philip K. Dick, Robert Jourdain and Franz Kafka, approx. 224 pages, approx. 150 color images, 17 x 21 cm, hardback with DVD, German, English and Spanish Edition. The German and English Editions are published by Hatje Cantz.

With kind support by MERCK and Sparkasse Darmstadt.

Janet Cardiff & George Bures Miller

overview archive

The Dark Pool, 1995, Detail The Killing Machine, 2007
The Killing Machine, 2007, Detail
The Paradise Institute, 2001
The Berlin Files, 2003, Filmstill
Opera for a Small Room, 2005, Detail Fotos: Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin/
Luhring Augustine Gallery, New York.

Friedrich Wilhelm Kleukens
Gebrauchsgraphik und Buchkunst am Beginn des
20. Jahrhunderts

5. Mai bis 19. August 2007
Museum Künstlerkolonie Darmstadt

Vernissage: Freitag, 4. Mai 2007, 18.30 Uhr

Es ist heute nur noch Wenigen bekannt, dass von der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch wesentliche Impulse zur Erneuerung der Gebrauchsgraphik und Buchkunst ausgegangen sind. Eine Schlüsselrolle spielte dabei Friedrich Wilhelm Kleukens (1878-1956), der jene vielfältige Begabung besaß, die so typisch für die Generation der Jugendstil-Künstler ist. Treffsicherer Humor und Witz zeichnen etwa die Werbeästhetik von Kleukens aus, der über Jahre hinweg die Reklame für den damals äußerst erfolgreichen Klebstoff „Syndetikon“ entwarf. Auch die einfallsreichen Entwürfe für private und geschäftliche Drucksachen machten den Maler, Graphiker und Illustrator bald nach seiner Ausbildung über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Ab 1903 lehrte er an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. 1906 wurde Kleukens dann an die Künstlerkolonie nach Darmstadt berufen. Er leitete dort von 1907 bis 1914 die vom Großherzog gegründete Ernst Ludwig Presse, die mit ihren künstlerisch und handwerklich vorbildlichen Drucken die Wiederbelebung der Buchkunst vorantrieb. Exemplarisch veranschaulicht das Werk von Kleukens die Entwicklung auf dem Gebiet der modernen Druckerzeugnisse hin zu sachlicheren und beruhigteren Formen, wie sie etwa vom Deutschen Werkbund ab 1907 gefordert wurden.

Die Ausstellung zeigt zahlreiche, größtenteils noch nie öffentlich präsentierte Entwürfe, Illustrationen, Privat- und Werbedrucksachen von Kleukens sowie kostbare Drucke der Ernst Ludwig Presse.

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F.W. Kleukens, Plakat, 1908
F.W. Kleukens, Das Buch Esther, Ernst Ludwig Presse Darmstadt, 1908
F.W. Kleukens, Reklame für den Klebstoff SYNDETIKON
F.W. Kleukens, Initialien für das hohe Lied von Salomo

Gerd Winter
Wilhelm-Loth-Preisträger 2005

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Vernissage: Samstag, 2. Juni 2007, 18.30 Uhr

Das Schaffen von Gerd Winter ist seit über 20 Jahren bestimmt durch ein passioniertes Eintreten für die visuellen und sensitiven Werte der reinen Malerei. Von dieser Basis der reinen Malerei ausgehend, besitzt Gerd Winter jedoch den Mut, den strengen Kodex der Abstraktion zu verlassen, um zu einem gesteigerten ästhetischen und inhaltlichen Mitteilungsvermögen des Bildes zu gelangen. Abstraktion und Naturalismus vereinen sich in seinen farbintensiven Bildern, deren Malgrund der Künstler immer wieder bearbeitet, um der Bildfläche eine zusätzliche Textur zu verleihen.

Gerd Winter (*1951 in Groß Gerau) studierte von 1979-84 an der Städelschule in Frankfurt/Main Malerei bei Hermann Nitsch und erhielt 2005 den Wilhelm-Loth-Preis. Er lebt und arbeitet in Rossdorf bei Darmstadt.

Der Katalog Gerd Winter ist zum Preis von 17,- Euro in den Museumsshops des Hessischen Landesmuseums und des Instituts Mathildenhöhe erhältlich.

Rahmenprogramm:

Alle Veranstaltungen im
Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
www.hlmd.de

Sonntag, 24. Juni 2007, 15.30 Uhr
Du singst nächtliche Hymnen auf den Saiten des Regenbogens
Surrealistische Gedichte gelesen von Achim Barrenstein

Sonntag, 22. Juli 2007, 11 Uhr
Chansons d’Espagne
Konzert mit Stücken von Fernando Sor, Texte von Federico García Lorca
Gesang: Farida Gerhardt, klassische Gitarre: Helmut Gerhardt

Öffentliche Führungen
Jeden Sonntag 15 Uhr

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Gone Again 1, 1996

Gone Again 4, 1996

Matthias Will
Wilhelm-Loth-Preisträger 2004

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Vernissage: Samstag, 2. Juni 2007, 18.30 Uhr

Die Arbeiten des Bildhauers Matthias Will verkörpern die ästhetische Schönheit der reinen Formen der Geometrie wie Kreis, Quadrat, Würfel und Quader, Kugel und Zylinder. Matthias Will gelingt es durch die raffinierte Konstruktionsweise seiner Skulpturen mit Stahlseilen, die er als Verbindungs- und Haltestabilisatoren einsetzt, eine formale Situation herzustellen, in der scheinbar ein Schwebezustand des Materials im Raum gegeben ist. Die offensichtliche Schwere der Metallskulpturen erhält so eine erstaunliche Leichtigkeit.

Matthias Will (*1947 in Kahl/Main) studierte von 1975-80 Bildhauerei bei Michael Croissant an der Frankfurter Städelschule. Die Stadt Darmstadt würdigte sein künstlerisches Schaffen 2004 mit der Verleihung des Wilhelm-Loth-Preises. Er lebt und arbeitet in Darmstadt und im Odenwald.

Der Katalog Matthias Will ist zum Preis von 17,- Euro in den Museumsshops des Hessischen Landesmuseums und des Instituts Mathildenhöhe erhältlich.

Rahmenprogramm:

Alle Veranstaltungen im
Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
www.hlmd.de

Sonntag, 24. Juni 2007, 15.30 Uhr
Du singst nächtliche Hymnen auf den Saiten des Regenbogens
Surrealistische Gedichte gelesen von Achim Barrenstein

Sonntag, 22. Juli 2007, 11 Uhr
Chansons d’Espagne
Konzert mit Stücken von Fernando Sor, Texte von Federico García Lorca
Gesang: Farida Gerhardt, klassische Gitarre: Helmut Gerhardt

Öffentliche Führungen
Jeden Sonntag 15 Uhr

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Titelmotiv der Ausstellung
Würfel N.4, 2004, Stahl, Stahlseil, H 20cm

Überblick – Konstruktionen der Wahrheit
Darmstädter Tage der Fotografie

20. bis 22. April 2007
Museum Künstlerkolonie

Vernissage: Freitag, 20. April 2007, 19.30 Uhr

Die Darmstädter Tage der Fotografie sind ein lebendiges Festival, das themenbezogen Positionen der Fotografie vorstellt. Ein Wochenende im Zeichen der Fotografie, eine Plattform für Fotokunst und unterschiedliche Sichtweisen. Durch räumliche Nähe und zeitliche Konzentration der Ausstellungen sowie des Symposiums schaffen die Veranstalter, der Verein Darmstädter Tage der Fotografie e.V., ein Forum für die Künstler und das Publikum: Austausch und Gespräche über Fotografie.

„Überblick – Konstruktionen der Wahrheit“
Beim Thema für 2007 geht es um Aspekte der Wirklichkeit oder Täuschungen, die sich im Bild zu einer Wahrheit verdichten können. Fotografie, die wahr ist oder Vorstellungen von Realität erzeugt. Dabei geht es nicht nur um digital erzeugte Composings, die neue Wirklichkeiten schaffen, sondern auch um die feinen Manipulationen und Verschiebungen des Standpunktes, die Bilder wahr oder auch nur täuschend wahr machen. Das Thema wird zum einen aus fotografischer Sicht in ausgewählten Fotoausstellungen bearbeitet, zum anderen beim Symposium aus verschiedensten künstlerischen und wissenschaftlichen Perspektiven erläutert.

Für die Teilnahme am umfangreichen Rahmenprogramm wurde in einer überregionalen Ausschreibung eingeladen. Zusammen mit einem künstlerischen Beirat sind aus 150 Einsendungen 33 Arbeiten ausgewählt worden, die an verschiedenen Orten Darmstadts präsentiert werden. Das Museum Künstlerkolonie zeigt fotografische Positionen von Christiane Feser, Kate Peters, Jens Passoth, Annette Schreyer, Frank Schröder und Ivonne Thein.

Organisation der Ausstellung: Verein Darmstädter Tage der Fotografie e.V.

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Standort 2007
34. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession

11. März bis 9. April 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Sonntag, 11. März 2007, 11 Uhr

Die 34. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession mit dem Titel „Standort 2007“ präsentiert aktuelle Werke von Mitgliedern der Darmstädter Sezession, verbunden mit einer Sonderschau der Preisträgerin 2005, der Malerin Isabelle Dutoit aus Leipzig. Arbeiten der Bewerber um den Preis der Darmstädter Sezession des Jahres 2007 komplettieren die Präsentation der renommierten Darmstädter Künstlervereinigung, die einst von Max Beckmann und Ludwig Meidner mitbegründet wurde und heute Künstler wie Horst Antes, Thomas Duttenhöfer, Helga Griffith und Vera Röhm zu ihren Mitgliedern zählt.

Zeitgleich findet im nahegelegenen Alfred-Messel-Haus, Eugen-Bracht-Weg 6, eine Sonderausstellung der befreundeten Grazer Sezession statt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Organisation der Ausstellung: Darmstädter Sezession

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Standort 2007, Installationsansichten Mathildenhöhe Darmstadt, 2007

Vom Reformkleid zur Champagnerschale
10 Jahre Jugendstil-Erwerbungen

10. Dezember 2006 bis 9. April 2007
Museum Künstlerkolonie

10 Jahre Museumsshop Mathildenhöhe
mit Unterstützung des Vereins Ehrenamt für Darmstadt e. V.
Ideen für elegante Reformkleider, formschöne Trinkgläser oder ausgefallenes Mobiliar: Die kurze Blüte des Jugendstils bescherte eine Kunst, die mitten im Leben stand. Den Alltag mit Schönheit zu durchdringen war ein Ziel, dem sich auch die Künstlerkolonie Mathildenhöhe mit Hingabe widmete. Ihr kreativer Elan erfasste alle Bereiche der Kunst und ließ kaum einen Werkstoff außer Acht. Individuelle Formgebungen und fantasievolle Ornamentik an der Schnittstelle von Jugendstil, Art deco und Sachlichkeit sind es, die bis heute faszinieren.

Rund 60 Werke aus der Sammlung des Museums Künstlerkolonie zeigen den dekorativen Esprit und die erlesene Produktkultur der Jahrhundertwende am Beispiel Darmstadt und seines Umfelds. Erworben wurden die Kunstgegenstände nach und nach aus den Erträgen des Museumsshops. Eröffnet 1996 im achteckigen Ziegelbau neben dem Museum Künstlerkolonie, feiert der Museumsshop Mathildenhöhe in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen.

Die Ausstellung ist zugleich ein Dank an den verein „Ehrenamt für Darmstadt e. V.“ mit dessen personeller Unterstützung der Museumsshop betrieben wird.

Ausstellungsparcours
Die Jugendstil-Erwerbungen der letzten 10 Jahre werden ab 10. Dezember 2006 in den Sonderausstellungsräumen des Museums Künstlerkolonie gezeigt. Thematische Zusammenhänge geben die Gliederung der Präsentation vor.

Einen kulturgeschichtlichen Einstieg in die Lebenswelt der vorletzten Jahrhundertwende bietet das Thema „Robe und Reformkleid“. Es entwickelt sich um 8 originale, farbig angelegte Entwurfszeichnungen von Alfred Mohrbutter (1867 – 1916). Dieser hatte sich, ähnlich wie die Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie Behrens und Christiansen, auch als Textilkünstler einen Namen gemacht hat. Zusammen mit den historischen Abbildungen aus dem „Album moderner, nach Künstlerentwürfen ausgeführter Damenkleider“ werfen die Entwurfszeichnungen ein Licht auf die Ambitionen der Jugendstil-Protagonisten, auch die Bekleidung in ihre Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk einzubeziehen. Aus dem Rahmen der gewohnt opulenten Gesellschaftsroben fallen die Vorschläge für Reformkleider, die den ästhetisch wie gesundheitlich fragwürdigen modischen Übertreibungen wie „Wespentaille“ und „Cul de Paris“ den Kampf ansagten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand das Reformkleid nur bedingt Anklang, bis Mieder und Korsett endgültig fielen, sollte noch geraume Zeit vergehen.

Zeichnungen und Mappenwerk wurden 2005 von einer Nachfahrin des Alfred Mohrbutters erworben.

Ein weiterer Ankauf führt direkt an den Wirkungsort der Darmstädter Künstlerkolonie, die Mathildenhöhe. Hier fand 1901 die berühmte Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ statt. Um die Besucher aus nah und fern stilgerecht zu verköstigen, wurde eigens ein Ausstellungs-Restaurant erbaut. An dessen Ausstattung bis hin zur Gestaltung von Speise- und Getränkekarten, waren verschiedene Mitglieder der Künstlerkolonie beteiligt. Das etwas rustikal wirkende Mobiliar wurde nach Entwürfen von Joseph Maria Olbrich (1867 – 1908) angefertigt.
Nachdem bereits Speise- und Getränkekarten sowie Teile von Paul Bürcks Geschirr Eingang in die Sammlung gefunden hatten, gelang es 2003 auf einer Auktion in München einen Stuhl aus dem Ausstellungsrestaurant zu ersteigern. Eine echte Rarität. Im Rahmen der fachmännischen Restaurierung wurde der Stuhl von späteren Farbanstrichen befreit. Er befindet sich heute wieder in dem Zustand wie ihn der Ausstellungsbesucher von 1901 vorfand.

Der gedeckte Tisch war eine Spielwiese der Jugendstil-Designer. Niemals zuvor wurden so viele Formen und Muster für Bestecke, Tafelgeschirr oder Tischdecken erdacht. Insbesondere die Künstlerkolonie Mathildenhöhe lieferte exzellente Beiträge zur Tischkultur um 1900. Wegen der gestalterischen Vielfalt und außerordentlichen Schönheit entwickelten sich in der vergangenen Zeit gerade die Trinkgläser des Jugendstils zu einem speziellen Sammelgebiet. Mit dem Ankauf einer Champagnerschale von Peter Behrens (1868 – 1940), eines seltenen Weinglases von Joseph Maria Olbrich und von zwei edlen Stengelgläsern nach Entwurf von Albin Müller (1871 – 1941) konnte das Institut Mathildenhöhe einige besonders exquisite Beispiele für das Gebrauchsglas um 1900 erwerben.

Von der Kreativität und Erneuerungslust der Jugendstil-Protagonisten profitierten die verschiedensten Zweige des Kunstgewerbes. Für die im Westerwald angesiedelten Betriebe der Steinzeug-Industrie schufen Peter Behrens und Albin Müller zahlreiche Entwürfe, die dazu beitrugen, das künstlerische Niveau dieses alteingesessenen Produktionszweiges zu verbessern.
Eine im Jahre 2002 erworbene Waschschüssel von Behrens mit typischem markantem Liniendekor sowie drei Gebrauchsgefäße von Müller lassen die
Besinnung auf eine neue Ursprünglichkeit in den Gefäßformen, auf Materialgerechtigkeit und eine angemessene Erfindungsfreiheit im Ornament erkennen.

Ein Stuhl aus dunklem Eichenholz und eine Zinnschale von Joseph Maria Olbrich erinnern an die 2. Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie im Jahre 1904. Mit der Errichtung und Ausstattung der „Dreihäusergruppe“ am südöstlichen Abhang der Mathildenhöhe wollte man Bau- und Einrichtungsvorschläge für das Bürgerliche Wohnen unterbreiten. Im großen Ganzen schlicht, in den Detailformen ausgefallen wirkt der erst 2006 angekaufte Stuhl. Er entspricht jenem Modell, das zum Wohnzimmer-Mobiliar des so genannten Holzgiebelhauses gehörte. Die Zinnschale aus demselben Ambiente ist ein Beispiel für Olbrichs Beschäftigung mit gut gestalteten, erschwinglichen Serienprodukten.

In den Bereich der Luxuskunst, des Liebhaber- und Sammlerstücks führt dagegen die Gruppe von Vasen aus der Großherzoglichen Edelglasmanufaktur Darmstadt. Unter der Leitung von Josef Emil Schneckendorf (1865-1949) entfaltete dieses kleine Prestige-Unternehmen des Künstlerkolonie-Gründers Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein ab 1907 eine kurze, aber prächtige Blüte. Mit seinen Edelgläsern, deren metallische Lasuren in ihrem farbenprächtigen Schillern bisweilen an ausgegrabene antike Glasgefäße erinnern, beschritt Schneckendorf einen eigenständigen Weg, der wirtschaftlich allerdings zum Scheitern verurteilt war.

Die Lust am Ornament bestimmt die gesamte Richtung des Jugendstils. Sie äußert sich in erster Linie in der Belebung der Fläche durch vegetabile, geometrisch-abstrakte oder lineare Dessins. Um kurvige, im Sinne organischen Lebens bewegte Flächenmuster handelt es sich bei den 7 Entwürfen für Fliesen von Paul Bürck (1878-1947). Sie wurden 1999 aus dem Nachlass des Künstlers erworben, der zu den Jüngsten der Darmstädter Gruppe gehörte. Von Hans Christiansen (1866-1945), einem Meister auf dem Gebiet des Textildesigns, stammt eine um 1905 entworfene rot bedruckte Tischdecke. Eine ganz spezielle, von der Wiener Moderne ausgeprägte, farbenfrohe Flächenornamentik finden wir bei den dekorativen Bahlsen-Gebäckdosen nach Entwürfen von Emanuel Josef Margold (1889-1962). Sie dokumentieren in unserer Sammlung den Übergang des Jugendstils zum Art deco.

Nicht nur Architektur und angewandte Kunst, sondern auch Malerei und Plastik hatten ihren Platz in der Darmstädter Künstlerkolonie. Durch eine Reihe interessanter Neuerwerbungen sind diese Gebiete in der Sammlung nicht länger unterrepräsentiert: Nachweislich auf der 1. Ausstellung der Künstlerkolonie 1901 gezeigt wurde die figürlich ausgearbeitete Bronzeschale „Meerjungfrau“ von Rudolf Bosselt (1871-1938). Sie wurde 2004 aus Privatbesitz erworben. Der Ankauf der farbig glasierten Majolika-Plastik „Sieg“ trug wiederum zur sukzessiven Vervollständigung der 1912 ausgeformten Serie „Licht- und Schattenseiten“ von Bernhard Hoetger (1874 -1949) bei. Neben neu erworbenen Gemälden von Johann Vincenz Cissarz (1873-1942) und Fritz Osswald (1878-1966) ist vor allem der 1910 gemalte „Mephisto“ von Hanns Pellar (1886-1971), einem Schüler des Münchner Malers Franz von Stuck hervorzuheben.

Die künstlerische Bearbeitung von Metall war die Domäne der beiden Gold- und Silberschmiede Ernst Riegel (1871 – 1939) und Theodor Wende (1883 – 1968). 2004 auf einer Auktion ersteigert wurden zwei figurative, in Messing gegossene Kerzenleuchter von Riegel, die Licht dekorativ in Szene setzen. Ausgesprochen selten sind die Arbeiten von Wende, da es sich bei ihnen durchweg um handgefertigte Einzelstücke handelt. Mit einer Entwurfszeichnung für einen Pokal und einer silbernen Aschenschale ist der Künstler, der zur letzten Generation der Darmstädter Gruppe gehört, nun in der Sammlung vertreten.

Beim jüngsten Neuzugang handelt es sich um einen außergewöhnlichen Stuhl von Albin Müller. Er gehörte ursprünglich zu einem vierteiligen Satz, der im Rahmen der Deutschen Theater-Ausstellung Magdeburg 1927 zur Ausstattung des so genannten Intendanten-Zimmers gehörte. Diese ambitionierte Ausstellung war architektonisch und raumkünstlerisch im Wesentlichen von Müller gestaltet worden.
Die Form des Stuhl-Rückens ist eine Anspielung auf die Gestalt des oberen Abschlusses des Hochzeitsturms auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Das Möbel dokumentiert nicht zuletzt das Nachwirken der Künstlerkolonie, die erst 1929 formell aufgelöst worden ist. Sein Urheber, Albin Müller, lebte bis zu seinem Tod 1941 in seinem auf der Mathildenhöhe errichteten Wohnhaus.

Museumsshop Mathildenhöhe
Eine Spezialität des Museumsshop sind sorgfältig reproduzierte Replikate dekorativer Gebrauchs- und Ziergegenstände aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die exklusiven Kelchgläsern von Peter Behrens, die rustikalen Steinzeugdosen von Albin Müller und die beliebten Geschirrtücher von Joseph Maria Olbrich wurden nach historischen Originalwerken aus dem Museum Künstlerkolonie gefertigt. „Kayser-Zinn“, WMF-Jugendstilartikel oder Glas der Wiener Werkstätte runden das Angebot an Replikaten ab. Spezialliteratur sowie ein umfangreiches Sortiment an Postkarten, Foulards, Taschen etc. lassen Jugendstil-Liebhaber fündig werden.

Der Verein Ehrenamt für Darmstadt e. V.
Der Verein Ehrenamt für Darmstadt e. V., 1994 gegründet, hat die Idee der ehrenamtlichen Arbeit in kulturellen Institutionen als „Darmstädter Modell“ beispielhaft in die Tat umgesetzt. Der Museumsshop gehört zu den wichtigen Aufgaben des Vereins. Rund 40 Damen und Herren haben die Beratung und den Verkauf der Waren übernommen. Mit seinen Einnahmen ermöglicht der Verein den Kauf von Kunst für das Institut Mathildenhöhe.
Über die in der aktuellen Sonderausstellung gezeigten Werke hinaus, wurde aus den Gewinnen des Museumsshops außerdem die Aluminiumfigur „Zwischen den Zeiten“ von Hubertus von der Goltz angekauft, die seit 1999 auf dem Dach des Ausstellungsgebäudes das 100-jährige Jubiläum der Künstlerkolonie symbolisiert.

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Alfred Mohrbutter, Entwurf zu einem Reformkleid, 1900


Peter Behrens, Champagnerschale aus einem Trinkglasservice, 1902

Rahmenprogramm

Robe und Reformkleid - Die Mode der Belle Epoque

Vortrag von Dr. Renate Ulmer
Stellvertretende Direktorin, Institut Mathildenhöhe

Donnerstag, 1. Februar 2007, 19 Uhr
Museum Künstlerkolonie, Mathildenhöhe Darmstadt

Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte die Meinung, dass der weibliche Körper geschnürt und gepolstert gehöre, um dem Ideal einer Sanduhr zu entsprechen. Die S-Linie, auch „Sans ventre“ genannt, prägte die fließende Silhouette der Frau. Zudem herrschte eine strenge Toilettenetikette, die genau vorschrieb, was wann und wo getragen werden musste.

Mit schweren Hüten beladen und von stoffreichen Gewändern belastet – so war sie ausstaffiert, die „aufgeputzte Frau“ der Belle Epoque. Aber schon stand die „befreite Frau“ an der Schwelle, an deren modischer Befreiung viele mitwirkten. So setzten sich Ärzte und Lebensreformer gegen das gesundheitsschädliche Korsett ein und befürworteten eine Reformierung der Frauenkleidung. Auch zahlreiche Vertreter des Jugendstils, darunter Henry van de Velde, Peter Behrens, Richard Riemerschmid und Alfred Mohrbutter widmeten sich diesem Thema. Sie verwarfen unnatürliche modische Übertreibungen wie „Wespentaille“ und „Cul de Paris“ in erster Linie aus ästhetischen Gründen und lieferten ihrerseits Vorschläge für „künstlerische Frauenkleider“. Nachhaltig revolutioniert wurde die Damenmode jedoch erst durch den französischen Modeschöpfer Paul Poiret.

Der Vortrag führt anhand zahlreicher historischer Bildbeispiele (Powerpoint-Präsentation) das Panorama der Mode um 1900 vor Augen. Im Mittelpunkt steht die Frauenbekleidung, doch auch die Herrenmode jener Zeit wird nicht außer Acht gelassen.

Der Vortrag findet im Museum Künstlerkolonie statt.
Eintritt € 3.00

Es besteht die Möglichkeit, vor Beginn des Vortrags die Ausstellung Vom Reformkleid zur Champagnerschale zu besichtigen.

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Christian Boltanski
Zeit

12. November 2006 bis 11. Februar 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage Samstag, 11. November 2006 um 17.30 Uhr

English version

Der Künstler
Am 18. Oktober 2006 wird Christian Boltanski mit dem Nobelpreis der Künste, dem Praemium Imperiale ausgezeichnet. Zu Recht. Denn der Franzose Christian Boltanski (*1944), einer der wichtigsten Gegenwartskünstler weltweit, ist ein Meister der Inszenierung von Situationen und Räumen. In ihnen evoziert und befragt er machtvoll zentrale Parameter menschlichen Daseins wie Lebenszeit, Identität, Körper, Tod und Vermächtnis.

Die Ausstellung
Für »Zeit«, seine erste große monographische Schau in Deutschland seit zehn Jahren, verbindet Christian Boltanski bereits bestehende sowie neue, eigens für die Ausstellung auf der Mathildenhöhe Darmstadt entwickelte Arbeiten zu einer einzigen raumübergreifenden Totalinstallation. Hochkarätige Leihgaben aus den Sammlungen des Musée national d’art moderne, Centre Pompidou Paris und dem dänischen ARKEN Museum of Modern Art sind ebenso zu erleben wie bislang kaum bekannte frühe Filme des Künstlers. Die kathedralhohen Säle des Ausstellungsgebäudes Mathildenhöhe werden dabei zum Echoraum seiner Autobiographie, die – ob nun fiktiv oder real – stets seine Kunst der Erinnerung grundiert.

Der Katalog
Das in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelte Katalogbuch zur Ausstellung »Zeit«, herausgegeben von Ralf Beil, lotet den ganz und gar eigenen Raum der Kunst Christian Boltanskis mit philosophischen, literarischen und kunstwissenschaftlichen Beiträgen von Aleida Assmann, Samuel Beckett, Ralf Beil, Jorge Luis Borges, Franz Kafka, Tadeusz Kantor, Gabriel Ramin Schor, W.G. Sebald, Werner Spies und Andrej Tarkowskij sowie einem umfassenden Interview von Ralf Beil mit dem Künstler aus.

Die reich bebilderte Publikation erscheint bei HatjeCantz in einer deutschen und einer englischen Ausgabe, 22 x 28 cm, 156 S., 114 Abb., davon 82 farbig. Preis: € 29, - in der Ausstellung, € 35,- im Buchhandel. Katalog online bestellen

Die Vorzugsausgabe
Zur Ausstellung »Zeit« erscheint eine von Christian Boltanski eigens für diesen Anlass gestaltete Vorzugsausgabe mit dem Titel Portrait chinois de C.B. Im Französischen meint Portrait chinois ein Sprachspiel, bei dem Selbstporträts aus assoziativen Analogien entstehen. Der Künstler überträgt dieses Spiel in der Vorzugsausgabe auf die visuelle Ebene. Die beiden Blätter des Diptychons, Bildmontagen aus je drei Fotoausschnitten des jungen, jugendlichen sowie alternden Christian Boltanski konfrontieren mit ebenso ausdrucksstarken wie irritierenden Selbstbildnis-Collagen des Künstlers und seiner Lebenszeit. Die nummerierte und signierte Vorzugsausgabe, herausgegeben vom Institut Mathildenhöhe und der Edition HatjeCantz, ist auf 50 Exemplare limitiert. Preis: € 1200,-.

Die Zeitungsbeilage
Zur Vernissage von »Zeit« am 11. November 2006 erscheint im Darmstädter Echo eine 12seitige Zeitungsbeilage, exklusiv gestaltet von Christian Boltanski. Mit ihrer Verschmelzung von informativen und genuin künstlerischen Elementen in der Mimikry des Zeitungslayouts wird die Beilage »Christian Boltanski. Zeit« selbst zum Kunstwerk.

Die Plakataktion
Die Kunst-Plakataktion Les regards lässt Großplakate gleich Partisanen im Werbedschungel von Frankfurt und Darmstadt auftauchen. Gewaltige Augenpaare machen aus den anonymen Werbeflächen Subjekte. Ihr Augenblick thematisiert ebenso die Momenthaftigkeit von Zeit wie Sein. Ein Echo dieser Plakataktion im öffentlichen Raum findet sich für die Dauer der Ausstellung an der Außenfassade des Ausstellungsgebäudes Mathildenhöhe. Hier blicken die Augen weit über Darmstadt hinweg und leihen dem »Zeit«-Schauplatz ihren Blick.

Der »Zeit«-Parcours
Zwei Werke stehen paradigmatisch für die Ausstellung »Zeit«. Da ist zum einen das Herz des Künstlers. Es schlägt auf der Mathildenhöhe Darmstadt: am Anfang der Ausstellung, am Ende eines langen, schmalen Korridors. Eine Glühbirne leuchtet dort auf und erlischt, synchronisiert mit der Tonspur des Herztaktes von Christian Boltanski. Verstärker lassen uns gleichsam in den Künstler hineinhorchen, seinen Lebensrhythmus hören. Le cœur (2005) – ein Dokument radikal subjektiver Lebenszeit und ihrer Fragilität. Da ist zum anderen die automatische Zeitansage. Sie spricht auf der Mathildenhöhe Darmstadt: am Ende der Ausstellung, aus allen vier Ecken der großen Halle. »Beim nächsten Ton ist es … Beim nächsten Ton ist es …« Horloge parlante (2003) realisiert die Weltzeit in ihrer gnadenlosen Unerschütterlichkeit. Ohne eine Möglichkeit des Entkommens vergeht die Zeit. Boltanski selbst vergleicht sie mit der Mitleidlosigkeit von Chronos: »Angesichts dieses von jedwedem menschlichen Schicksal ungerührten griechischen Gottes, der weder Gut noch Böse kennt, werden alle menschlichen Bemühungen, das Leben selbst, der Kampf gegen den Tod, der Versuch, irgendetwas zu tun, nichtig. Denn eines ist stärker als wir, und zwar das ewige Fortschreiten der Zeit, die nie anhält und zwangsläufig zum Tod führt.«

Diese beiden Toninstallationen stehen für einen Paradigmenwechsel in Christian Boltanskis Œuvre. Schob der Künstler früher immer neue Distanzierungsmomente und doppelte Böden in seine Kunst ein, fiktionalisierte Geschichte und Biografie, seine eigene ebenso wie die anderer Menschen, so ist es heute sein Herz, das wir schlagen hören und seine Lebenszeit, die unerbittlich abläuft. Es sind seine Dokumente in den Vitrinen (La vie impossible de C. B., 2001), seine Toten an der Wand (Mes morts, 2002), seine Kranken im Saal (Les lits, 1997/98), und es ist sein Gesicht, das unaufhörlich altert (Entre temps, 2003). »Damals handelte es sich um den Tod der anderen. Heute wird es mehr und mehr mein eigener Tod.« Deshalb zeigt »Zeit« auch eine Auswahl seiner bislang kaum bekannten frühen Filme. Familienmitglieder spielen dort das Alter Ego des Künstlers und zeichnen, so man Boltanskis heutigen Worten über seine Kindheit Glauben schenkt, ein atmosphärisch genaues Bild der Enge und Bedrängnis von Physis wie Psyche (L’homme qui tousse, 1969), ein zugespitztes Bild von Isolation und lakonischer Hoffnungslosigkeit (Essai de reconstitution des 46 jours qui précédèrent la mort de Françoise Guiniou,1971).

Unterschiedlichste Aspekte von Zeit drängen sich in Boltanskis Arbeiten des letzten Jahrzehnts immer mehr in den Vordergrund, subjektive wird mit objektiver Zeit, Lebenszeit mit Weltzeit kontrastiert. Doch die Ausstellung »Zeit« verdichtet nicht nur Christian Boltanskis Zeit-Bilder, sondern darüber hinaus auch die Zeit seines Werkverlaufs, um Grundlinien seiner Arbeit sichtbar zu machen. Die zwanghafte Autoaggression jenes Mannes, der rote Farbe wie Blut hustet, begegnet so der Gewalt des Publikums im Scratch Room (2002/2006), das durch die Freilegung der Fotos von Opfern unweigerlich zum Täter wird. Die qualvoll stillen sechsundvierzig Tage bis zum Tod der Françoise Guiniou folgen dem nervtötend zwitschernden Mediengewitter der sechzig 6 septembres (2005), die in zweitausendfacher Beschleunigung über die Projektionsleinwände flackern – das Einzelschicksal ist letztlich ebenso wenig fassbar wie das kollektive Gedächtnis eines Jahrhunderts.

Weitere Werke und Installationen der Ausstellung »Zeit«: Bébés négatifs (2002), Les containers (2006), Zeyt (2001), Tot (2001), Prendre la parole II (2006), Les regards (2004/2006)

Unsere institutionellen Partner
Cultures France, Paris
Französische Botschaft, Berlin
Städelschule, Frankfurt am Main
Institut Francais, Frankfurt am Main
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
Deutsches Polen Institut, Darmstadt
Technische Universität Darmstadt
Stiftung Bremer Bildhauerpreis, Bremen

Unsere Medienpartner
HR2 Kultur
Darmstädter Echo

Unsere Wirtschaftspartner
HEAG Südhessische Energie AG (HSE)
MERCK
STRÖER Deutsche Städte Medien 

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Portrait chinois de C.B., 2006
Oh Mensch!, Theaterprojekt, Paris 2003


Lost,1995, Rauminstallation, Grand Central Terminal, New York
Portrait chinois de C.B., 2006
Les mains de Prague, 2001, Fotografie
Les regards, 1998, Plakataktion, Paris
Nächte unter Tage, Theaterprojekt, RuhrTriennale, Foto: Bernd Uhlig
Tot, 2001, Lichtinstallation, Kewenig Galerie, Köln

Scratch room, 2002, Rauminstallation, Foto: ONUK, Karlsruhe

Zeyt, 2001, Rauminstallation, Kewenig Galerie, Köln

Das Rahmenprogramm

English version

Dem Lebensthema von Christian Boltanski, der Verschränkung von Geschichte, Autobiografie und Fiktion, ist der erste Rahmenprogrammschwerpunkt gewidmet. Der Bogen spannt sich hier von einer Lesung mit dem ungarischen Nobelpreisträger Imre Kertész, der just diese Dreiheit schreibend realisiert, über den Kindertag Petit Christian, der in Foto- und Suchaktionen spielerisch ein Bewusstsein dieser Themen evozieren wird, bis hin zum wissenschaftlichen Symposium Geschichte, Autobiografie und Fiktion in Kunst und Literatur, bei dem Literatur- und Kunstwissenschaftler mit Schriftstellern und Künstlern in Dialog treten werden.

Dem polnischen Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Theaterregisseur Tadeusz Kantor (*1915 in Wielopole,+1990 in Krakau) gilt der zweite Programmschwerpunkt. Der Gründer, Leiter und Regisseur des experimentellen Untergrundtheaters Krakau (1942-1944) und Erfinder des Theater des Todes ist ein erklärtes Vorbild von Christian Boltanski. So gibt das Rahmenprogramm zur Ausstellung »Christian Boltanski. Zeit« nicht nur die Möglichkeit, einen der Meisterregisseure des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken, sondern auch den Wechselbeziehungen zwischen Bühnen- und Installationskunst zweier bedeutender Künstler nachzuspüren.


Portrait Christian Boltanski

 

7. November – 16. November 2006
Les Regards
Plakataktion von Christian Boltanski auf Großplakatflächen in Frankfurt und Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Bremer Bildhauerpreis – Rolandspreis für Kunst im öffentlichen Raum, Bremen

Mit freundlicher Unterstützung von STRÖER Deutsche Städte Medien

9. November 2006, 19 Uhr
Christian Boltanski – Ein Abend an der Städelschule
Christian Boltanski im Gespräch mit Ralf Beil und Daniel Birnbaum
Städelschule Frankfurt
In Zusammenarbeit mit der Städelschule und dem Institut Français, Frankfurt

12. November 2006 – 11. Februar 2007
Tadeusz Kantor – Theater des Todes
Ausstellung mit Fotografien von Inszenierungen des polnischen Meisterregisseurs Tadeusz Kantor von Günther Kühnel, Kalchreuth
Restaurant Alacarte Mathildenhöhe und Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

14. November 2006, 19.30 Uhr
Sonderführung von Institutsdirektor Ralf Beil in französischer Sprache
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Institut Français, Frankfurt

16. November 2006, 19.30 Uhr
Imre Kertész
Lesung und Gespräch mit dem ungarischen Literatur-Nobelpreisträger von 2002
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt

23. November 2006, 19.30 Uhr
„Die Erinnerung lebt außerhalb unserer Reichweite fort.“ Tadeusz Kantors Leben im Werk.
Eine Einführung mit Bildern und Filmausschnitten

Multimedia-Vortrag von Dr. Uta Schorlemmer, Zürich
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt

18. Januar 2007, 19.30 Uhr
I Do Not Know What It Is I Am Like.
Momentaufnahmen des Gedächtnisses
in Werken von Tadeusz Kantor und Christian Boltanski
Vortrag von Julita Fischer M.A., Mainz
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt
Ausführliches Programm

20. Januar 2007, 9-18 Uhr
Geschichte, Autobiografie und Fiktion in Kunst und Literatur
Interdisziplinäres Symposium im Rahmen der Ausstellung »Christian Boltanski. Zeit«
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt, Institute Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Philosophie
Ausführliches Programm

28. Januar 2007, 15-18 Uhr
Petit Christian
Kindertag auf der Mathildenhöhe
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
Mit freundlicher Unterstützung von MERCK
Ausführliches Programm

11. Februar 2007, 18 Uhr
Tadeusz Kantor – Eine Film-Finissage
Filmprojektion der Dokumentation Kantor ist da. Happenings der 60er Jahre von Dietrich Mahlow, Saarbrücken, 1968, 40 min. sowie des Theaterfilms Die tote Klasse von Andrzej Wajda, Warschau, 1975, 75 min.
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

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Les regards, 2001, Plakataktion, Warschau

Tadeusz Kantor, Die tote Klasse, 1983, Foto: Jaquie Bablet/CNRS

Photos dédicacées par A.M., distribuées à la fin des spectacles, 1975, Fotografie

Le repas refusé, 1974, Fotografie

 

Petit Christian
Kindertag auf der Mathildenhöhe

für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Sonntag, 28. Januar 2007, 15-18 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt

Der Kindertag Petit Christian bietet Kindern die Möglichkeit, die Ausstellung Christian Boltanski. Zeit spielerisch zu entdecken, um so die essentiellen Themen des französischen Künstlers Christian Boltanski kennenzulernen. Führungen von Kindern für Kinder, ein Suchspiel sowie diverse Einzelaktionen wie der Bau eines Schattentheaters frei nach Christian Boltanski, versprechen den Kindern einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag zu erleben.

15 Uhr
Begrüßung durch den Museumsdirektor Dr. Ralf Beil

15-17.30 Uhr
Begib Dich auf die Suche nach der Zeit
Mit Fragen, die Deinen pfiffigen Kopf herausfordern, kannst Du auf Spurensuche durch die Ausstellung gehen. Für besonders Clevere gibt es tolle Preise zu gewinnen.
17.30 Uhr Abgabe der Fragebogen im Foyer
18.00 Uhr Auslosung der Gewinner mit Preisverleihung

15-18 Uhr
Mal Dich selbst
Viele Künstler, insbesondere Christian Boltanski, gehen für ihre Werke von sich selbst aus. Auf unseren speziell angefertigten Zeichenstühlen kannst Du selbst zum Künstler werden und Dich mit Hilfe eines Spiegels porträtieren.

15-18 Uhr
Wir basteln uns ein Schattentheater
Früher hat sich Christian Boltanski oft geheimnisvolle Schattentheater für seine Ausstellungen ausgedacht. Auch unsere Ausstellung spielt viel mit Licht und Schatten. Gemeinsam mit anderen Kindern kannst Du ein eigenes Schattentheater erschaffen.

15-18 Uhr
Entdecke Dein Gesicht
Der Grafiker Tim Späth, BECKERSPÄTH Konzept und Design, wird Dich fotografieren und mit Deinem Gesicht nach Deiner Vorstellung am Computer eine Fotocollage erstellen.

15.15 / 16.15 / 17.15 Uhr
Kinder führen Kinder
Tabea und Charlotte, 12 und 13 Jahre, führen Euch durch die Ausstellung. Start der Führung ist im Foyer.

Der Eintritt ist frei!

Mit großzügiger Unterstützung von MERCK.

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I Do Not Know What it is I am Like
Momentaufnahmen des Gedächtnisses in Werken von Tadeuz Kantor und Christian Boltanski

Vortrag von Julita Fischer M.A.

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19.30 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt

Die Zeit umgibt uns, durchdringt uns, bestimmt unser Handeln. Sie ist immer und überall. Wie erklären wir aber die Zeit? Jeder weiss, was sie ist, keiner kann sie jedoch wirklich erklären. Unseres Verständnis der Zeit differenziert sie in zwei gegensätzliche Phänomene: Die objektive, physikalisch messbare Zeit, die unseren Alltag despotisch regelt, und die subjektive Zeit, die jeder von uns in sich trägt. Christian Boltanski und Tadeusz Kantor thematisieren in ihren Werken die Zeit, die subjektive Zeit. Dabei begeben sie sich auf die Suche nach dem Selbst. Auf dieser Reise – wie die beiden Künstler ihr künstlerisches Schaffen nennen – thematisieren sie die bildhafte Reflexion von Außen und Innen, von der uns umgebenden Wirklichkeit und von unserer inneren Realität.

»Die vollkommene Wahrheit ist einzig und allein die Darstellung des eigenen Lebens, sein Bloßlegen, ohne Scham« sagt Kantor anlässlich seiner letzen Theaterinszenierung Heute ist mein Geburtstag (1990). Dieses Bloßlegen des Lebens eines Künstlers vor dem Betrachter, schafft eine unmittelbare Nähe zwischen dem Kunstwerk und dem Rezipienten. Dabei sind Kantor oder Boltanski in ihren Werken um keine Rekonstruktion ihres eigenen Lebens bemüht, vielmehr konfrontieren sie den Betrachter mit den Fragmenten ihres Lebens. Fragmenten, die von Erinnerungen bestimmt werden. Diese Erinnerungen, die Kantor als Momentaufnahmen des Gedächtnisses bezeichnet, sind Bilder der Vergangenheit, des Todes und der Toten. Diese private Erinnerung wird einer kulturellen Erinnerung gegenübergestellt. Aus dieser Konfrontation resultiert ein Menschenbild, das jeder von uns als eine Spur der privaten und allgemeinen Geschichtsvergangenheit in sich trägt, welches meist von uns verdrängt wird und oft als verloren gilt.

Julita Fischer ist Doktorandin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie arbeitet u.a. als freie Dramaturgin und Kuratorin.

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Geschichte, Autobiografie und Fiktion
in Kunst und Literatur

Interdisziplinäres Symposium im Rahmen der Ausstellung Christian Boltanski. Zeit auf der Mathildenhöhe Darmstadt

Samstag, 20. Januar 2007, 9-18 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt

Veranstalter: Institut Mathildenhöhe Darmstadt und Technische Universität Darmstadt, Institut Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Institut für Philosophie

Programm

Vormittag
Diskussionsleitung: Frau Prof. Dr. Petra Gehring (Institut für Philosophie, TU Darmstadt) / Prof. Dr. Fotis Jannidis (Institut Sprach- und Literaturwissenschaft, TU Darmstadt)

9.00 Uhr
Begrüßung durch Herrn Dr. Ralf Beil (Direktor, Institut Mathildenhöhe Darmstadt)

9.15 Uhr
Prof. Dr. Renate Berger (Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung, Universität der Künste Berlin)
Nicht nur du schreibst das Buch; gleichzeitig schreibt das Buch auch dich. Ungleiche Zwillinge: Zum Verhältnis von Autobiografie und Biografie

10.15 Uhr
Prof. Dr. Alfred Nordmann (Institut für Philosophie, TU Darmstadt) mit Herrn Achim Barrenstein (Schauspieler)
Alle Erinnerungen dieser Welt: Sebalds ‚Austerlitz‘ und andere Festungen gegen die Zeit

11.15 Uhr
Prof. Dr. Ruth Florack (Seminar für Deutsche Philologie, Universität Göttingen)
Spur, Metonymie und Lücke – W. G. Sebald und G. Perec im Kontext der Gedenkkultur

Mittagspause

Nachmittag
Diskussionsleitung: Dr. Ralf Beil (Direktor, Institut Mathildenhöhe Darmstadt)

14.15 Uhr
Prof. Dr. Peter J. Schneemann (Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern)
Wieviele Leben hat ein Künstler?
Autobiografie und Subjektbildung als künstlerisches Problem

15.15 Uhr
Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans (Germanistisches Institut, Ruhr-Universität Bochum)
Zeit und Verwandlung – die fiktionale Biographie der Materie in Calvinos Cosmicomics

16.15 Uhr
Dr. des. Alma-Elisa Kittner (Internationales Graduiertenkolleg Interart Studies, Freie Universität Berlin / Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig)
Zwischen Facts und Fiction. Visuelle Autobiographien von Hannah Höch bis Sophie Calle

17.15 Uhr
Podiumsdiskussion

18.00 Uhr
Ende des Symposiums

Tagungsbeitrag: 15 Euro
Ermäßigung für Studierende: 10 Euro

Anmeldung: Sekretariat
Institut Mathildenhöhe Darmstadt
Olbrichweg 13
64287 Darmstadt
Tel. 06151/ 13 2778
Fax 06151/ 13 3739
mathildenhoehe@darmstadt.de

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Das Kind in uns stirbt als erstes

Christian Boltanski im Gespräch mit Ralf Beil, Direktor des Instituts Mathildenhöhe

English version

Ralf Beil  Sie sind am 6. September 1944 in Paris zur Welt gekommen. Welches sind Ihre ersten Erinnerungen?

Christian Boltanski  Erste Kindheitserinnerungen sind entweder erfunden oder man erinnert sich an etwas, was einem später immer wieder aufs Neue erzählt worden ist. Vor sehr langer Zeit habe ich ein Büchlein gemacht. Es hieß Six souvenirs de jeunesse de Christian Boltanski und versammelte mehr oder weniger wahre Erlebnisse aus frühester Kindheit. Es funktionierte nach eben jenem Prinzip: Du liest es und denkst, »Das habe ich auch erlebt«. Die sechs Erinnerungen waren so allgemein wie möglich gehalten. Es ging um Gefühle, die jedes Kind hat – um Angst oder Unsicherheit.

RB  Was hat Sie an diesen Recherchen zur Kindheit interessiert?

CB  Ich habe deshalb so viel über meine Kindheit gearbeitet, weil ich sie vergessen wollte. In meiner gesamten Arbeit über die ersten Jahre meines Lebens findet sich kein einziges wahres Detail. Meine Kindheit war ziemlich außergewöhnlich, mir hat immer das »ganz Normale« gefehlt. Ob bewusst oder unbewusst: Ich habe mir statt meiner merkwürdigen Kindheit immer eine ganz klassische gewünscht. Meine Mutter konnte zum Beispiel nicht gut laufen, sie hatte Kinderlähmung. Kaum einen Meter konnte sie allein tun. Das hat mich als Kind sehr geprägt. Aber in meinen Arbeiten werden sie vergeblich danach suchen. Ich erzähle in ihnen nicht von meiner wahren Kindheit, sondern vom Klischee einer Kindheit.

RB  Wieso ist das Thema »Kindheit« für Sie so zentral bis heute?

CB  Es interessiert mich deshalb so sehr, weil ich glaube, dass das Kind in uns als Erstes stirbt. Tadeusz Kantor, ein Dramaturg, den ich sehr schätze, hat einmal gesagt: »Wir alle tragen ein totes Kind in uns.« Ich spüre das ganz stark.

RB  Auf der Mathildenhöhe werden wir am Anfang der Ausstellung Ihr eigenes Herz schlagen hören. Am Ende wird dann eine automatische Zeitansage den Raum erfüllen. Wie sind diese unterschiedlichen Zeiten – Lebenszeit und Weltzeit – für Sie verbunden?

CB  Es geht nicht um Zeit, es geht um den Tod. Doch das eine ist untrennbar mit dem anderen verbunden. Die Kunst hat im Grunde nur sehr wenige Themen. Und seit den Anfängen der Kunst wiederholen sie sich: Die Suche nach Gott, Sex, Naturbewunderung... Die Fragen, die sich angesichts des Todes stellen, waren schon immer ein besonderes Thema, sowohl in der Philosophie als auch in der Religion und der Kunst. Jeder von uns ist einzigartig, und zugleich sind wir so fragil, so unerträglich vergänglich.
Ich denke, jeder Künstler spricht letztlich von sich selbst. Jeder erzählt seine eigene Geschichte. Doch diese Erzählung wird im besten Fall zur Geschichte der anderen.

RB  Der russische Installationskünstler Ilya Kabakov will die Besucher mit seinen Totalinstallationen vollkommen vereinnahmen, er will sie hineinziehen, festhalten, sie regelrecht gefangen nehmen. Wie arbeiten Sie mit dem Betrachter?

CB  Ich möchte – und das verbindet mich mit Kabakov –, dass der Betrachter nicht außen vor bleibt, sondern ins Innere des Kunstwerkes vordringt. Und dennoch will ich keine eindeutige Botschaft senden. Meine Werke kann man ganz unterschiedlich aufnehmen – je nachdem, wie vorbelastet man ist. Ich akzeptiere das. Jeder sieht, was er sehen will.

RB  Für die »Zeit«-Ausstellung auf der Mathildenhöhe denken Sie an die Realisierung eines regelrechten Parcours: eine gigantische Totalinstallation.

CB  Ja, das ist für mich das Spannende an dieser Ausstellung: Es gibt einen bereits klar definierten Anfang und ein Ende und dazwischen eine noch unbestimmte Progression. Zum Schluss wird aus allen Arbeiten ein einziges Werk. Die Besucher werden sich im Inneren dieses Werkes befinden und sich darin verlieren können.
Ich bin ein Künstler, der Gefühle wecken will. Kunst bedeutet für mich nicht, immer nur Fragen zu stellen. Ich wünsche mir, dass die Leute kommen und etwas fühlen. Kunst ist ein Abenteuer, in das man mit Haut und Haaren eintaucht. Die Besucher müssen kommen, verwirrt sein und sich fragen, ob es sich überhaupt um eine Ausstellung handelt.

Das vorliegende Interview ist ein Auszug aus einem umfangreichen Gespräch mit Christian Boltanski, geführt am 24. Mai 2006 im Atelier Boltanski in Malakoff, Paris, vollständig abgedruckt im Katalog zur Ausstellung »Christian Boltanski. Zeit«.

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Photographie de ma petite soeur en train de creuser sur la plage de Granville, 1969, Fotografie

Christian Boltanski prenant son goûter, 3 mars 1951, 1970, Fotografie

L'album de photo de la famille D., 1971, Fotografie

L'homme qui tousse, 1969, Filmstills

Christian Boltanski
Time

Institut Mathildenhöhe Darmstadt
November 12th 2006 to February 11th 2007

Opening, Saturday November 11th 2006 at 5.30 p.m.

The Artist
On October 18th 2006 Christian Boltanski will be awarded the Nobel Prize for the Arts, the Praemium Imperiale. And rightly so. For the Frenchman Christian Boltanski (born 1944), one of the most important contemporary artists in the world, is a master of  stage-setting situations and spaces. In them he powerfully evokes and questions central parameters of human existence such as lifetime, identity, the body, death and our legacy.

The Exhibition
For Time, his first major monographic show in Germany for ten years, Christian Boltanski combines already existing works with new ones, specially developed for the exhibition at the Mathildenhöhe Darmstadt, to create a unique space-overlapping total installation. High-quality loans from the collections of the Musée national d’art moderne, Centre Pompidou, Paris and the Danish ARKEN Museum of Modern Art can also be seen there, as can virtually unknown early films by the artist. The soaring rooms of the exhibition building are turned into the echo chamber of his autobiography which – whether invented or real – is always the basis of his art of memory.

The Catalogue
The exhibition catalogue, developed in close collaboration with the artist and edited by Ralf Beil, probes the completely individual echo chamber of Christian Boltanski’s art with philosophical, literary and aesthetic contributions by Aleida Assmann, Samuel Beckett, Ralf Beil, Jorge Luis Borges, Franz Kafka, Tadeusz Kantor, Gabriel Ramin Schor, W.G. Sebald, Werner Spies and Andrei Tarkovsky, as well as a wide-ranging interview with the artist by Ralf Beil.

The lavishly illustrated catalogue book is published by HatjeCantz in a German and an English edition, 22 x 28 cm, 156 pp., 114 ill., 82 in colour. Price: € 29.00 at the exhibition, € 35.00 from bookshops. order Catalogue

The Special Edition
In conjunction with the exhibition a special edition designed by Christian Boltanski exclusively for the occasion will appear, entitled Portrait chinois de C.B. In French Portrait chinois means a linguistic play in which self-portraits are emerging out of analogical associations. The artist is transferring this game in his special edition in the visual realm. The two sheets of the diptych, picture montages each consisting of three excerpts of photographs of Christian Boltanski as a child, youth and older man face with self-portrait-collages of the artist and his life time that are as expressive as they are puzzling. The numbered special edition, published by the Institut Mathildenhöhe and HatjeCantz Publishers, is limited to 50 copies.
Price: € 1200.-

The Newspaper Supplement
To coincide with the opening on November 11th 2006, a 12-page supplement will appear in the Darmstädter Echo, exclusively designed by Christian Boltanski. With its blend of informative and genuinely artistic elements in mimicry of the newspaper layout, the Christian Boltanski. Time supplement itself becomes a work of art.

The Billboard Project in Public Space
The artist’s billboard campaign Les Regards makes large sized posters appear like guerillas in the jungle of today’s advertising in Frankfurt and Darmstadt. Huge pairs of eyes turn the anonymous advertising panels into subjects. Their gazes broach the issues of the momentariness of time and existence. An echo of this billboard campaign in Public Space is for the time of the exhibition also situated at the facade of the exhibition building. Here the eyes gaze far over Darmstadt abroad and lend their glimpse the Time-exhibition scene. 

The Time-Parcours
Two works are exemplary of the Time exhibition. One is the artist’s heart. It beats at Mathildenhöhe Darmstadt, at the start of the exhibition, at the end of a long, narrow corridor. A light bulb flickers and fades, synchronized with Christian Boltanski’s heartbeat. Amplifiers allow us to listen into the artist, to hear his rhythm of life. Le cœur (2005) – a document of radically subjective lifetime and its fragility. The other work is the automatic speaking clock. It speaks at Mathildenhöhe Darmstadt at the end of the exhibition and from all four corners of the big hall. “At the signal, it will be . . . At the signal, it will be . . . ” Horloge parlante (2003) realizes world time in merciless imperturbability. Time passes without any possibility of escape. Boltanski compares it to Chronos’s pitilessness: “Confronted with this Greek God who, completely untouched by human fate, knows neither good nor evil, all human effort is rendered futile, whether it be life itself, the struggle against death, or the attempt to do anything. There’s only one thing stronger than we are, and that’s the eternal progression of time, which never stops and inevitably leads to death.”

Both sound installations represent a paradigmatic change in Boltanski’s œuvre. Just as he inserted elements of distance and deception into his earlier works, fictionalizing his own history and biography as well as that of other people; today it is his heart that we can hear beating and his own lifetime which is relentlessly running out. They are his documents on display (La vie impossible de C. B., 2001), his dead ones on the wall (Mes morts, 2002), his sick in the ward (Les lits, 1997/98) and it is his face that continually ages (Entre temps, 2003). “I used to think about the death of other people. Now it’s increasingly about my own death.” This is why Time also contains a selection of relatively unknown early films. In these films, family members play the artist’s alter ego and, if we give credence to Boltanski’s contemporary depictions of his childhood, they are sketching an atmospherically precise picture of the constriction and the distress caused to physis and psyche (L’homme qui tousse, 1969), or presenting an intense image of isolation and laconic hopelessness (Essai de reconstitution des 46 jours qui précédèrent la mort de Françoise Guiniou, 1971).

Various aspects of time have been brought up in Boltanski’s work over the past decade, contrasting subjective with objective time, and lifetime with world-time. However, the Time exhibition not only presents Christian Boltanski’s depictions of time in condensed form, it also exposes the temporal span of his work, making the principal features visible. The compulsive auto-aggression of the man who coughs blood-red paint thus confronts the violence of the visitors who have inevitably become perpetrators through simultaneously witnessing and actively uncovering the photographs of victims in Scratch Room (2002/2006). The torturously quiet 46 days leading up to Françoise Guinou’s death follow the nerve-wrecking twittering of the media storm of sixty 6 septembres (2005) which flicker, accelerated two-thousand-fold, across projection screens – in the end, the fate of the individual is equally as intangible as the collective memory of a century.

Further works and installations in the Time exhibition: Bébé négatifs (2002), Les Containers (2006), Zeyt (2001), Tot (2001), Prendre la parole II (2006), Les regards (2004/2006) 

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Portrait chinois de C.B., 2006
Oh Mensch!, Theaterprojekt, Paris 2003


Lost,1995, Rauminstallation, Grand Central Terminal, New York
Portrait chinois de C.B., 2006
Les mains de Prague, 2001, Fotografie
Les regards, 1998, Plakataktion, Paris
Nächte unter Tage, Theaterprojekt, RuhrTriennale, Foto: Bernd Uhlig
Tot, 2001, Lichtinstallation, Kewenig Galerie, Köln

Scratch room, 2002, Rauminstallation, Foto: ONUK, Karlsruhe

Zeyt, 2001, Rauminstallation, Kewenig Galerie, Köln

The Accompanying Program

7 November 2006 – 16 November 2006
Les Regards
Billboard campaign from Christian Boltanski at Frankfurt and Darmstadt
In collaboration with Stiftung Bremer Bildhauerpreis – Rolandspreis für Kunst
im öffentlichen Raum, Bremen
Kindly supported by STRÖER Deutsche Städte Medien

9 November 2006, 7 p.m.
Christian Boltanski – An Evening at Städelschule
Christian Boltanski in conversation with Ralf Beil and Daniel Birnbaum
Städelschule Frankfurt
In collaboration with the Städelschule and the Institut Français, Frankfurt

12 November 2006 – 11 February 2007
Tadeusz Kantor – Theatre of Death
Exhibition with photographs of theatre productions of the polish master director
Tadeusz Kantor by Günther Kühnel, Kalchreuth
Restaurant Alacarte Mathildenhöhe and Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

14 November 2006, 7.30 p.m.
Special guided tour by Ralf Beil, the Director of the Institute, conducted in French
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with the Institut Français, Frankfurt

16 November 2006, 7.30 p.m.
Imre Kertész

Reading and discussion with the Hungarian winner of the 2002 Nobel Prize for Literature
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with the Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt

23 November 2006, 7.30 p.m.
“Memory exists beyond our reach”. Tadeusz Kantor’s life in work.
An introduction with images and film screening
Multi media lecture by Dr. Uta Schorlemmer, Zurich (in German)
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

18 January 2007, 7.30 p.m.
“I Do Not Know What It Is I Am Like”. Snapshots of recollection in the works of Tadeusz Kantor and Christian Boltanski
Lecture by Julita Fischer M.A., Mainz (in German)
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

20 January 2007, 9 a.m.–6 p.m..
History, Autobiography and Fiction in Art and LiteratureInterdisciplinary Symposium to coincide with the Christian Boltanski. Time exhibition
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with the Technische Universität Darmstadt, Institut Sprach-
und Literaturwissenschaft and Institut Philosophie

28 January 2007, 3-6 p.m.
Petit Christian
Children’s Day at Mathildenhöhe Darmstadt
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
Kindly supported by MERCK

12 February 2007, 6 p.m.
Tadeusz Kantor - Film-Finissage
Film projection of the documentation Kantor ist da. Happenings der 60er Jahre von Dietrich Mahlow, Saarbrücken, 1968, 40min., German, and of the theatre film Die tote Klasse von Andrzej Wajda, Warsaw, 1975, 75 min., German
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt 

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Portrait Christian Boltanski
Les regards, 2001, Plakataktion, Warsaw

Tadeusz Kantor, Die tote Klasse, 1983, photograph: Jaquie Bablet/CNRS

Photos dédicacées par A.M., distribuées à la fin des spectacles, 1975, photograph

Le repas refusé, 1974, photograph

Childhood is the first thing in us to die

Christian Boltanski in conversation with Ralf Beil, Director Institut Mathildenhöhe

Ralf Beil You were born in Paris on September 6, 1944. What are your first memories?

Christian Boltanski The first childhood memories are either invented, or you remember stories which you were later told time and time again. A very long time ago I put together a little book, called Six souvenirs de jeunesse de Christian Boltanski (Six Memories of Youth by Christian Boltanski). It contained more or less true experiences of my early childhood. It worked according to the same principle. You read it and think, “I had the same experience.” The six memories have been kept as general as possible; they deal with the emotions which every child goes through, such as feelings of fear or uncertainty.

RB What did you find interesting about this research on childhood?

CB I’ve dealt with my childhood in my work so much because I wanted to forget it. My entire work on C.B., on the early years of my life, doesn’t contain a single true piece of information. My childhood was pretty exceptional; I always missed not experiencing the “completely normal” aspects. Whether consciously or subconsciously, I always wanted to have a standard, classic childhood instead of the remarkable one I had. To take an example, my mother had polio so she couldn’t walk very well. She was hardly able to manage a meter by herself. That had a real effect on me as a child. But you won’t be able to find anything about that in my work. My works describe a stereotyped childhood rather than the childhood I really had.

RB Why is childhood such a central theme fo