ARCHIV  

MASKEN
Metamorphosen des Gesichts
von Rodin bis Picasso

8. März bis 7. Juni 2009 (verlängert bis 14. Juni)
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Russland 1900
Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren

12. Oktober 2008 bis 1. Februar 2009
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Peter Behrens
Das Wertheim-Speisezimmer

28. März bis 26. Oktober 2008
Museum Künstlerkolonie

Farbe-Struktur-Oberfläche
Caparol-Architekturpreis 2008

6. Juni bis 12. Oktober 2008
Museum Künstlerkolonie

Andreas Gursky
Architektur

11. Mai bis 7. September 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Heribert C. Ottersbach
Erziehung zur Abstraktion

11. Mai bis 7. September 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Karlheinz Stockhausen
Stimmung für 6 Vokalisten

23. Mai bis 7. September 2008
Wasserreservoir Künstlerkolonie

Joseph Maria Olbrich
Internationales Symposium

11. bis 12. Juli 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Grosses Fest zum Jubiläum von Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude 1908 / 2008
23. bis 25. Mai 2008
Gesamtes Terrain Mathildenhöhe

Plexiglas
Werkstoff in Architektur und Design

16. September 2007 bis 24. März 2008
Museum Künstlerkolonie

Henk Visch
Wait and see what happens

30. September 2007 bis 6. Januar 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten

20. Mai bis 26. August 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Friedrich Wilhelm Kleukens
Gebrauchsgraphik und Buchkunst am Beginn des
20. Jahrhunderts
5. Mai bis 19. August 2007
Museum Künstlerkolonie

Gerd Winter
Wilhelm-Loth-Preisträger 2005

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Matthias Will
Wilhelm-Loth-Preisträger 2004

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Überblick – Konstruktionen der Wahrheit
Darmstädter Tage der Fotografie

20. bis 22. April 2007
Museum Künstlerkolonie

Standort 2007
34. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession

11. März bis 9. April 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vom Reformkleid zur Champagnerschale
10 Jahre Jugendstil-Erwerbungen

10. Dezember 2006 bis 9. April 2007
Museum Künstlerkolonie, Bildhauerateliers

Christian Boltanski. Zeit
12. November 2006 bis 11. Februar 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Ilona Ruegg. Luft Haus / Zeitbau 4
16. Oktober bis 22. Oktober 2006
Sandterrain Mathildenhöhe

Mathilda is calling. Erinnerung als Zukunft
16. Juli bis 8. Oktober 2006
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Joseph Maria Olbrich
Secession – Mathildenhöhe Darmstadt
Ausstellungsarchitektur um 1900

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Museum Künstlerkolonie, Bildhauerateliers

Magic Mathilda –
Eine Entdeckungsreise vor Ort

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Museum Künstlerkolonie, Sammlung

Moderne Grüße – Fotografierte Architektur auf Ansichtskarten 1919-1939
6. Mai bis 2. Juli 2006
Museum Künstlerkolonie

Annegret Soltau – ich selbst
23. April bis 11. Juni 2006
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe


Masken
Metamorphosen des Gesichts
von Rodin bis Picasso

English version

8. März bis 7. Juni 2009 verlängert bis 14. Juni!
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

In Zusammenarbeit mit dem Musée d’Orsay, Paris

Mit großzügiger Unterstützung von MERCK

Vernissage und Maskenball: Samstag, 7.3.2009 ab 18.30 Uhr

Als Objekt der Verhüllung und Verwandlung des Gesichts spielt die Maske in nahezu allen Kulturen eine zentrale Rolle: in Riten, Brauchtum und Theater. Als Gegenstand der Kunst hingegen ist die Maske bislang kaum erforscht. Gemeinsam mit dem Musée d’Orsay, Paris, und der Glyptothek Kopenhagen rückt das Institut Mathildenhöhe Darmstadt nun zum ersten Mal das Thema der Maske in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Zweihundert Exponate aus allen Gattungen der Kunst, Meisterwerke von Arnold Böcklin, Jean Carriès, Paul Gauguin, Emil Nolde und Auguste Rodin sowie zahlreiche Neuentdeckungen lassen eine einzigartige Galerie realer Porträtbilder sowie imaginärer Gesichter entstehen, die die Kühnheit der Inhalte sowie Form- und Materialexperimente des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts vor Augen führt.

„Eine Maske verrät uns mehr als ein Gesicht“ Oscar Wilde

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustriertes Katalogbuch, herausgegeben von Ralf Beil, mit Essays u.a. von Geneviève Lacambre, Antoinette Le Normand-Romain, Edouard Papet, Jean-Luc Nancy, Teresa Nielsen, Philippe Thiébaut und Renate Ulmer im Hatje Cantz Verlag. Hardcover, 256 S., ca. 280 farbige Abb., 22 x 28 cm, in der Ausstellung € 35,-, im Buchhandel €39,80,-.
Ferner erscheint in der Reihe „Kunst zum Hören“ zur Ausstellung „Masken“ ein Hörbuch im Hatje Cantz Verlag in deutscher sowie englischer Sprache. Hardcover mit CD, 48 S., ca. 40 farbige Abb., 22 x 22 cm, € 16,80,-.

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfänglichen Rahmenprogramm rund um das Thema der Maske, das in Lesungen, Vorträgen, Workshops und Diskussionen sowohl als anthropologische Konstante wie auch in ihrer besonderen Bedeutung um 1900 ausgelotet wird.

Weitere Station der Ausstellung:
Ny Carlsberg Glyptothek Kopenhagen
6. August bis 25. Oktober 2009

Pressespiegel (Auswahl):
hr Fernsehen - "Hessenschau"
Deutschlandradio Kultur - "Fazit"

zur Fotogalerie

zur Übersicht

Plakatmotiv mit:
Arnold Böcklin, Bouclier avec le visage de Méduse, um 1887, Paris, Musée d´Orsay
Paul Gauguin, Tehura, 1891-93, Paris, Musée d´Orsay, Foto: RMN Emil Nolde, Maskenstillleben, 1911, Öl auf Leinwand, 64,5 x 78,5 cm, Seebüll, Nolde Stiftung Unbekannter Künstler, Jeune femme la poitrine découverte, um 1870, Paris, Musée d´Orsay

Das Rahmenprogramm
(Auswahl)

Maskenball
Samstag, 7. März, 20.30 Uhr
Ball zur feierlichen Ausstellungseröffnung im Haus Bäulke

Im Licht der Maske
23. und 24. Mai
Darmstädter Jugendstiltage mit Illuminationsfest, Themenführungen und großem Kinderprogramm
Mathildenhöhe Darmstadt
Programm Darmstädter Jugendstiltage (PDF | 3,6 MB)

Finissage und Maskenperformance
Sonntag, 7. Juni und Finissage 14. Juni,
jeweils 15 - 18 Uhr

„Narziss“ von Katharina Sommer im Wasserreservoir Mathildenhöhe.
Begrenzte Teilnehmerzahl daher Anmeldung am Veranstaltungstag notwendig.

Zum Abschluss der Ausstellung wird das Wasserreservoir zum Maskentheater. Die Masken von Katharina Sommer haben nichts mit Fastnacht zu tun: Die Diplom Psychologin aus Darmstadt interpretiert den Mythos von Narziss. Der Königssohn, verdammt sich in sein eigenes Spiegelbild zu verlieben, stirbt am Verlangen, sich mit seinem Abbild in
der Wasseroberfläche zu vereinen.

Musikalisch begleitet wird Katharina Sommer von Peter Knodt, Trompeter und Musikpädagoge am Mainzer Konservatorium und der Musikhochschule Basel. Hoch transparente Signale einer Glastrompete eröffnen das Spektakel und verwandeln das Wasserreservoir in einen mystischen Ort.

Zur Finissage der Ausstellung findet die Maskenperformance "Narziss" im Wasserreservoir statt

„... und kommt als Schmetterling von der Toilette!“
Make-up, Masken, Metamorphosen
Sonntag, 29. März, 11 Uhr
Eine Lese-Matinée von hr2-kultur mit Texten u. a. von Charles Baudelaire, Erich Kästner und Heinrich Heine. Es liest Helge Heynold, hr2-kultur. Die musikalischen Akzente setzt Heinz-Dieter Sauerborn am Saxophon.
Museum Künstlerkolonie
Eintritt: 10 € / 8 € ermäßigt

hr2-kultur sendet die Lesung zur Ausstellung
Donnerstag, 11. Juni, 12:05 Uhr
Make-up, Masken und Metamorphosen - ein jeder ist wandelbar "... und kommt als Schmetterling von der Toilette!" Der ungewöhnliche Titel der hr2-Lesung am Sonntag, 29. März im Museum Künstlerkolonie des Instituts Darmstadt versprach literarische Vielfalt. hr2-Redakteur Helge Heynold las unter anderem Lyrik und Prosa von heinrich Heine, Eva Demski, Charles Baudelaire, Erich Kästner und E.A. Poe. hr-Bigband-Musiker Heinz-Dieter Sauerborn auf dem Saxofon setzte die musikalischen Akzente.

Anonym, Griechenland (Böotien) Dionysos-Maske, 450 - 400 v. Chr.
Paris, Musée du Louvre
Foto: Daniel Lebée und Carine Deambrosis

Die Ausstellung im Dialog
Samstag, 21. März, 15 Uhr
Themenführung mit Prof. em. Dr. phil. Gernot Böhme, Philosoph
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Eintritt: 3 € (zzgl. Eintritt für die Ausstellung)

Samstag, 4. April, 14 Uhr
Themenführung mit Manuela Kutscher, Staatstheater Darmstadt, Maskenbildnerin
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Eintritt: 3 € (zzgl. Eintritt für die Ausstellung)

Anonym,(Oberelsbach), Fastnachtsmaske Männergesicht
um 1850-1860
Fladungen, Rhönmuseum

Filmabend I „Fantomas“ (1913)
Donnerstag, 19. März, 19.30 Uhr
Louis Feuillades berühmtes Maskierungsabenteuer
Museum Künstlerkolonie
Eintritt: 5 € / 3 € ermäßigt

Filmabend II „Das Phantom der Oper“ (1925)
Donnerstag, 2. April, 19.30 Uhr
Die erste Literaturverfilmung des Horrorklassikers
Museum Künstlerkolonie
Eintritt: 5 € / 3 € ermäßigt

Filmabend III „Le Sang du Poète“ (1930)
Donnerstag, 4. Juni, 19.30 Uhr
Jean Cocteaus Erstlingswerk
Museum Künstlerkolonie
Eintritt: 5 € / 3 € ermäßigt

Das Phantom der Oper
1925, Rupert Julian
(Screenshot)

Kinderführung
Samstag, 28. März, 16. Mai und 6. Juni, jeweils 15 Uhr
Mit Julia Reichelt durch die Welt der Masken
Für Kinder ab 6 Jahren
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Eintritt frei

Familienwoche auf der Mathildenhöhe
Montag, 13. bis Sonntag, 19. April
Eine ganze Woche ermäßigter Eintritt für Eltern und ihre Kinder
Museum Künstlerkolonie und Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

"Die bunte Welt der Masken"
Sonntag, 19. April, 15 bis 18 Uhr
Beim großen Kindertag auf der Mathildenhöhe Darmstadt dreht sich alles um die bunte Welt der Masken: In einer Entdeckungsreise führen wir Euch zu den geheimnisvollsten, lustigsten, unheimlichsten und schönsten Masken. Es wird ein Maskentheater aufgeführt, Ihr könnt Euch hinter einer selbst gestalteten Maske verbergen oder Euch am Computer in die Frau mit den Schlangenhaaren oder einen geflügelten Helden verwandeln. Außerdem führen andere Kinder durch die Ausstellung und zum Schluss gibt es ein großes Preisausschreiben.
Der Eintritt zum Kindertag ist frei!
Download Kindertagsprogramm

Adolphe Victor Geoffroy-Dechaume Gesichtsabformung des Louis Steinheil (1814–1885), Musée des Monuments Français - Cité de l´Architecture et du Patrimoine
Foto: Patrice Schmidt

„Maskenwesen entdecken“ mit Heidi Schrickel
Workshop für Kinder zwischen 8 und 11 Jahren
6. bis 9. April (Osterferien), jeweils 10 bis 14 Uhr

Es werden sich verschiedene Maskenwesen entfalten - welches wohnt in dir...?
Jeder baut mit Ton verschiedene Masken, z. B. ein Krokodil oder einen Löwen, vielleicht aber auch eine Prinzessin oder einen Ritter. Die Tonmasken werden mit speziellem Maskenpapier beklebt, so dass stabile Papiermasken für das Gesicht entstehen. Die Masken können auch als Schmuck an der Wand verwendet werden. Durch das Anmalen der Papiermasken verwandeln sie sich in geheimnisvolle Wesen. Bequeme Malkleidung, Malschuhe und ein altes Handtuch mitbringen. Für die gemeinsamen Pausen bitte Verpflegung einpacken.
Am Donnerstag, den 9. April werden die Arbeiten in einer Abschlussausstellung für Eltern, Geschwister und Freunde präsentiert.







„Zum Wegwerfen zu schade!“ mit Friedel Voltz-Lauer
Maskenbau aus Plastikteilen und Verpackungsmüll für Jugendliche
Sonntag, 3. Mai, 11 bis 17 Uhr

Als Materialien oder Schmuck der Maske gibt es wohl nichts, was auf seine Verwendbarkeit hin nicht schon einmal überprüft worden ist. Die jeweilige Materialnutzung hängt ganz von geographischen Gegebenheiten ab. Hier können durch experimentelles Gestalten Masken aus Abfallprodukten hergestellt werden. Damit eine Vielseitigkeit gewährleistet ist, bitte selbst Material mitbringen.

„Maskenspiel - die Fähigkeit zur Verwandlung“ mit Katharina Sommer
Workshop für Erwachsene
Samstag, 4. und Sonntag, 5. April, 10 bis 17 Uhr

Mit einfachen Mitteln werden aus Papier Masken selbst gestaltet, die wir dann in Bewegung setzen. Die Veränderung der eigenen Person durch die Maske und Tücher, Kostüme und Requisiten hilft uns, in eine andere Person zu schlüpfen. Es entstehen Bilder, Szenen und Atmosphären. 
“Wenn die Wachheit steigt und die Vorstellungen fallen, treten wir unter den Himmel der Gegenwart, schweifend wie Nomaden, ekstatisch wie Derwische, still wie Bäume.” (Peter Sloterdijk)


„Erschaffung neuer Wesen mit Masken“ mit Heidi Schrickel
Workshop für Menschen mit Behinderung
Dienstag, 31. März und Mittwoch, 1. April, 10 bis 15 Uhr

In der Originalität eines jeden Menschen liegt der Schlüssel zur Schaffung geheimnisvoller Wesen. Masken bauen, angelegt aus einem Tonrohling, gefertigt mit traditionellem Maskenpapier, kreativ gestaltet mit Farben, die gemeinsam hergestellt werden.
Bequeme Malkleidung, Malschuhe und ein altes Handtuch mitbringen.



MASKS
Metamorphoses of the Face
from Rodin to Picasso

German version

Exhibition Building Mathildenhöhe
March 8 through June 7, 2009 (extended until June 14)

An international themed exhibition staged in cooperation with Musée d’Orsay, Paris and NY Carlsberg Glyptotek, Copenhagen

Preview and masked ball: Saturday March 7, 2009 from 6.30 p.m.

Because it discloses through disguise and disguises by disclosing, the mask touches the very roots of mankind and life itself. While in the cultures of antiquity it was of major importance as a cult object and a theater requisite since the mid-19th century the mask experienced a remarkable renaissance in Europe: Its »disconcerting strangeness« is experienced as extraordinary enrichment and aesthetic revival. The suggestive power of masks – with its  capacity to reflect the whole individual or even create him anew – inspired numerous artists, sculptors and photographers about 1900.

“A mask tells us more than a face” Oscar Wilde

For the first time ever the comprehensive themed exhibition “Masks. Metamorphoses of the Face from Rodin to Picasso“ places the focus squarely on masks as the subject and motif of art. In the historical exhibition building on the Mathildenhöhe significant loans from throughout Europe – first and foremost masterpieces by Arnold Böcklin, Jean Carriès, Jean Cocteau, Paul Gauguin, Emil Nolde and Auguste Rodin – together with numerous new discoveries will document the heyday of mask art between 1860 and 1930, while also looking back as far as antiquity.

The international themed exhibition staged in cooperation with Musée d’Orsay, Paris and NY Carlsberg Glyptotek, Copenhagen shows two hundred exhibits from all categories of art. Therefore it creates not only a gallery of real portrait pictures but also imaginary faces which reveals the radical nature of the subject as well as formal and material experiments in the late 19th and early 20th century. Major film presentation of these years completes the fascinating panorama of mask art.

Catalog and Audio Book

The exhibition will be accompanied by a richly illustrated book, edited by Ralf Beil and featuring essays by Geneviève Lacambre, Antoinette Le Normand-Romain, Édouard Papet, Jean-Luc Nancy, Teresa Nielsen, Philippe Thiébaut, Renate Ulmer and others. The publisher is Hatje Cantz Verlag. Hard cover, 256 p., ca. 280 colored illustrations, 22 x 28 cm, € 35 in the exhibition, €39.80 in bookstores.
Hatje Cantz Verlag and Mathildenhöhe Darmstadt have also produced an audio book on the Masks exhibition in German and English in the series “Art to Hear“. Hard cover with CD, 48 p., ca. 40 colored illustrations, 22 x 22 cm, € 16.80.

Further stations of the exhibition:
Ny Carlsberg Glyptothek Kopenhagen
6. August bis 25. Oktober 2009

Press review:
Art daily on "Masks"
Article dans La Tribune de l'art sur "Masques"

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Exhibition Poster with:
Arnold Böcklin, Bouclier avec le visage de Méduse, um 1887, Paris, Musée d´Orsay
Paul Gauguin, Tehura, 1891-93, Paris, Musée d´Orsay, Foto: RMN Emil Nolde, Maskenstillleben, 1911, Öl auf Leinwand, 64,5 x 78,5 cm, Seebüll, Nolde Stiftung Unbekannter Künstler, Jeune femme la poitrine découverte, um 1870, Paris, Musée d´Orsay

Russland 1900
Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren

12. Oktober 2008 bis 1. Februar 2009
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 11. Oktober 2008, 18.30 Uhr

English version

Die kulturhistorische Übersichtsschau „Russland 1900. Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren“ mit zahlreichen Meisterwerken aus den Bereichen Kunst und Kunsthandwerk, Architektur, Möbeldesign, Bühnenkunst, Film und Fotografie ist das Ausstellungsereignis zur Jahreswende 2008/2009 auf der Mathildenhöhe Darmstadt.

Symbolismus, nationaler Romantizismus und Neo-Primitivismus – die russische Kunst an der Schwelle zum 20. Jahrhundert präsentiert sich in den verschiedensten Facetten. Geprägt wird die russische Kultur jener Zeit durch das Spannungsverhältnis zwischen der Öffnung und Orientierung auf die westeuropäische Moderne und der panslawistisch grundierten Suche nach einem spezifisch „russischen Stil“, der die eigenen kulturellen Wurzeln betont: Dessen äußere Kennzeichen sind das Folkloristische, Märchenhafte und Farbenfrohe. Keiner verkörpert diese Gegensätze in der russischen Kunst und Kultur um 1900 so wie der frühe Kandinsky mit seiner leuchtenden Temperamalerei.
Ein weiterer Schwerpunkt der Schau im historischen Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe, unweit der von Zar Nikolaus Il. erbauten und 1898 eingeweihten russischen Kapelle, ist das Phänomen des Jugendstils in Russland. Bislang sind Malerei, Grafik, Architektur, Kunsthandwerk und Design dieser Stilrichtung noch nie in diesem Umfang gezeigt worden. Das große Finale der Schau fokussiert dann die Avantgarde der Bühnen- und Plakatkunst, die internationale Fanale in einer Zeit radikaler Umbrüche setzt.

Die Ausstellung versammelt nicht nur exquisite Kunstwerke aus den bedeutendsten Museen Russlands und Westeuropas, sie vermittelt auch wesentliche Einblicke in die Programme und Realitäten der damaligen russischen Künstlervereinigungen. Historische Filmsequenzen und Fotodokumente führen umweglos in das Russland des letzten Zaren mit seinen politischen, wirtschaftlichen und dynastischen Spannungen. So entsteht ein einzigartiges Panorama russischer Kunst und Kultur um 1900.

Das reich illustrierte Katalogbuch zur Ausstellung „Russland 1900. Kunst und Kultur im Reich des letzten Zaren“ erscheint im DuMont Literatur und Kunst Verlag Köln, herausgegeben von Ralf Beil, Institut Mathildenhöhe Darmstadt, mit Essays von Martin Aust, Ralf Beil, Rosalind P. Blakesley, Eckhart G. Franz, Felix Philipp Ingold, Inge Lorenz/Renate Ulmer, Marc Mühlbach, Eleonora Paston, Ada Raev, Ilma Rakusa, Karl Schlögel, Wladimir Sedow, Olga Strugowa und Elena Tschernewitsch, Einzelwerkkommentaren von Elina Knorpp sowie Zeitdokumenten und Quellentexten von Andrei Bely, Sergei Diaghilew, Großherzog Ernst Ludwig, Paul Lindenberg, Zar Nikolaus II., Valentin Serow und Leo Tolstoi; 28 x 22 cm; 416 Seiten; 350 Abbildungen; gebunden; € 45 in der Ausstellung, € 49,90 im Buchhandel.

Mit partnerschaftlicher Unterstützung von HSE – HEAG Südhessische Energie AG, sowie der Hessischen Kulturstiftung für den Katalog.

zum Rahmenprogramm

zur "Russland 1900"-Fotogalerie

zur Übersicht Archiv

Konstantin Somow, Buchumschlag für Konstantin Balmonts "Feuervogel", 1907, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau Aristarch W. Lentulow, Die Basilius Kathedrale, 1913, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau Léon Bakst, Kostümentwurf für eine Nymphe, 1911, Musée d'Art moderne et contemporain de Strasbourg Kasimir S. Malewitsch, Lubok, um 1914, Staatliches Museum für Theater und Musik, Moskau

Russia 1900
Art and culture in the Empire of the Last Tsar

October 12, 2008 to February 1, 2009
Exhibition Building Mathildenhöhe Darmstadt

Opening: Saturday, Oktober 11, 2008, 6.30 pm

The comprehensive cultural and historical review entitled “Russia 1900. Art and Culture in the Empire of the last Tsar” with numerous masterpieces from the realms of painting, sculpture, arts and crafts, architecture, furniture, stage design, film and photography is the exhibition event marking the end of 2008 and the beginning of 2009 on Darmstadt’s Mathildenhöhe.

This exhibition allows us to experience one of the most exciting chapters of cultural history at the turn of the century: Russia of the last Tsar, an empire in full cultural flower, vast in extent, dynamic in economic power, yet dedicated to decline. The great cultural and historical arch of this international exhibition spans the period from the crowning of the Tsar in 1896 to the October Revolution of 1917, with treasures on loan from St. Petersburg, Moscow, London, Berlin, Strasbourg and Paris. Famous works but unexpected ones too, from Repin, Vrubel and Kandinsky to Tatlin and Malevich, tell the story of a period as spectacular as it was dramatic. In the reign of Nicholas II., cultural life is permeated in a unique way by suspenseful movements of renewal: the artistic spectrum ranges from the stressing of cultural roots in the neo-Russian style, through Western-infl uenced Art Nouveau to the international avant-garde of stage design that sets pictorial beacons alight in a time of radical upheaval.
The unrepeatable panorama on Darmstadt‘s Mathildenhöhe reveals close dynastic ties between the Grand Duchy of Hessen and the Russian ruling family. The Russian church on Mathildenhöhe is in this respect both historic testimony and an artistic jewel of inestimable quality.

The lavishly illustrated catalogue, edited by Ralf Beil in the DuMont Literatur und Kunst Verlag, provides background essays together with source texts from Sergei Diaghilev, Nicholas II. and Leo Tolstoy, so deepening our knowledge of the exhibition themes. Further the programme contains many related events – from readings and lectures to musical offerings, theatre performances and even Russian banya nights in Darmstadt’s Art Nouveau bath.

Exhibition Programme

overview archive

Konstantin Somow, Buchumschlag für Konstantin Balmonts "Feuervogel", 1907, Staatliche Tretjakow-Galerie, MoskauAristarch W. Lentulow, Die Basiliuskathedrale, 1913, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau  

RUSSLAND 1900
Das Rahmenprogramm

Russen in Darmstadt
Donnerstag, 23.10.2008, 19.30 Uhr
Vortrag von Dr. Peter Engels, Stadtarchiv Darmstadt, über die deutsch-russischen Beziehungen in Darmstadt seit dem frühen 19. Jahrhundert
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Russische Nacht
Samstag, 25.10.2008,
Samstag, 29.11.2008,
Samstag, 27.12.2008,
Samstag, 31.01.2009, jeweils 22 Uhr bis 2 Uhr

Abendbuffet, Mitternachtssauna und Nachtbaden im historischen Ambiente des Jugendstilbads Darmstadt
Jugendstilbad Darmstadt

Das Land der Russen mit der Seele suchend
Sonntag, 9.11.2008, 11 Uhr
Neue Darmstädter Gespräche unter anderem mit Marina Koreneva, Gastgeber Alexander U. Martens
Staatstheater Darmstadt, Foyer Großes Haus

Wladimir Kaminer liest
Freitag, 14.11.2008, 20 Uhr
Der in Berlin lebende russische Autor liest aus seinen Werken
Centralstation Darmstadt

Russendisko
Freitag, 14.11.2008, 22 Uhr
Mit Wladimir Kaminer und Yuriy Gurzhy an den Plattentellern
Centralstation Darmstadt

"Lebendig musst du sein, nichts weiter...!"
hr2-Lesematinée

Sonntag, 16.11.2008, 11 Uhr
Russland um 1900 in Poesie und Prosa, mit Texten u.a. von Maxim Gorki, Anna Achmatowa, Anton Tschechow, Leo Tolstoi, uvm. Es liest Helge Heynold, hr2-kultur, die musikalischen Akzente setzt Vassily Dück auf dem Bajan
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

"Marianne und der russische Bär" Die Darstellung Russlands in der französischen Fiktion um 1900
Donnerstag, 27.11.2008, 19.30 Uhr
Vortrag von Dr. Charlotte Krauss, Université Marc Bloch, Straßburg. In Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kreis Darmstadt (DFKD)
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Anton Tschechow "Onkel Wanja"
Samstag, 20.12.2008, 19.30 Uhr
Dienstag, 6.1.2009, 19.30 Uhr
Sonntag, 18.1.2009, 18 Uhr

Ein programmatischer Klassiker auf dem Spielplan des Schauspiels
Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus

3. Sinfoniekonzert
Sonntag, 21.12.2008, 11 Uhr
Montag, 22.12.2008, 20 Uhr

Alexander Skrjabin Klaviersonate Nr. 5 in Fis-Dur op. 53;
Alexander Skrjabin Promethée, „Le Poème du
feu“, op. 60 für Klavier, Chor, Farbenklavier und Orchester;
Igor Strawinsky „Le Sacre du Printemps“.
Klavier Cécile Licad, Chor des Staatstheaters Darmstadt, Musikalische Leitung Stefan Blunier

Staatstheater Darmstadt, Großes Haus

Miroslaw Bujko "Der Goldene Zug"
Donnerstag, 22.1.2009, 19.30 Uhr
Lesung aus dem Roman des polnischen Autors über die Jagd nach dem Goldschatz des letzten Zaren zur Zeit der russischen Revolution 1917. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

"Einstein meets Datscha"
Freitag, 23.1.2009, 22 Uhr
Russische Party mit Klang- und Videoinstallationen des Datscha Projekts, Hamburg
Centralstation Darmstadt

Glockenläuten der russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe
Oktober (13. 18.)
November (1. 4. 15. 29.)
Dezember (3. 6. 20.)
Januar (3. 17. 31.)
jeweils um 17 Uhr

Russische Märchen
Jeden Samstag im Januar, jeweils 11 bis 12 Uhr
Vorlese- und Bastelstunde in der Stadtbibliothek
Eintritt frei
Stadtbibliothek Darmstadt

Vergolderkurs
Samstag, 22.11.2008
Samstag, 17.1.2009
jeweils 9 bis 18 Uhr
Die Kunst des Vergoldens am Beispiel der russischen Kapelle. Praktische Arbeiten mit Vergoldermeisterin Renate Hoffmann
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Darmstädter Prinzessinnen und russische Zaren
Sonntag, 19.10., 9.11., 21.12., 18.1.2009, jeweils 11.30 Uhr
Führungen durch das Schlossmuseum Darmstadt
Schlossmuseum Darmstadt

Russisches Menü
Durchgehend im Restaurant auf der Mathildenhöhe
3-Gänge (inklusive Aperitif) für 17 Euro
Restaurant Alacarte, Mathildenhöhe Darmstadt

Musikalische Finissage
Sonntag, 1.2.2009, 18 Uhr
Stipendiaten und Preisträger der Da Ponte-Stiftung spielen Werke von Skrjabin, Rachmaninow und Strawinsky
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

zur Übersicht Archiv

Schlitten, 19. Jh, Russisches Ethnografisches Museum, St. Petersburg P. Kamenski,
Russin in der Tracht der Provinz Archangelsk, 1912, Russisches Ethnografisches Museum, St. Petersburg
L. N. Benois, Fassadenentwurf der Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe Darmstadt, 1897, Staatliches Schtschussew-Architekturmuseum, Moskau Iwanow, Sergei W. 
„Der 18. Oktober 1905“, 1905, Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau
Kalmanson, M., Kinoplakat für den Film „Abgrund“, 1917, Russische Nationalbibliothek, St. Petersburg F. Schechtel, Stoffmuster für die Villa Deroschinskaja, 1903, Staatliches Schtschussew-Architekturmuseum, Moskau K. Malewitsch, Kostümentwurf für den Dickwanst in der Oper „Sieg über die Sonne“, 1913, Staatliches Museum für Theater und Musik, St. Petersburg

Peter Behrens
Das Wertheim-Speisezimmer

28. März 2008 bis 26. Oktober 2008
Museum Künstlerkolonie

Vernissage: Freitag, 28. März 2008, 18.30 Uhr

Das Institut Mathildenhöhe zeigt ab 28. März 2008 das nach historischen Vorlagen rekonstruierte „Wertheim-Speisezimmer“ von Peter Behrens.

Über 100 Jahre nach seiner ursprünglichen Präsentation werden hierfür die originalen Einrichtungsgegenstände des Zimmers im Museum Künstlerkolonie zusammengeführt, nicht mehr auffindbare Objekte nach historischen Vorbild neu angefertigt und um eine originalgetreue Wandgestaltung mit ihren materiellen und koloristischen Komponenten ergänzt. Die Präsentation versteht sich als Auftakt einer Erneuerung der Sammlungspräsentation im Museum Künstlerkolonie.

Das als Wertheim-Speisezimmer bekannt gewordene Raumkunstwerk wurde ursprünglich 1902 auf der „Ausstellung Moderner Wohnungs-Kunst“ im Berliner Warenhaus Wertheim gezeigt, bei der erstmalig moderne Wohnräume in das Verkaufsangebot eines Warenhauses aufgenommen wurden. Bereits bei der damaligen Präsentation imponierte das Behrens-Ensemble mit den Worten eines zeitgenössischen Kritikers durch die „großzügige Disposition der farbigen Kontraste, durch die einfache Gediegenheit der Möbel und den festlichen Glanz der gedeckten Tafel“ (Karl Scheffler).

Im Zusammenspiel der verschiedenen Einzelkunstwerke – der Möbelgarnitur, dem Speiseservice und Tafelbesteck bis hin zu Kronleuchter, Teppich und Wandfries – vermittelt sich dem Besucher ein vom Künstler intendierter Raumeindruck perfekter Einheitlichkeit und Geschlossenheit. Dieser detaillierte Period Room zeigt Peter Behrens als stilprägenden Universalkünstler seiner Zeit.

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre mit einem Text von Renate Ulmer.

Rahmenprogramm

Donnerstag, 17. April 2008, 18.30 Uhr
Die Unbefangenheit des Malerarchitekten. Peter Behrens Weg vom Kunsthandwerk zum Städtebau
Dr. Renate Ulmer, Leiterin Museum Künstlerkolonie

Donnerstag, 10. April, 8. und 29. Mai, 7. August, 23. Oktober um jeweils 16 Uhr
Sonderführung "Peter Behrens und das Wertheim-Speisezimmer" mit Annette Windisch M.A.

Jeden 1. Sonntag im Monat um 13 Uhr
Führung durch das Museum Künstlerkolonie inklusive Wertheim-Speisezimmer

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Peter Behrens, Das rekonstruierte Wertheim-Speisezimmer im Museum Künstlerkolonie Peter Behrens, Porzellan aus dem Wertheim-Speisezimmer, 1901/1902 Peter Behrens, Stuhl aus dem Wertheim-Speisezimmer, 1902 Abbildungen:
VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Farbe – Struktur – Oberfläche
Caparol-Architekturpreis
2008

6. Juni bis 12. Oktober 2008
Museum Künstlerkolonie

Einen Einblick in die zeitgenössische Baukultur unserer Gesellschaft bietet die Präsentation der Nominierungen und Gewinner des Caparol-Architekturpreises 2008 Farbe – Struktur – Oberfläche in den Bildhauerateliers des Museum Künstlerkolonie.
Der Wettbewerb prämiert herausragende architektonische Projekte, die im Sinne des Gestaltens und Bauens mit Farben, Strukturen und Oberflächen realisiert wurden und sich dabei durch außergewöhnliche Farbund Materialkonzepte hervorgehoben haben. An der großen Bandbreite der nominierten Projekte – von kleinen Interventionen im Innenraum bis hin zu monumentalen Großprojekten – lässt sich ein konstruktiver Dialog über aktuelle Tendenzen in der Architektur entwickeln.
Der Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Caparol-Firmengruppe verliehen und bietet Architekten aus dem In- und Ausland eine Plattform für die Präsentation ihrer herausragenden Projekte. Ein unabhängiges Nominierungsverfahren durch namhafte Architekten sichert die fachkompetente und umfassende Darstellung des gegenwärtigen Architekturgeschehens, aus dem eine siebenköpfige Jury, der renommierte Architekten sowie Vertreter der Fachpresse und Industrie angehören, in einem zweiten Schritt insgesamt drei Preisträger auswählt.
Die Ausstellung im Museum Künstlerkolonie macht neben den Preisträgern auch alle Nominierungen des diesjährigen Wettbewerbes für die Öffentlichkeit zugänglich.

Zur Ausstellung erscheint eine reich illustrierte Publikation mit sämtlichen nominierten Projekten.

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Spielbank Bad Kissingen, Architekturbüro Brückner & Brückner, Tischenreuth
Foto: Constantin Mayer

Andreas Gursky. Architektur

11. Mai bis 7. September 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 10. Mai 2008, 18.30 Uhr

English version

Eine Ausstellung des Jubiläumsprogramms 100 Jahre Stadtkrone Darmstadt.

Die Mathildenhöhe Darmstadt präsentiert den weltberühmten Fotografen und Wilhelm-Loth-Preisträger von 2003 Andreas Gursky. Die Einzelausstellung, die ab 11. Mai im Ausstellungsgebäude zu erleben ist, versammelt eine konzentrierte Auswahl seiner großformatigen Fototableaus mit besonderem Fokus auf Architektur, einem der zentralen Themenkomplexe im Schaffen von Andreas Gursky. Der 1955 in Leipzig geborene und in Düsseldorf lebende Künstler gehört mit seinen aufwendig erstellten, unverkennbaren Werken zu den weltweit wichtigsten zeitgenössischen Fotografen.

Die Werkschau auf der Mathildenhöhe zeigt die Tiefe und Weite von Gurskys Architekturbegriffs mit Blick auf Tektur und Textur des Gebauten im Außen- und Innenraum anhand von Arbeiten des Fotografen von 1988 bis heute. Erstmalig werden diese explizit unter dem Gesichtspunkt der Architektur präsentiert. Eine Kathedrale der Energieerzeugung trifft hier auf Tempeltektonik, Freizeitarchitektur auf die informelle Architektur der Slums oder die nächtliche Lichttextur einer Megalopolis, um nur einige der emblematischen Bildfindungen von Andreas Gursky zu nennen: „Ich arbeite an einer Enzyklopädie des Lebens.“ (Andreas Gursky)

Das Katalogbuch zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag, herausgegeben von Ralf Beil und Sonja Feßel, mit Essays von Ralf Beil, Gernot Böhme und Francesca Ferguson und enthält erstmals Bildkommentare zu jedem ausgestellten Werk von Aleida Assmann, Jan Assmann, Dieter Bartetzko, Gernot Böhme, Elisabeth Bronfen, Sonja Feßel, Alfred Nordmann, Wolfgang Pehnt, Hans Rudolf Reust, Mirjam Schaub, Rudolf Schmitz, Monika Schmitz-Emans, Peter Schneemann, Reinhard Spieler und Thomas Zaunschirm, 24,5 x 30 cm, 112 S., ca. 75 farbige Abb., € 39,80.-

Mit großzügiger Unterstützung der Sparkasse Darmstadt sowie der Sparkassen-Kulturstiftung  Hessen-Thüringen.

zum Rahmenprogramm

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Sao Paolo Sé, 2002 Bochum Uni, 1988Cheops, 2005 Copan, 2002 Alle Werke: Andreas Gursky/VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Courtesy: Monika Sprüth/Philomene Magers, Köln München London

Andreas Gursky. Architecture

May 11th to September 7th, 2008
Institut Mathildenhöhe

Opening May 10th, 2008 at 6:30PM

An exhibition of the jubilee year program “Stadtkrone Darmstadt - 100 years”.

Architecture as the essential domain of man, captured by one of the most renowned contemporary artists—this is the main theme of Andreas Gursky’s solo exhibition at the Mathildenhöhe Darmstadt. Whether a solitary structure or an intricate urban complex: architecture constitutes an essential part of the cultural identity of every society. Thus it appears almost imperative that Andreas Gursky, in his images of our present day, focuses again and again - not to call it a preference - on the architectural.
The show of the world renowned photographer and recipient of the Wilhelm Loth Prize in 2003 at the Mathildenhöhe plumbs for the first time the entire depth and breadth of his notion of architecture with a view toward the tectonics and texture of the built structure from outside and inside: here a high-tech cathedral for neutrino research encounters the archaic tectonics of the temple, a representational space of political power meets the informal architecture of the slums, or the textured light of a megalopolis at night - these are but a few of Andreas Gursky’s emblematic pictorial findings.

The catalogue is edited by Ralf Beil and Sonja Feßel and published by Hatje Cantz Verlag. For the first time in a monograph it brings together selected photographs by the Düsseldorf based artist from 1988 through today under the heading: architecture. Alongside seminal essays by Ralf Beil, Gernot Böhme and Francesca Ferguson, the catalogue features extensive commentaries on each of the exhibited works from Aleida Assmann, Jan Assmann, Dieter Bartetzko, Gernot Böhme, Elisabeth Bronfen, Francesca Ferguson, Sonja Feßel, Alfred Nordmann, Wolfgang Pehnt, Hans Rudolf Reust, Mirjam Schaub, Rudolf Schmitz, Monika Schmitz-Emans, Peter J. Schneemann, Reinhard Spieler and Thomas Zaunschirm. Hardcover, Ger. and Eng. edition, 24,5 x 30 cm, 112 pages, 90 full color images, approx. € 39.80.

Exhibition Programme

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Sao Paolo Sé, 2002 Bochum Uni, 1988Cheops, 2005 Copan, 2002 Alle Werke: Andreas Gursky/VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Courtesy: Monika Sprüth/Philomene Magers, Köln München London

Heribert C. Ottersbach. Erziehung zur Abstraktion
Wilhelm-Loth-Preisträger 2007

11. Mai bis 7. September 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 10. Mai 2008, 18.30 Uhr

English version

Die Mathildenhöhe Darmstadt präsentiert ab 11. Mai Werke des international renommierten Malers und aktuellen Wilhelm-Loth-Preisträgers Heribert C. Ottersbach. Im Kontext des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Stadtkrone Darmstadt“ versammelt die Einzelausstellung Erziehung zur Abstraktion bedeutende Architekturbilder des Kölner Künstlers (*1960).  

Heribert C. Ottersbach versucht in seiner künstlerischen Arbeit nichts weniger als eine Neubewertung der Moderne. Aus vorgefundenen Materialien und eigenen zeichnerischen Entwürfen entwickelt der Maler seine Bildideen – darunter auch eine Vielzahl von architektonischen Sujets, für ihn „abstrakte, geometrische Figurationen einer durch ‚die Erziehung’ disziplinierten Gesellschaft“ (Heribert C. Ottersbach).

Ottersbachs Architekturdarstellungen tragen nicht selten ironisch-sarkastische Titel wie Aufbruch ins Gelobte Land oder Erziehungsmaschine. Ein deutlicher Verweis auf seine kritische Grundhaltung gegenüber der Moderne und ihren Manifestationen, deren Utopiegehalt wie Sinnverlust der Künstler in seinen Arbeiten in distanziert prüfender Bildsprache auslotet.

Zur Ausstellung erscheint ein zweisprachiges Katalogbuch (dt./engl.) im Hatje Cantz Verlag, herausgegeben von Ralf Beil, mit Essays von Ralf Beil, Kai-Uwe Hemken, Carola Kemme und Heribert C. Ottersbach sowie philosophisch-literarischen Texten von Michel Foucault, Friedrich Nietzsche und Fernando Pessoa, 24 x 30 cm, 192 S., ca. 100 farbige Abb., ca. € 39.80.- 

Mit großzügiger Unterstützung der Sparkasse Darmstadt sowie der Sparkassen-Kulturstiftung  Hessen-Thüringen.

zum Rahmenprogramm

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Erziehung (Die Eltern), 2004 Erziehung zur Abstraktion, 2005 Culatra, 2005 Torquato Tasso, 2003 Alle Werke: Heribert C. Ottersbach/VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Heribert C. Ottersbach. Formation to Abstraction

May 11th to September 7th, 2008
Institut Mathildenhöhe

Opening May 10th, 2008 at 6:30PM

An exhibition of the jubilee year program “Stadtkrone Darmstadt - 100 years”.

The Story of Architecture of the 20th Century by Jürgen Tietz begins with these telling words: "An essential part of our lives is defined by the architecture that surrounds us day after day." Not least, therefore, are Heribert C. Ottersbach’s architectural images also always images about ourselves.
The solo exhibition of the internationally renown painter and recipient of the Wilhelm Loth prize in 2007 will be on view at the Mathildenhöhe Darmstadt as part of the jubilee year of the Stadtkrone Darmstadt—completed exactly 100 years ago as an architectural ensemble of the wedding tower and exhibition building. It brings together a comprehensive collection of Heribert C. Ottersbach’s portrayals of architecture that trace both the utopian content and the (loss of) meaning of modernist buildings and their human consequences. Formation to Abstraction, Heribert C. Ottersbach’s more than pertinent exhibition title, signifies here the largely automatic formation of man through architecture, which, through an unconditional commitment to functionality, can also lead at times to a fatal abstracting of human values.

The catalogue, edited by Ralf Beil and published by Hatje Cantz Verlag, brings together essays by Ralf Beil, Carola Kemme and Kai-Uwe Hemken as well as an artist’s text by Heribert C. Ottersbach with original philosophical and literary texts by Fernando Pessoa, Friedrich Nietzsche and Michel Foucault. From the exemplary poet of modern placelessness with an almost paradoxical sense for spaces, to the philosopher of power and facades of flesh and stone, as well as the contemplator of heterotopias from the hospital to the prison—all of these perspectives ground Ottersbach’s fundamental reflection on modernism and its architecture. Hardcover, bilingual (Ger./Engl.), 24 x 30 cm, 176 pages, 137 color images, € 35,- at the exhibition, € 39,80 in bookstores.

Exhibition Programme

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Erziehung (Die Eltern), 2004 Erziehung zur Abstraktion, 2005 Culatra, 2005 Torquato Tasso, 2003 Alle Werke: Heribert C. Ottersbach/VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Das Rahmenprogramm
Andreas Gursky / Heribert C. Ottersbach

Begleitet werden die Ausstellungen "Andreas Gursky. Architektur" und "Heribert C. Ottersbach. Erziehung zur Abstraktion" von einem umfassenden Rahmenprogramm, das seinen Fokus in besonderer Weise auf Geschichte und Gegenwart von Architektur richtet:

Dienstag, 13. Mai 2008, 15-17 Uhr
Workshop für Lehrerinnen und Lehrer
Anmeldung: mathildenhoehe@darmstadt.de
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Dienstag, 17. bis Mittwoch 18. Juni 2008
Zuhause in der Stadt
Herausforderungen, Potenziale, Strategien

Die von der Schader-Stiftung in Kooperation mit den wohnungswirtschaftlichen Verbänden, den Verbänden der Planer und Architekten, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Mieterbund ausgerichtete bundesweite Konferenz erörtert und reflektiert Strategien, Instrumente sowie konkrete Handlungsansätze zur Stärkung und Weiterentwicklung der Städte als attraktive Wohn- und Lebensräume.
Information und Anmeldung: www.schader-stiftung.de

Dienstag, 5. bis Sonntag, 10. August 2008
Familienwoche auf der Mathildenhöhe
Eine ganze Woche ermäßigter Eintritt für Eltern und Kinder
Museum Künstlerkolonie und Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Sonntag, 10. August 2008, 15 bis 18 Uhr
Bau dir deine Welt
Kindertag auf der Mathildenhöhe
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Donnerstag, 14. August 2008, 19.30 Uhr
Künstlergespräch und Lesung
Von und mit Heribert C. Ottersbach; Moderation: Ralf Beil
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Am Donnerstag, 14. August 2008, empfängt die Mathildenhöhe Darmstadt ab 19.30 Uhr den international renommierten Maler Heribert C. Ottersbach im historischen Ausstellungsgebäude. Anlässlich der großen Einzelausstellung HERIBERT C. OTTERSBACH. Erziehung zur Abstraktion liest der Kölner Künstler (*1960) aus seiner literarischen Camouflage Blaustein, die unter den Schriften des aktuellen Wilhelm-Loth-Preisträgers bisher ein absolutes Novum darstellt. Im Anschluss an die Lesung spricht Heribert C. Ottersbach mit Dr. Ralf Beil, Direktor des Instituts Mathildenhöhe, über sein künstlerisches Werk und steht dem interessierten Publikum für Fragen zur Verfügung.

Samstag, 16. August 2008, ab 20 Uhr
Jacques Tati - Playtime
Open-Air Architektur-Filmnacht

Im Vorprogramm: Kurzführungen durch die Ausstellungen
Ausstellungsgebäude und Sandterrain Mathildenhöhe

Am Samstag, 16. August 2008, veranstaltet das Institut Mathildenhöhe ab 19 Uhr eine Open-Air Filmnacht am Fuße des Ausstellungsgebäudes. Im Rahmen der Ausstellungen HERIBERT C. OTTERSBACH. Erziehung zur Abstraktion und ANDREAS GURSKY. Architektur können die Besucher dabei unter freiem Himmel die Komödie „Playtime“ von Jacques Tati genießen. Der  Filmklassiker aus dem Jahre 1967 ist der aufwändigste Film des französischen Regisseurs, der sein Alter Ego Monsieur Hulot durch das Labyrinth einer modernen Großstadt führt. Neben einer einzigartigen Choreografie von Charakteren und architektonischen Elementen besticht der Film vor allem durch die unzähligen visuellen und akustischen Ideen, die Jaques Tati einen bedeutenden Platz in der Filmgeschichte sicherten.

Im Vorprogramm bietet das Institut Mathildenhöhe ab 19 Uhr Kurzführungen durch die aktuellen Ausstellungen zu Andreas Gursky und Heribert C. Ottersbach. Filmbeginn ist um 21 Uhr – bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung ins Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe verlegt.

Donnerstag, 4. September 2008, 19.30 Uhr
Architektur und Gesellschaft
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Am 4. September lädt das Institut Mathildenhöhe zu einer Podiumsdiskussion ins historische Ausstellungsgebäude. Mit Tim Hupe (Hamburg), Jan Kleihues (Berlin) und Johann Eisele (Darmstadt) werden drei der namhaftesten Deutschen Architekten unter Moderation von Ulrike Schneiberg (Hessischer Rundfunk) über die Bedeutung von Architektur als essentiellen Lebensraum des Menschen diskutieren.

Wir alle leben und arbeiten in „umbautem Raum“. Aber wer setzt sich schon ernsthaft mit architektonischen Fragen auseinander? Wir nehmen meist mit dem vorlieb, was es schon gibt: die Häuser, in denen wir wohnen, die Büros, in denen wir arbeiten oder auch die Einkaufszentren oder öffentlichen Gebäude, in denen wir Waren, Kultur- oder auch Sportereignisse konsumieren. „Architektur für jedermann“ - das berühmte langweilige Reihenhaus beispielsweise - geht das nicht besser? Und: wie und wodurch können öffentliche Bauten mehr „Charisma“ und Flair bekommen?

Darüber und über andere spannende Aspekte dieses Themas diskutierten bei der öffentlichen Veranstaltung auf der Mathildenhöhe der Darmstädter Architektur-Professor Johann Eisele, der Berliner Star-Architekt Jan Kleihues und der in Hamburg lebende Architekt Tim Hupe, der sich einen Namen mit der Münchner Allianz-Arena gemacht hat und die Ausstellungsräume der letzten Kasseler Documenta konzipierte.

Moderation: Ulrike Schneiberg (Hessischer Rundfunk)

Die Veranstaltung wird mitgeschnitten und auf hr2 gesendet.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Darmstädter Architektursommers.

Sonntag, 7. September 2008, 16 bis 18 Uhr
Musikalische Finissage
mit dem Konzertchor Darmstadt unter Leitung von Wolfgang Seeliger.
Wasserreservoir und Ausstellungsgebäude

Zum Ende der Ausstellungen „Andreas Gursky. Architektur“ und „Heribert C. Ottersbach. Erziehung zur Abstraktion“ wird es noch einmal musikalisch auf der Mathildenhöhe: Der Konzertchor Darmstadt unter Leitung von Wolfgang Seeliger bespielt das historischen Ausstellungsgebäude und die magischen Hallen des Wasserreservoirs mit Liedern von Mahler und Kagel, sowie eine Uraufführung von Engelmanns "Eros".

Das Programm im Einzelnen:
a) Gustav Mahler "Ich bin der Welt abhanden gekommen" aus sieben Liedern auf Texten von Friedrich Rückert für 16-stimmigen Chor bearbeitet von Glytus Gottwald
b) Mauricio Kagel, 3 Stücke aus dem "Chorbuch"
c) Hans Ulrich Engelmann, Uraufführung, "Eros" für 12-stimmigen gemischten Chor auf Worte des Sophokles (Antigone)

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Andreas Gursky, Cheops, 2005
© Andreas Gursky/VG Bild-Kunst, Bonn, 2008
Courtesy: Monika Sprüth/Philomene Magers, Köln München London
Heribert C. Ottersbach, Torquato Tasso, 2003
© Heribert C. Ottersbach/VG Bild-Kunst, Bonn 2008

Karlheinz Stockhausen
Stimmung für 6 Vokalisten

23. Mai bis 7. September 2008
Klangarchitektur im Wasserreservoir Mathildenhöhe

Im Rahmen des Jubiläumsprogramms 100 Jahre Stadtkrone Darmstadt – Ein Jahr im Zeichen der Architektur zeigt die Mathildenhöhe Darmstadt ab dem 23. Mai 2008 eine einzigartige Klanginstallation im historischen Wasserreservoir. Karlheinz Stockhausen, ein Meister der Klangarchitektur, wird im magischen Raum des Wasserreservoirs hörbar gemacht – in einer Hommage an den im Dezember letzten Jahres verstorbenen Komponisten (1928-2007) und die Internationalen Ferienkurse für neue Musik, die dieses Jahr zum siebten und letzten Mal von Solf Schäfer geleitet werden. Stimmung thematisiert auf exemplarische Weise klangräumliche Vorstellungen in einer kompositorischen Umsetzung der uralten Technik des Obertonsingens, in der aus serieller Organisation ein archaisch-ritueller Gesang von geheimnisvollmystischer Sinnlichkeit entsteht.

Das ebenso private wie zentrale Vokalwerk Karlheinz Stockhausens, uraufgeführt vor genau 40 Jahren, 1970 allein 72mal bei der Weltausstellung in Osaka zu Gehör gebracht, kommt im Wasserreservoir in einem historischen Konzertmitschnitt des Collegium Vocale aus Köln zur Geltung – jener sechsköpfigen Vokalgruppe, für die das Stück 1968 geschrieben worden war. Aufgenommen im Rahmen der Internationalen Ferienkurse von 1972 in der Städtischen Sporthalle Darmstadt, nähert sich der neue Spielort der Arbeit von Karlheinz Stockhausen atmosphärisch kongenial an.

Stockhausen selbst hat Stimmung als radikal meditative Musik beschrieben:
„Die Zeit ist aufgehoben. Man horcht ins Innere des Klanges, ins Innere des harmonischen Spektrums, ins Innere eines Vokales, ins Innere. Feinste Schwebungen – kaum Ausbrüche – alle Sinne sind wach und ruhig. In der Schönheit des Sinnlichen leuchtet die Schönheit des Ewigen.“

In Zusammenarbeit mit dem internationalen Musikinstitut Darmstadt und den Internationalen Ferienkursen für neue Musik

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Karlheinz Stockhausen auf den internationalen Ferienkursen für Neue Musik, 1972
© Internationales Musikinstitut Darmstadt
Wasserreservoir Mathildenhöhe Darmstadt, Raumansicht
© Institut Mathildenhöhe / Rühl & Bormann
Aufführung von Stimmung durch Karlheinz Stockhausen auf den internationalen Ferienkursen für Neue Musik, 1972
© Internationales Musikinstitut Darmstadt

Joseph Maria Olbrich 1867-1908
Internationales Symposium

11. und 12. Juli 2008
Museum Künstlerkolonie

Am 11. und 12. Juli 2008 findet auf der Mathildenhöhe Darmstadt ein internationales Symposium zum Universalkünstler Joseph Maria Olbrich (1867–1908) statt. Im Jahr seines hundertsten Todestages will die Tagung der wissenschaftlichen Forschung wie dem öffentlichen Interesse neue Wege zu einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit dem schlesisch-österreichischen Meisterarchitekten und seinem vielseitigen Werk eröffnen.
Joseph Maria Olbrich gehört zu den profiliertesten Vertretern der Reformkunst am Beginn der Moderne. Mit grandiosen Bauwerken wie der Wiener Secession oder der Darmstädter Stadtkrone – bestehend aus Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude – schuf er wegweisende Paradebeispiele des secessionistischen Bauens, des deutschen Jugendstils und einer Architektur an der Schwelle zur Moderne. Stets eng verbunden mit der Entwicklung moderner Form- und Lebenswelten erscheint der ernorm produktive, früh verstorbene Künstler als zentrale Gestalt der Kunst um 1900.
Das Symposium soll dazu beitragen, das vielseitige Werk des Künstlerkoloniearchitekten neu zu erschließen und seine wegweisende Rolle in der Kunst und Kultur jener Zeit neu zu beleuchten. Es dient gleichzeitig der wissenschaftlichen Vorbereitung einer umfangreichen Olbrich-Retrospektive, die zur Jahreswende 2009/2010 am Originalschauplatz auf der Mathildenhöhe Darmstadt zu sehen sein wird.
Mit Vorträgen von Werner Durth, Christiane Geelhaar, Siegfried Gronert, Ruth Hanisch, Matthias Schirren, Ulrich Maximilian Schumann, Renate Ulmer, Jindrich Vybiral u. a.

Download Programm deutsch (42kb)

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Joseph Maria Olbrich (1867 – 1908), historische Aufnahme
© Archiv / Institut Mathildenhöhe

Grosses Fest zum Jubiläum von Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude

23. bis 25. Mai 2008
Gesamtes Terrain Mathildenhöhe

Seit der legendären Gründungsära um 1900 ist die Mathildenhöhe immer wieder ein Ort der Feste und feierlichen Anlässe, ein Ort ganzheitlicher Identifikationsstiftung für Menschen weit über Darmstadt hinaus. Dies soll auch am Jubiläumswochenende vom 23. bis zum 25. Mai 2008 so sein. Die Besucher der Mathildenhöhe erwartet ein vielseitiges Programm mit kulinarischen Höhepunkten, musikalischen Darbietungen, Tanz und Festfeuerwerk.

Download Festprogramm (1500kb)

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Hochzeitsturm, Mathildenhöhe Darmstadt
Foto: Rühl & Bormann

Plexiglas
Werkstoff in Architektur und Design

16. September 2007 bis 24. März 2008
Museum Künstlerkolonie

Vernissage: Samstag, 15. September 2007, 18.30 Uhr

English version

Zu den innovativsten Kunststoffentwicklungen des 20. Jahrhunderts gehört Polymethylmethacrylat (PMMA): Ein Material, das wegen seiner vielseitigen Verwendung aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Besser bekannt unter dem Markennamen PLEXIGLAS® wurde der extrem witterungsbeständige Kunststoff 1933 von der Darmstädter Firma Röhm zur Patentreife gebracht. Eine anhaltend hohe Transparenz, Bruchsicherheit sowie die Möglichkeiten in der Formgebung sind es, die PLEXIGLAS® auch als Werkstoff in Architektur und Design attraktiv machen. Als gebogene Frontscheibe für Automobile prägte dieser Kunststoff etwa das Stromliniendesign der 30er Jahre. Wurde das Material während des Zweiten Weltkriegs in großen Mengen für den Flugzeugbau benötigt, so waren Musikautomaten, Leuchtreklamen oder Abdeckhauben für Plattenspieler, so der berühmte „Schneewittchensarg“, erste Anwendungsgebiete für PLEXIGLAS® in den 50er Jahren. Aber auch organisch geformte Ess- und Trinkgeschirre, exzentrische Handtaschen und avantgardistische Möbel künden vom Siegeszug des synthetischen Materials. Im „Space-Design“ der von Technikbegeisterung und Pop-Kultur geprägten 60er Jahre wurden die formalen Möglichkeiten des Materials noch konsequenter ausgeschöpft. 1972 revolutionierte die transparente Dachkonstruktion des Münchner Olympiastadions die Architektur und zeigte Perspektiven für die Verwendung von PLEXIGLAS® im Bauwesen auf. Heute sind die gestalterischen Möglichkeiten, die das ständig weiterentwickelte Material bereithält, vielfältiger denn je und werden von zeitgenössischen Designern entsprechend genutzt. Die Ausstellung, die aus Anlass des 100. Jubiläums der 1907 gegründeten Firma Röhm realisiert wird, zeigt anhand von ausgewählten Beispielen die vielfältige Verwendung von PLEXIGLAS® in Architektur, Design und Alltagskultur von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Das Katalogbuch zur Ausstellung, eine regelrechte Design- Technik- und Kulturgeschichte des Materials PLEXIGLAS® von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, herausgegeben von Ralf Beil, mit Texten von Kai Buchholz, erscheint im Wienand Verlag, Köln. Hardcover, 23 x 28 cm, 144 S., ca. 90 Abbildungen, deutsch/englisch, 34 Euro.

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung

Donnerstag, 25. Oktober 2007, 18.30 Uhr
"...alles so schön bunt hier..."
Vortrag von Stephan Nicolay, Architekt, Röhm GmbH

Donnerstag, 1. November 2007, 18.30 Uhr
Gebrauch und Design von Kunststoffen in den Vorkriegsjahren
Vortrag von Dr. Dr. h.c. Günter Lattermann, Universität Bayreuth

Donnerstag, 10. Januar 2008, 18.30 Uhr
Vertreibung aus dem ersten Paradies.
Kunststoff in der BRD der 1950er Jahre im Kontext von Designdiskursen

Vortrag von Prof. Dr. Gerda Breuer, Bergische Universität Wuppertal

Mittwoch, 28. November 2007, 18.30 Uhr
Der schwierige Umgang mit der Transparenz
Vortrag von Prof. Dr. Justus Theinert, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gestaltung

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Exhibition poster
Mathildenhöhe Darmstadt
Design: BeckerSpäth Darmstadt
"Parsifal" dove, 1936
Bayreuther Festspiele GmbH
Garden Chair, 1936
Design: Ateliers Jean Prouvé/Jacques André
Galerie 54, Paris
»Bubble Chair«, 1968
Design: Eero Aarnio
Adelta
Musikautomat Wurlitzer, Modell 1100, 1948
Entwurf: Paul Fuller
Sammlung Gauselmann – Deutsches Automatenmuseum, Espelkamp
Tischleuchte „Cespuglio di Gino“, 1968
Entwurf: Ennio Lucini
Die Neue Sammlung, München

Plexiglas
Material in Architecture and Design

September 16 2007 to March 24 2008
Museum Künstlerkolonie

Opening: Saturday, September 15 2007, 6.30 pm

Polymethyl methacrylate (PMMA) is one of the most innovative plastics developments of the 20th century. The amazing versatility of this material makes it an essential component of everyday life. Better known by the PLEXIGLAS® trademark, this extremely weather-resistant plastic was developed to patent stage in 1933 by the Darmstadt-based Röhm company. Its constant high transparency, light weight as compared with glass and wide range of forming options are the attributes that make PLEXIGLAS® an equally attractive material for architecture and design. As a curved windshield for automobiles, this plastic put its stamp on the Streamline movement of the 1930s. Whereas the material was required in huge volumes for aircraft construction during World War II, music boxes, illuminated signs or record player covers such as the famous "Snow White's Coffin" were among its first fields of application in the 1950s. Organically shaped tableware, eccentric handbags and avant-garde furniture were further fortes of the synthetic material. In the "space design" of the 1960s, an era characterized by its fascination with space travel and its pop culture, the possibilities offered by the material were more consistently exhausted. In 1972, the transparent roof construction of Munich's Olympic Stadium revolutionized architecture and opened up perspectives for the use of PLEXIGLAS® in construction. Today, the design potentialities of the material, which has undergone constant further development, are more manifold than ever and are embraced with matching enthusiasm by contemporary designers. By means of selected examples, the exhibition staged to mark the 100th anniversary of the Röhm company displays PLEXIGLAS® in architecture, design and everyday life from early times up to the present.

The catalogue that flanks the exhibition and offers a condensed history of PLEXIGLAS® in design, technology and culture, from its invention to the present day, was edited by Ralf Beil, with texts by Kai Buchholz. It is published by Wienand Verlag, Cologne. Hardcover, 23 x 28 cm, 144 pp., ca. 90 illustrations, German/English, EUR 34.

With kind support of Röhm Degussa GmbH, mainsponsor of the exhibition.

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Plakatmotiv, Mathildenhöhe Darmstadt, Design: BeckerSpäth Darmstadt Parsifaltaube, 1936, Bayreuther Festspiele GmbH Gartensessel, 1936 Entwurf: Ateliers Jean Prouvé/Jacques André, Galerie 54, Paris Hängesessel »Bubble Chair«, 1968, Entwurf: Eero Aarnio Adelta

Henk Visch
Wait and see what happens

30. September 2007 bis 6. Januar 2008
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 29. September 2007, 18.30 Uhr

Seit den 1980er Jahren lassen die Arbeiten des niederländischen Künstlers Henk Visch eine intensive Auseinandersetzung mit den Traditionslinien der modernen Plastik, zwischen Figuration und Abstraktion erkennen. Mit Witz und Ironie weiß er ihre formal unterschiedlichen Sprachen und Positionen in einem hintergründigen Dialog weiterzuführen, ohne dabei Leerlauf zu produzieren. Seine Skulpturen bzw. Text- und Objektkonstellationen sind bestrebt, die Schwere zu überwinden und erproben sich in der Auslotung von Balance. Dabei laden sie den Raum auf subtile Weise erzählerisch auf. Häufig dienen ihm poetische Titel oder kurze, eigens verfasste Texte, um das Träumerische und Rätselhafte zu intensivieren. Es ist der stete Versuch, die Assoziationsmaschine der Betrachter in Gang zu setzen und einen neuen Dialog zwischen Wahrnehmung und Erinnerung entstehen zu lassen.

Henk Visch (*1950 in Eindhoven) repräsentierte 1988 die Niederlande auf der Biennale in Venedig und erlangte mit seiner documenta-Teilnahme 1992 internationales Renommee. Heute ist er in zahlreichen Sammlungen vertreten. Nach einer Einzelausstellung im S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent im letzten Jahr entwickelt der Wilhelm-Loth-Preisträger von 1991 nun aus Anlass seiner ersten großen Übersichtsschau in Deutschland speziell für das Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe eine mehrere Räume umfassende skulpturale Installation.

Zur Ausstellung ist eine monografische Publikation im Kerber Verlag erschienen.

Zur Henk Visch Homepage

 

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung

Samstag, 3. November 2007, 16 Uhr
Künstlergespräch und Katalogpräsentation zur Ausstellung
Henk Visch im Gespräch mit Eckhard Schneider, Direktor Kunsthaus Bregenz

Sonntag 11. November 2007, 16 Uhr
Wahrnehmung zwischen Traumerleben und Körperresonanz
Vortrag von Herrn Dr. Johannes Döser, Essen, Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung

Workshop für Erwachsene

Sonntag, 28. Oktober 2007, 16 Uhr
High winds move slowly
Körperwahrnehmung und –senibilisierung in Theorie und Praxis mit der Choreografin Simone Salva-Neumann vom Tanztheater Macasju, Köln/Bochum

Workshops für Kinder und Jugendliche

Dienstag, 30.10., 13.11., 27.11.2007, 16 Uhr
Schreibwerkstatt mit Carola Kemme
Mit den Methoden des Kreativen Schreibens erstellen wir eigene Texte, fordern unsere Phantasie heraus und erleben die Ausstellung mit neuen Augen
Für 12 bis 15-Jährige

Sonntag, 4. November 2007, 14 Uhr
Traumwerkstatt mit Georg Mallitz
Nach einer Traumreise mit Musik, Decke und Lieblingskissen durch die Ausstellung lassen wir eigene Landschaften und Fabelwesen auf Papier entstehen
Für 6 bis 10-Jährige

Samstag, 20.10., 10.11., 01.12.07, 14 Uhr
Bildhauerwerkstatt mit Jan-Dirk Schulte
„Herr Visch, wie haben Sie das denn gemacht?“ Eine ‚Skulp – Tour‘ durch die Ausstellung mit Styropor - und Specksteinbearbeitung
Für 12 bis 16-Jährige

Mit freundlicher Unterstützung von MERCK

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Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007

20. Mai bis 26. August 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Samstag, 19. Mai 2007, 18.30 Uhr

English version

Parallel zur Biennale von Venedig, der documenta 12 in Kassel sowie den Skulptur Projekte Münster präsentiert das Institut Mathildenhöhe Darmstadt im Sommer 2007 programmatisch die erste große Einzelausstellung und Übersichtsschau des kanadischen Künstlerpaares Janet Cardiff (*1957) und George Bures Miller (*1960) in Deutschland. International bekannt geworden durch ihre preisgekrönte Teilnahme an der Biennale von Venedig 2001, faszinieren die Werke und Installationen von Cardiff & Miller insbesondere durch ihren außergewöhnlichen Einsatz von Stimmen, Geräuschen und Musik in ihrer Kunst.

Entsteht in Rauminstallationen wie The Forty-Part Motet (2001) unter Verwendung eines 40stimmigen Chorwerks von Thomas Tallis aus dem Jahre 1573 ein einmaliger Ort der Konzentration auf Zwischentöne von höchster musikalischer Tiefenschärfe, so entwickeln Totalinstallationen wie Opera for a Small Room (2005) mittels akustischer und visueller Ereignisse eine erzählerische Kraft, die ihresgleichen sucht.

Die in enger Zusammenarbeit mit dem Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) organisierte Übersichtsschau auf der Mathildenhöhe Darmstadt – die weltweit bislang umfassendste Retrospektive des Künstlerpaares – vereinigt zahlreiche Arbeiten aus den Jahren 1995 bis 2007 – darunter die neu für die Ausstellung realisierte Installation The Killing Machine – zu einem eindringlichen Gesamtparcours.

Das aus Anlass der Ausstellung erscheinende Katalogbuch gibt zusammen mit einer DVD der wichtigsten Arbeiten des Künsterpaares einem konzisen Werküberblick und versteht sich zugleich als umfassender Reader mit bisher unveröffentlichtem Text- und Bildmaterial sowie literarischen und wissenschaftlichen Parallelspuren zum Oeuvre von Janet Cardiff & George Bures Miller.

Janet Cardiff & George Bures Miller. The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007, herausgegeben von Ralf Beil und Bartomeu Marí, mit Essays von Ralf Beil, Bartomeu Marí, Christy Lange und Jeannie Lee sowie Texten von Jorge Luis Borges, Julio Cortázar, Philip K. Dick, Robert Jourdain und Franz Kafka, ca. 224 Seiten, ca. 150 farbige Abb., 17 x 21 cm, gebunden mit DVD, deutsche, englische und spanische Ausgabe. Die deutsche und englische Ausgabe erscheinen bei Hatje Cantz.

Mit großzügiger Unterstützung von MERCK und der Sparkasse Darmstadt.

Janet Cardiff & George Bures Miller

 

 

 

Ganz Ohr
Das Rahmenprogramm zu Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine und andere Geschichten 1995-2007

Dienstag, 22. Mai 2007, 15-17 Uhr
Workshop für Lehrerinnen und Lehrer
Anmeldung: mathildenhoehe@darmstadt.de
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Donnerstag, 24. Mai 2007, 19.30 Uhr
OBO – Musik im Tempel
Eigene Werke für Gitarre
Schwanentempel Mathildenhöhe

Dienstag, 12. Juni bis Sonntag, 17. Juni 2007, 10-18 Uhr
Familienwoche auf der Mathildenhöhe
Ermäßigter Eintritt für Eltern und Kinder € 10,-
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Mit freundlicher Unterstützung von MERCK

Donnerstag, 14. Juni 2007, 19.30 Uhr
OBO – Musik im Tempel
Eigene Werke für Gitarre
Schwanentempel Mathildenhöhe

Sonntag, 17. Juni 2007, 15-18 Uhr
Ich höre was, was Du nicht siehst
Kindertag auf der Mathildenhöhe

Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Mit freundlicher Unterstützung von MERCK

Donnerstag, 21. Juni 2007, 19.30 Uhr
„Ohr um Ohr! Krach um Krach!“
Vom Hinhören, Erhören, Verhören und anderen Wahrnehmungen

hr2-Lesenacht mit Texten u.a. von Philip K. Dick, Wolfgang Hildesheimer,
E.A. Poe und Robert Gernhardt
Es liest der Schauspieler und hr2-Redakteur Helge Heynold. Am Cello Frank Wolff
Eintritt € 14,-/€ 12,-  ermäßigt
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Donnerstag, 28. Juni 2007, 19.30 Uhr
OBO – Musik im Tempel
Eigene Werke für Gitarre
Schwanentempel Mathildenhöhe

Sonntag, 8. Juli 2007, 11 Uhr und 15 Uhr
Klangraum Mathildenhöhe
Ein Open-Air-Konzert der besonderen Art

Das Orchester der TU Darmstadt unter der Leitung von Martin Knell spielt
Musikstücke aus vier Jahrhunderten von Copland, Malvezzi, Bruckner und Haydn in der Vorhalle des Ausstellungsgebäudes, im Schwanentempel, Platanenhain und Albin Müller-Becken
Gesamter Außenraum Mathildenhöhe

Donnerstag, 16. August 2007, 19.30 Uhr
Ich höre, also bin ich
Die Stimmen der Dinge und unser Dasein im akustischen Raum

Vortrag und Diskussion von Prof. em. Dr. phil. Gernot Böhme
Direktor des Instituts für Praxis der Philosophie e.V.
Eintritt € 5,-/€ 3,-
Museum Künstlerkolonie Mathildenhöhe

Samstag, 25. August 2007
David Lynch: Lost Highway
Große Filmnacht auf der Mathildenhöhe

Im Vorprogramm: Kurzführungen durch die Ausstellung
Eintritt € 6,-
Ausstellungsgebäude und Sandterrain Mathildenhöhe

Sonntag, 26. August 2007, 18 Uhr
Finissage The Killing Machine
Cello-Quartett
Terrasse Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

 

Ich höre was, was Du nicht siehst
Familienwoche mit Kindertag auf der Mathildenhöhe

12. bis 17. Juni 2007
Für Kinder und Erwachsene zwischen 3 und 99 Jahren
Täglich 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Die Werke und Installationen von Janet Cardiff & George Bures Miller faszinieren durch ihren außergewöhnlichen Einsatz von Stimmen, Geräuschen und Musik. Von Dienstag, den 12. Juni bis Sonntag, den 17. Juni steht das gemeinsame Entdecken dieser Faszination durch Groß und Klein im Vordergrund. Die ganze Familie kann die Ausstellung Janet Cardiff & George Bures Miller. The Killing Machine und andere Geschichten zum Vorzugspreis von
€ 10,- erleben.

Die gesamte Woche über ist ein speziell für Familienwoche und Kindertag hergestellter Hör-Spaziergang über die Mathildenhöhe (siehe Kindertag-Programm) gegen Pfand kostenlos an der Kasse erhältlich.

Spezialaktion am Mittwoch, den 13. Juni von 15 bis 16.30 Uhr: Tonjäger gesucht! Die Mathildenhöhe Darmstadt lädt zusammen mit Studenten und Studentinnen des Fachbereichs Media der Hochschule Darmstadt unter der Leitung von Prof. Sabine Breitsameter Kinder und Erwachsene ein, in der Ausstellung auf Klangjagd zu gehen und dabei das ABC der Soundaufnahme zu lernen.

Kindertag am 17. Juni 2007

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Sonntag, 17. Juni 2007, 15 bis 18 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Der Kindertag Ich höre was, was Du nicht siehst bietet Kindern die Möglichkeit, die Ausstellung von Janet Cardiff & George Bures Miller und zugleich die eigenen Sinne spielerisch zu entdecken. Führungen von Kindern für Kinder, ein Suchspiel mit Hörstation zusammen mit zahlreichen Einzelaktionen wie Hör-Memory oder Male ein Geräusch versprechen den Kindern einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag auf der Mathildenhöhe.

15 Uhr
Begrüßung durch Museumsdirektor Dr. Ralf Beil

15 bis 17.30 Uhr
Begib Dich auf die Suche nach dem richtigen Ton

Mit Fragen, die Deinen pfiffigen Kopf und Dein Ohr herausfordern, kannst Du auf Spurensuche durch die Ausstellung gehen. Am Ende wartet eine Hörstation auf Dich, die insbesondere Dein Erinnerungsvermögen für Klänge und Geräusche testet. Wer hier mitspielt und die Lösungen
findet, kann tolle Preise gewinnen.

17.30 Uhr
Abgabe der Fragebögen zur Auswertung im Foyer!

15 bis 18 Uhr Hör-Memory
Kannst Du gut hören? Dieses Memory ist etwas für gute Ohren. Es wird genauso gespielt wie das normale Bilder-Memory, nur nicht mit Bilderkärtchen, sondern mit Geräuschdöschen. Jeweils zwei davon haben den gleichen Inhalt. Ohren spitzen, Döschen schütteln und Geräusch einprägen!

15 bis 18 Uhr Male ein Geräusch
Auf unseren speziell angefertigten Zeichenstühlen und Malunterlagen kannst Du selbst zum Ton-Künstler werden und versuchen, Geräusche und Klänge mit dem Stift einzufangen.

15 bis 18 Uhr Rasselbande
In der Ausstellung von Janet Cardiff & George Bures Miller werden neben unserem Ohr auch noch viele andere Sinne gefordert. Wir wollen mit Euch drei davon noch einmal ganz besonders herausheben: das Fühlen, Bewegen und Hören. Bastel Dir eine eigene und ganz besondere Rassel und zeig den anderen, was an Rhythmus in Dir steckt! Im besten Fall haben wir am Ende eine regelrechte Rassel-Band für ein kleines Konzert beisammen.

15 bis 18 Uhr Ganz Ohr über die Mathildenhöhe
Ein Hör-Spaziergang lässt Dich bekannte wie unbekannte Orte der Mathildenhöhe neu erleben. Du beginnst auf den Stufen des Ausstellungsgebäudes und kannst, geleitet von einer Stimme im Ohr, durch das Außenterrain der Mathildenhöhe streifen. Lass Dich überraschen!

15 bis 18 Uhr Bastel Dir Deinen Button
Zusammen mit dem Grafiker Tim Späth von BECKER SPÄTH Konzept und Design kannst Du nach Deiner Vorstellung einen ganz speziellen Kunst-Button basteln.

15.15 / 16.15 / 17.15 Uhr Kinder führen Kinder
Tabea und Charlotte, 12 und 13 Jahre, führen Euch auf ihre Weise durch die spannende Ausstellung. Start der Führung ist im Foyer.

18 Uhr Großes Finale mit Auslosung der Gewinner und Preisverleihung
Es warten schöne Preise und T-Shirts auf die erfolgreichen Ton-Jäger des Kindertages.

Der Eintritt zum Kindertag ist frei!

Familienwoche und Kindertag finden mit großzügiger Unterstützung von MERCK statt.

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The Dark Pool, 1995, Detail The Killing Machine, 2007
The Killing Machine, 2007, Detail
The Paradise Institute, 2001
The Berlin Files, 2003, Filmstill
Opera for a Small Room, 2005, Detail Fotos: Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin/
Luhring Augustine Gallery, New York.

Janet Cardiff & George Bures Miller
The Killing Machine and Other Stories 1995-2007

May 20 to August 26, 2007
Exhibition Building Mathildenhöhe Darmstadt

Opening: Saturday, May 19, 2007, 6.30 pm

Parallel to the Venice Biennale, documenta 12 in Kassel and the Münster sculpture projects, Institute Mathildenhöhe in Darmstadt will be presenting in the summer of 2007 the work of the Canadian artistic duo Janet Cardiff (*1957) and George Bures Miller (*1960): their first major solo exhibition in Germany. Having become known to an international audience through their prize-winning participation in the 2001 Venice Biennale, Cardiff & Miller’s works and installations are fascinating for the extraordinary use of voices, sound and music.

While spatial installations like The Forty-Part Motet (2001), through the usage of a choir composition in forty parts by Thomas Tallis from the year 1573, create a place of concentration for tonal nuances of highest musical sharpness, total installations like Opera for a Small Room (2005) develop by means of acoustic and visual occurrences a narrative power which stays unparalleled.

The presentation at Institute Mathildenhöhe in Darmstadt, which was organized in close collaboration with the Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) – the so far largest retrospective exhibition of the artist duo worldwide – combines works from the years 1995 to 2007 – including the new installation The Killing Machine – in a vivid exposé of the artists’ overall output.

Furthermore the exhibition tour provides an opportunity for the publication of an extensive catalogue which, together with a DVD of the most important works of the artists, gives a concise overview of their artistic activity and – at the same time functioning as a comprehensive reader – unites much previously non-released text- and image material as well as literary and academic parallel tracks to the oeuvre of Janet Cardiff and George Bures Miller.

Janet Cardiff & George Bures Miller. The Killing Machine and Other Stories 1995-2007, edited by Ralf Beil and Bartomeu Marí, with essays by Ralf Beil, Bartomeu Marí, Christy Lange and Jeannie Lee as well as texts by Jorge Louis Borges, Julio Cortázar, Philip K. Dick, Robert Jourdain and Franz Kafka, approx. 224 pages, approx. 150 color images, 17 x 21 cm, hardback with DVD, German, English and Spanish Edition. The German and English Editions are published by Hatje Cantz.

With kind support by MERCK and Sparkasse Darmstadt.

Janet Cardiff & George Bures Miller

overview archive

The Dark Pool, 1995, Detail The Killing Machine, 2007
The Killing Machine, 2007, Detail
The Paradise Institute, 2001
The Berlin Files, 2003, Filmstill
Opera for a Small Room, 2005, Detail Fotos: Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin/
Luhring Augustine Gallery, New York.

Friedrich Wilhelm Kleukens
Gebrauchsgraphik und Buchkunst am Beginn des
20. Jahrhunderts

5. Mai bis 19. August 2007
Museum Künstlerkolonie Darmstadt

Vernissage: Freitag, 4. Mai 2007, 18.30 Uhr

Es ist heute nur noch Wenigen bekannt, dass von der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch wesentliche Impulse zur Erneuerung der Gebrauchsgraphik und Buchkunst ausgegangen sind. Eine Schlüsselrolle spielte dabei Friedrich Wilhelm Kleukens (1878-1956), der jene vielfältige Begabung besaß, die so typisch für die Generation der Jugendstil-Künstler ist. Treffsicherer Humor und Witz zeichnen etwa die Werbeästhetik von Kleukens aus, der über Jahre hinweg die Reklame für den damals äußerst erfolgreichen Klebstoff „Syndetikon“ entwarf. Auch die einfallsreichen Entwürfe für private und geschäftliche Drucksachen machten den Maler, Graphiker und Illustrator bald nach seiner Ausbildung über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Ab 1903 lehrte er an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. 1906 wurde Kleukens dann an die Künstlerkolonie nach Darmstadt berufen. Er leitete dort von 1907 bis 1914 die vom Großherzog gegründete Ernst Ludwig Presse, die mit ihren künstlerisch und handwerklich vorbildlichen Drucken die Wiederbelebung der Buchkunst vorantrieb. Exemplarisch veranschaulicht das Werk von Kleukens die Entwicklung auf dem Gebiet der modernen Druckerzeugnisse hin zu sachlicheren und beruhigteren Formen, wie sie etwa vom Deutschen Werkbund ab 1907 gefordert wurden.

Die Ausstellung zeigt zahlreiche, größtenteils noch nie öffentlich präsentierte Entwürfe, Illustrationen, Privat- und Werbedrucksachen von Kleukens sowie kostbare Drucke der Ernst Ludwig Presse.

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F.W. Kleukens, Plakat, 1908
F.W. Kleukens, Das Buch Esther, Ernst Ludwig Presse Darmstadt, 1908
F.W. Kleukens, Reklame für den Klebstoff SYNDETIKON
F.W. Kleukens, Initialien für das hohe Lied von Salomo

Gerd Winter
Wilhelm-Loth-Preisträger 2005

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Vernissage: Samstag, 2. Juni 2007, 18.30 Uhr

Das Schaffen von Gerd Winter ist seit über 20 Jahren bestimmt durch ein passioniertes Eintreten für die visuellen und sensitiven Werte der reinen Malerei. Von dieser Basis der reinen Malerei ausgehend, besitzt Gerd Winter jedoch den Mut, den strengen Kodex der Abstraktion zu verlassen, um zu einem gesteigerten ästhetischen und inhaltlichen Mitteilungsvermögen des Bildes zu gelangen. Abstraktion und Naturalismus vereinen sich in seinen farbintensiven Bildern, deren Malgrund der Künstler immer wieder bearbeitet, um der Bildfläche eine zusätzliche Textur zu verleihen.

Gerd Winter (*1951 in Groß Gerau) studierte von 1979-84 an der Städelschule in Frankfurt/Main Malerei bei Hermann Nitsch und erhielt 2005 den Wilhelm-Loth-Preis. Er lebt und arbeitet in Rossdorf bei Darmstadt.

Der Katalog Gerd Winter ist zum Preis von 17,- Euro in den Museumsshops des Hessischen Landesmuseums und des Instituts Mathildenhöhe erhältlich.

Rahmenprogramm:

Alle Veranstaltungen im
Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
www.hlmd.de

Sonntag, 24. Juni 2007, 15.30 Uhr
Du singst nächtliche Hymnen auf den Saiten des Regenbogens
Surrealistische Gedichte gelesen von Achim Barrenstein

Sonntag, 22. Juli 2007, 11 Uhr
Chansons d’Espagne
Konzert mit Stücken von Fernando Sor, Texte von Federico García Lorca
Gesang: Farida Gerhardt, klassische Gitarre: Helmut Gerhardt

Öffentliche Führungen
Jeden Sonntag 15 Uhr

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Gone Again 1, 1996

Gone Again 4, 1996

Matthias Will
Wilhelm-Loth-Preisträger 2004

3. Juni bis 29. Juli 2007
Das Institut Mathildenhöhe zu Gast im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Vernissage: Samstag, 2. Juni 2007, 18.30 Uhr

Die Arbeiten des Bildhauers Matthias Will verkörpern die ästhetische Schönheit der reinen Formen der Geometrie wie Kreis, Quadrat, Würfel und Quader, Kugel und Zylinder. Matthias Will gelingt es durch die raffinierte Konstruktionsweise seiner Skulpturen mit Stahlseilen, die er als Verbindungs- und Haltestabilisatoren einsetzt, eine formale Situation herzustellen, in der scheinbar ein Schwebezustand des Materials im Raum gegeben ist. Die offensichtliche Schwere der Metallskulpturen erhält so eine erstaunliche Leichtigkeit.

Matthias Will (*1947 in Kahl/Main) studierte von 1975-80 Bildhauerei bei Michael Croissant an der Frankfurter Städelschule. Die Stadt Darmstadt würdigte sein künstlerisches Schaffen 2004 mit der Verleihung des Wilhelm-Loth-Preises. Er lebt und arbeitet in Darmstadt und im Odenwald.

Der Katalog Matthias Will ist zum Preis von 17,- Euro in den Museumsshops des Hessischen Landesmuseums und des Instituts Mathildenhöhe erhältlich.

Rahmenprogramm:

Alle Veranstaltungen im
Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
www.hlmd.de

Sonntag, 24. Juni 2007, 15.30 Uhr
Du singst nächtliche Hymnen auf den Saiten des Regenbogens
Surrealistische Gedichte gelesen von Achim Barrenstein

Sonntag, 22. Juli 2007, 11 Uhr
Chansons d’Espagne
Konzert mit Stücken von Fernando Sor, Texte von Federico García Lorca
Gesang: Farida Gerhardt, klassische Gitarre: Helmut Gerhardt

Öffentliche Führungen
Jeden Sonntag 15 Uhr

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Titelmotiv der Ausstellung
Würfel N.4, 2004, Stahl, Stahlseil, H 20cm

Überblick – Konstruktionen der Wahrheit
Darmstädter Tage der Fotografie

20. bis 22. April 2007
Museum Künstlerkolonie

Vernissage: Freitag, 20. April 2007, 19.30 Uhr

Die Darmstädter Tage der Fotografie sind ein lebendiges Festival, das themenbezogen Positionen der Fotografie vorstellt. Ein Wochenende im Zeichen der Fotografie, eine Plattform für Fotokunst und unterschiedliche Sichtweisen. Durch räumliche Nähe und zeitliche Konzentration der Ausstellungen sowie des Symposiums schaffen die Veranstalter, der Verein Darmstädter Tage der Fotografie e.V., ein Forum für die Künstler und das Publikum: Austausch und Gespräche über Fotografie.

„Überblick – Konstruktionen der Wahrheit“
Beim Thema für 2007 geht es um Aspekte der Wirklichkeit oder Täuschungen, die sich im Bild zu einer Wahrheit verdichten können. Fotografie, die wahr ist oder Vorstellungen von Realität erzeugt. Dabei geht es nicht nur um digital erzeugte Composings, die neue Wirklichkeiten schaffen, sondern auch um die feinen Manipulationen und Verschiebungen des Standpunktes, die Bilder wahr oder auch nur täuschend wahr machen. Das Thema wird zum einen aus fotografischer Sicht in ausgewählten Fotoausstellungen bearbeitet, zum anderen beim Symposium aus verschiedensten künstlerischen und wissenschaftlichen Perspektiven erläutert.

Für die Teilnahme am umfangreichen Rahmenprogramm wurde in einer überregionalen Ausschreibung eingeladen. Zusammen mit einem künstlerischen Beirat sind aus 150 Einsendungen 33 Arbeiten ausgewählt worden, die an verschiedenen Orten Darmstadts präsentiert werden. Das Museum Künstlerkolonie zeigt fotografische Positionen von Christiane Feser, Kate Peters, Jens Passoth, Annette Schreyer, Frank Schröder und Ivonne Thein.

Organisation der Ausstellung: Verein Darmstädter Tage der Fotografie e.V.

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Standort 2007
34. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession

11. März bis 9. April 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage: Sonntag, 11. März 2007, 11 Uhr

Die 34. Jahresausstellung der Darmstädter Sezession mit dem Titel „Standort 2007“ präsentiert aktuelle Werke von Mitgliedern der Darmstädter Sezession, verbunden mit einer Sonderschau der Preisträgerin 2005, der Malerin Isabelle Dutoit aus Leipzig. Arbeiten der Bewerber um den Preis der Darmstädter Sezession des Jahres 2007 komplettieren die Präsentation der renommierten Darmstädter Künstlervereinigung, die einst von Max Beckmann und Ludwig Meidner mitbegründet wurde und heute Künstler wie Horst Antes, Thomas Duttenhöfer, Helga Griffith und Vera Röhm zu ihren Mitgliedern zählt.

Zeitgleich findet im nahegelegenen Alfred-Messel-Haus, Eugen-Bracht-Weg 6, eine Sonderausstellung der befreundeten Grazer Sezession statt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Organisation der Ausstellung: Darmstädter Sezession

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Standort 2007, Installationsansichten Mathildenhöhe Darmstadt, 2007

Vom Reformkleid zur Champagnerschale
10 Jahre Jugendstil-Erwerbungen

10. Dezember 2006 bis 9. April 2007
Museum Künstlerkolonie

10 Jahre Museumsshop Mathildenhöhe
mit Unterstützung des Vereins Ehrenamt für Darmstadt e. V.
Ideen für elegante Reformkleider, formschöne Trinkgläser oder ausgefallenes Mobiliar: Die kurze Blüte des Jugendstils bescherte eine Kunst, die mitten im Leben stand. Den Alltag mit Schönheit zu durchdringen war ein Ziel, dem sich auch die Künstlerkolonie Mathildenhöhe mit Hingabe widmete. Ihr kreativer Elan erfasste alle Bereiche der Kunst und ließ kaum einen Werkstoff außer Acht. Individuelle Formgebungen und fantasievolle Ornamentik an der Schnittstelle von Jugendstil, Art deco und Sachlichkeit sind es, die bis heute faszinieren.

Rund 60 Werke aus der Sammlung des Museums Künstlerkolonie zeigen den dekorativen Esprit und die erlesene Produktkultur der Jahrhundertwende am Beispiel Darmstadt und seines Umfelds. Erworben wurden die Kunstgegenstände nach und nach aus den Erträgen des Museumsshops. Eröffnet 1996 im achteckigen Ziegelbau neben dem Museum Künstlerkolonie, feiert der Museumsshop Mathildenhöhe in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen.

Die Ausstellung ist zugleich ein Dank an den verein „Ehrenamt für Darmstadt e. V.“ mit dessen personeller Unterstützung der Museumsshop betrieben wird.

Ausstellungsparcours
Die Jugendstil-Erwerbungen der letzten 10 Jahre werden ab 10. Dezember 2006 in den Sonderausstellungsräumen des Museums Künstlerkolonie gezeigt. Thematische Zusammenhänge geben die Gliederung der Präsentation vor.

Einen kulturgeschichtlichen Einstieg in die Lebenswelt der vorletzten Jahrhundertwende bietet das Thema „Robe und Reformkleid“. Es entwickelt sich um 8 originale, farbig angelegte Entwurfszeichnungen von Alfred Mohrbutter (1867 – 1916). Dieser hatte sich, ähnlich wie die Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie Behrens und Christiansen, auch als Textilkünstler einen Namen gemacht hat. Zusammen mit den historischen Abbildungen aus dem „Album moderner, nach Künstlerentwürfen ausgeführter Damenkleider“ werfen die Entwurfszeichnungen ein Licht auf die Ambitionen der Jugendstil-Protagonisten, auch die Bekleidung in ihre Vorstellungen vom Gesamtkunstwerk einzubeziehen. Aus dem Rahmen der gewohnt opulenten Gesellschaftsroben fallen die Vorschläge für Reformkleider, die den ästhetisch wie gesundheitlich fragwürdigen modischen Übertreibungen wie „Wespentaille“ und „Cul de Paris“ den Kampf ansagten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand das Reformkleid nur bedingt Anklang, bis Mieder und Korsett endgültig fielen, sollte noch geraume Zeit vergehen.

Zeichnungen und Mappenwerk wurden 2005 von einer Nachfahrin des Alfred Mohrbutters erworben.

Ein weiterer Ankauf führt direkt an den Wirkungsort der Darmstädter Künstlerkolonie, die Mathildenhöhe. Hier fand 1901 die berühmte Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“ statt. Um die Besucher aus nah und fern stilgerecht zu verköstigen, wurde eigens ein Ausstellungs-Restaurant erbaut. An dessen Ausstattung bis hin zur Gestaltung von Speise- und Getränkekarten, waren verschiedene Mitglieder der Künstlerkolonie beteiligt. Das etwas rustikal wirkende Mobiliar wurde nach Entwürfen von Joseph Maria Olbrich (1867 – 1908) angefertigt.
Nachdem bereits Speise- und Getränkekarten sowie Teile von Paul Bürcks Geschirr Eingang in die Sammlung gefunden hatten, gelang es 2003 auf einer Auktion in München einen Stuhl aus dem Ausstellungsrestaurant zu ersteigern. Eine echte Rarität. Im Rahmen der fachmännischen Restaurierung wurde der Stuhl von späteren Farbanstrichen befreit. Er befindet sich heute wieder in dem Zustand wie ihn der Ausstellungsbesucher von 1901 vorfand.

Der gedeckte Tisch war eine Spielwiese der Jugendstil-Designer. Niemals zuvor wurden so viele Formen und Muster für Bestecke, Tafelgeschirr oder Tischdecken erdacht. Insbesondere die Künstlerkolonie Mathildenhöhe lieferte exzellente Beiträge zur Tischkultur um 1900. Wegen der gestalterischen Vielfalt und außerordentlichen Schönheit entwickelten sich in der vergangenen Zeit gerade die Trinkgläser des Jugendstils zu einem speziellen Sammelgebiet. Mit dem Ankauf einer Champagnerschale von Peter Behrens (1868 – 1940), eines seltenen Weinglases von Joseph Maria Olbrich und von zwei edlen Stengelgläsern nach Entwurf von Albin Müller (1871 – 1941) konnte das Institut Mathildenhöhe einige besonders exquisite Beispiele für das Gebrauchsglas um 1900 erwerben.

Von der Kreativität und Erneuerungslust der Jugendstil-Protagonisten profitierten die verschiedensten Zweige des Kunstgewerbes. Für die im Westerwald angesiedelten Betriebe der Steinzeug-Industrie schufen Peter Behrens und Albin Müller zahlreiche Entwürfe, die dazu beitrugen, das künstlerische Niveau dieses alteingesessenen Produktionszweiges zu verbessern.
Eine im Jahre 2002 erworbene Waschschüssel von Behrens mit typischem markantem Liniendekor sowie drei Gebrauchsgefäße von Müller lassen die
Besinnung auf eine neue Ursprünglichkeit in den Gefäßformen, auf Materialgerechtigkeit und eine angemessene Erfindungsfreiheit im Ornament erkennen.

Ein Stuhl aus dunklem Eichenholz und eine Zinnschale von Joseph Maria Olbrich erinnern an die 2. Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie im Jahre 1904. Mit der Errichtung und Ausstattung der „Dreihäusergruppe“ am südöstlichen Abhang der Mathildenhöhe wollte man Bau- und Einrichtungsvorschläge für das Bürgerliche Wohnen unterbreiten. Im großen Ganzen schlicht, in den Detailformen ausgefallen wirkt der erst 2006 angekaufte Stuhl. Er entspricht jenem Modell, das zum Wohnzimmer-Mobiliar des so genannten Holzgiebelhauses gehörte. Die Zinnschale aus demselben Ambiente ist ein Beispiel für Olbrichs Beschäftigung mit gut gestalteten, erschwinglichen Serienprodukten.

In den Bereich der Luxuskunst, des Liebhaber- und Sammlerstücks führt dagegen die Gruppe von Vasen aus der Großherzoglichen Edelglasmanufaktur Darmstadt. Unter der Leitung von Josef Emil Schneckendorf (1865-1949) entfaltete dieses kleine Prestige-Unternehmen des Künstlerkolonie-Gründers Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein ab 1907 eine kurze, aber prächtige Blüte. Mit seinen Edelgläsern, deren metallische Lasuren in ihrem farbenprächtigen Schillern bisweilen an ausgegrabene antike Glasgefäße erinnern, beschritt Schneckendorf einen eigenständigen Weg, der wirtschaftlich allerdings zum Scheitern verurteilt war.

Die Lust am Ornament bestimmt die gesamte Richtung des Jugendstils. Sie äußert sich in erster Linie in der Belebung der Fläche durch vegetabile, geometrisch-abstrakte oder lineare Dessins. Um kurvige, im Sinne organischen Lebens bewegte Flächenmuster handelt es sich bei den 7 Entwürfen für Fliesen von Paul Bürck (1878-1947). Sie wurden 1999 aus dem Nachlass des Künstlers erworben, der zu den Jüngsten der Darmstädter Gruppe gehörte. Von Hans Christiansen (1866-1945), einem Meister auf dem Gebiet des Textildesigns, stammt eine um 1905 entworfene rot bedruckte Tischdecke. Eine ganz spezielle, von der Wiener Moderne ausgeprägte, farbenfrohe Flächenornamentik finden wir bei den dekorativen Bahlsen-Gebäckdosen nach Entwürfen von Emanuel Josef Margold (1889-1962). Sie dokumentieren in unserer Sammlung den Übergang des Jugendstils zum Art deco.

Nicht nur Architektur und angewandte Kunst, sondern auch Malerei und Plastik hatten ihren Platz in der Darmstädter Künstlerkolonie. Durch eine Reihe interessanter Neuerwerbungen sind diese Gebiete in der Sammlung nicht länger unterrepräsentiert: Nachweislich auf der 1. Ausstellung der Künstlerkolonie 1901 gezeigt wurde die figürlich ausgearbeitete Bronzeschale „Meerjungfrau“ von Rudolf Bosselt (1871-1938). Sie wurde 2004 aus Privatbesitz erworben. Der Ankauf der farbig glasierten Majolika-Plastik „Sieg“ trug wiederum zur sukzessiven Vervollständigung der 1912 ausgeformten Serie „Licht- und Schattenseiten“ von Bernhard Hoetger (1874 -1949) bei. Neben neu erworbenen Gemälden von Johann Vincenz Cissarz (1873-1942) und Fritz Osswald (1878-1966) ist vor allem der 1910 gemalte „Mephisto“ von Hanns Pellar (1886-1971), einem Schüler des Münchner Malers Franz von Stuck hervorzuheben.

Die künstlerische Bearbeitung von Metall war die Domäne der beiden Gold- und Silberschmiede Ernst Riegel (1871 – 1939) und Theodor Wende (1883 – 1968). 2004 auf einer Auktion ersteigert wurden zwei figurative, in Messing gegossene Kerzenleuchter von Riegel, die Licht dekorativ in Szene setzen. Ausgesprochen selten sind die Arbeiten von Wende, da es sich bei ihnen durchweg um handgefertigte Einzelstücke handelt. Mit einer Entwurfszeichnung für einen Pokal und einer silbernen Aschenschale ist der Künstler, der zur letzten Generation der Darmstädter Gruppe gehört, nun in der Sammlung vertreten.

Beim jüngsten Neuzugang handelt es sich um einen außergewöhnlichen Stuhl von Albin Müller. Er gehörte ursprünglich zu einem vierteiligen Satz, der im Rahmen der Deutschen Theater-Ausstellung Magdeburg 1927 zur Ausstattung des so genannten Intendanten-Zimmers gehörte. Diese ambitionierte Ausstellung war architektonisch und raumkünstlerisch im Wesentlichen von Müller gestaltet worden.
Die Form des Stuhl-Rückens ist eine Anspielung auf die Gestalt des oberen Abschlusses des Hochzeitsturms auf der Mathildenhöhe in Darmstadt. Das Möbel dokumentiert nicht zuletzt das Nachwirken der Künstlerkolonie, die erst 1929 formell aufgelöst worden ist. Sein Urheber, Albin Müller, lebte bis zu seinem Tod 1941 in seinem auf der Mathildenhöhe errichteten Wohnhaus.

Museumsshop Mathildenhöhe
Eine Spezialität des Museumsshop sind sorgfältig reproduzierte Replikate dekorativer Gebrauchs- und Ziergegenstände aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die exklusiven Kelchgläsern von Peter Behrens, die rustikalen Steinzeugdosen von Albin Müller und die beliebten Geschirrtücher von Joseph Maria Olbrich wurden nach historischen Originalwerken aus dem Museum Künstlerkolonie gefertigt. „Kayser-Zinn“, WMF-Jugendstilartikel oder Glas der Wiener Werkstätte runden das Angebot an Replikaten ab. Spezialliteratur sowie ein umfangreiches Sortiment an Postkarten, Foulards, Taschen etc. lassen Jugendstil-Liebhaber fündig werden.

Der Verein Ehrenamt für Darmstadt e. V.
Der Verein Ehrenamt für Darmstadt e. V., 1994 gegründet, hat die Idee der ehrenamtlichen Arbeit in kulturellen Institutionen als „Darmstädter Modell“ beispielhaft in die Tat umgesetzt. Der Museumsshop gehört zu den wichtigen Aufgaben des Vereins. Rund 40 Damen und Herren haben die Beratung und den Verkauf der Waren übernommen. Mit seinen Einnahmen ermöglicht der Verein den Kauf von Kunst für das Institut Mathildenhöhe.
Über die in der aktuellen Sonderausstellung gezeigten Werke hinaus, wurde aus den Gewinnen des Museumsshops außerdem die Aluminiumfigur „Zwischen den Zeiten“ von Hubertus von der Goltz angekauft, die seit 1999 auf dem Dach des Ausstellungsgebäudes das 100-jährige Jubiläum der Künstlerkolonie symbolisiert.

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Alfred Mohrbutter, Entwurf zu einem Reformkleid, 1900


Peter Behrens, Champagnerschale aus einem Trinkglasservice, 1902

Rahmenprogramm

Robe und Reformkleid - Die Mode der Belle Epoque

Vortrag von Dr. Renate Ulmer
Stellvertretende Direktorin, Institut Mathildenhöhe

Donnerstag, 1. Februar 2007, 19 Uhr
Museum Künstlerkolonie, Mathildenhöhe Darmstadt

Noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte die Meinung, dass der weibliche Körper geschnürt und gepolstert gehöre, um dem Ideal einer Sanduhr zu entsprechen. Die S-Linie, auch „Sans ventre“ genannt, prägte die fließende Silhouette der Frau. Zudem herrschte eine strenge Toilettenetikette, die genau vorschrieb, was wann und wo getragen werden musste.

Mit schweren Hüten beladen und von stoffreichen Gewändern belastet – so war sie ausstaffiert, die „aufgeputzte Frau“ der Belle Epoque. Aber schon stand die „befreite Frau“ an der Schwelle, an deren modischer Befreiung viele mitwirkten. So setzten sich Ärzte und Lebensreformer gegen das gesundheitsschädliche Korsett ein und befürworteten eine Reformierung der Frauenkleidung. Auch zahlreiche Vertreter des Jugendstils, darunter Henry van de Velde, Peter Behrens, Richard Riemerschmid und Alfred Mohrbutter widmeten sich diesem Thema. Sie verwarfen unnatürliche modische Übertreibungen wie „Wespentaille“ und „Cul de Paris“ in erster Linie aus ästhetischen Gründen und lieferten ihrerseits Vorschläge für „künstlerische Frauenkleider“. Nachhaltig revolutioniert wurde die Damenmode jedoch erst durch den französischen Modeschöpfer Paul Poiret.

Der Vortrag führt anhand zahlreicher historischer Bildbeispiele (Powerpoint-Präsentation) das Panorama der Mode um 1900 vor Augen. Im Mittelpunkt steht die Frauenbekleidung, doch auch die Herrenmode jener Zeit wird nicht außer Acht gelassen.

Der Vortrag findet im Museum Künstlerkolonie statt.
Eintritt € 3.00

Es besteht die Möglichkeit, vor Beginn des Vortrags die Ausstellung Vom Reformkleid zur Champagnerschale zu besichtigen.

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Christian Boltanski
Zeit

12. November 2006 bis 11. Februar 2007
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage Samstag, 11. November 2006 um 17.30 Uhr

English version

Der Künstler
Am 18. Oktober 2006 wird Christian Boltanski mit dem Nobelpreis der Künste, dem Praemium Imperiale ausgezeichnet. Zu Recht. Denn der Franzose Christian Boltanski (*1944), einer der wichtigsten Gegenwartskünstler weltweit, ist ein Meister der Inszenierung von Situationen und Räumen. In ihnen evoziert und befragt er machtvoll zentrale Parameter menschlichen Daseins wie Lebenszeit, Identität, Körper, Tod und Vermächtnis.

Die Ausstellung
Für »Zeit«, seine erste große monographische Schau in Deutschland seit zehn Jahren, verbindet Christian Boltanski bereits bestehende sowie neue, eigens für die Ausstellung auf der Mathildenhöhe Darmstadt entwickelte Arbeiten zu einer einzigen raumübergreifenden Totalinstallation. Hochkarätige Leihgaben aus den Sammlungen des Musée national d’art moderne, Centre Pompidou Paris und dem dänischen ARKEN Museum of Modern Art sind ebenso zu erleben wie bislang kaum bekannte frühe Filme des Künstlers. Die kathedralhohen Säle des Ausstellungsgebäudes Mathildenhöhe werden dabei zum Echoraum seiner Autobiographie, die – ob nun fiktiv oder real – stets seine Kunst der Erinnerung grundiert.

Der Katalog
Das in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelte Katalogbuch zur Ausstellung »Zeit«, herausgegeben von Ralf Beil, lotet den ganz und gar eigenen Raum der Kunst Christian Boltanskis mit philosophischen, literarischen und kunstwissenschaftlichen Beiträgen von Aleida Assmann, Samuel Beckett, Ralf Beil, Jorge Luis Borges, Franz Kafka, Tadeusz Kantor, Gabriel Ramin Schor, W.G. Sebald, Werner Spies und Andrej Tarkowskij sowie einem umfassenden Interview von Ralf Beil mit dem Künstler aus.

Die reich bebilderte Publikation erscheint bei HatjeCantz in einer deutschen und einer englischen Ausgabe, 22 x 28 cm, 156 S., 114 Abb., davon 82 farbig. Preis: € 29, - in der Ausstellung, € 35,- im Buchhandel. Katalog online bestellen

Die Vorzugsausgabe
Zur Ausstellung »Zeit« erscheint eine von Christian Boltanski eigens für diesen Anlass gestaltete Vorzugsausgabe mit dem Titel Portrait chinois de C.B. Im Französischen meint Portrait chinois ein Sprachspiel, bei dem Selbstporträts aus assoziativen Analogien entstehen. Der Künstler überträgt dieses Spiel in der Vorzugsausgabe auf die visuelle Ebene. Die beiden Blätter des Diptychons, Bildmontagen aus je drei Fotoausschnitten des jungen, jugendlichen sowie alternden Christian Boltanski konfrontieren mit ebenso ausdrucksstarken wie irritierenden Selbstbildnis-Collagen des Künstlers und seiner Lebenszeit. Die nummerierte und signierte Vorzugsausgabe, herausgegeben vom Institut Mathildenhöhe und der Edition HatjeCantz, ist auf 50 Exemplare limitiert. Preis: € 1200,-.

Die Zeitungsbeilage
Zur Vernissage von »Zeit« am 11. November 2006 erscheint im Darmstädter Echo eine 12seitige Zeitungsbeilage, exklusiv gestaltet von Christian Boltanski. Mit ihrer Verschmelzung von informativen und genuin künstlerischen Elementen in der Mimikry des Zeitungslayouts wird die Beilage »Christian Boltanski. Zeit« selbst zum Kunstwerk.

Die Plakataktion
Die Kunst-Plakataktion Les regards lässt Großplakate gleich Partisanen im Werbedschungel von Frankfurt und Darmstadt auftauchen. Gewaltige Augenpaare machen aus den anonymen Werbeflächen Subjekte. Ihr Augenblick thematisiert ebenso die Momenthaftigkeit von Zeit wie Sein. Ein Echo dieser Plakataktion im öffentlichen Raum findet sich für die Dauer der Ausstellung an der Außenfassade des Ausstellungsgebäudes Mathildenhöhe. Hier blicken die Augen weit über Darmstadt hinweg und leihen dem »Zeit«-Schauplatz ihren Blick.

Der »Zeit«-Parcours
Zwei Werke stehen paradigmatisch für die Ausstellung »Zeit«. Da ist zum einen das Herz des Künstlers. Es schlägt auf der Mathildenhöhe Darmstadt: am Anfang der Ausstellung, am Ende eines langen, schmalen Korridors. Eine Glühbirne leuchtet dort auf und erlischt, synchronisiert mit der Tonspur des Herztaktes von Christian Boltanski. Verstärker lassen uns gleichsam in den Künstler hineinhorchen, seinen Lebensrhythmus hören. Le cœur (2005) – ein Dokument radikal subjektiver Lebenszeit und ihrer Fragilität. Da ist zum anderen die automatische Zeitansage. Sie spricht auf der Mathildenhöhe Darmstadt: am Ende der Ausstellung, aus allen vier Ecken der großen Halle. »Beim nächsten Ton ist es … Beim nächsten Ton ist es …« Horloge parlante (2003) realisiert die Weltzeit in ihrer gnadenlosen Unerschütterlichkeit. Ohne eine Möglichkeit des Entkommens vergeht die Zeit. Boltanski selbst vergleicht sie mit der Mitleidlosigkeit von Chronos: »Angesichts dieses von jedwedem menschlichen Schicksal ungerührten griechischen Gottes, der weder Gut noch Böse kennt, werden alle menschlichen Bemühungen, das Leben selbst, der Kampf gegen den Tod, der Versuch, irgendetwas zu tun, nichtig. Denn eines ist stärker als wir, und zwar das ewige Fortschreiten der Zeit, die nie anhält und zwangsläufig zum Tod führt.«

Diese beiden Toninstallationen stehen für einen Paradigmenwechsel in Christian Boltanskis Œuvre. Schob der Künstler früher immer neue Distanzierungsmomente und doppelte Böden in seine Kunst ein, fiktionalisierte Geschichte und Biografie, seine eigene ebenso wie die anderer Menschen, so ist es heute sein Herz, das wir schlagen hören und seine Lebenszeit, die unerbittlich abläuft. Es sind seine Dokumente in den Vitrinen (La vie impossible de C. B., 2001), seine Toten an der Wand (Mes morts, 2002), seine Kranken im Saal (Les lits, 1997/98), und es ist sein Gesicht, das unaufhörlich altert (Entre temps, 2003). »Damals handelte es sich um den Tod der anderen. Heute wird es mehr und mehr mein eigener Tod.« Deshalb zeigt »Zeit« auch eine Auswahl seiner bislang kaum bekannten frühen Filme. Familienmitglieder spielen dort das Alter Ego des Künstlers und zeichnen, so man Boltanskis heutigen Worten über seine Kindheit Glauben schenkt, ein atmosphärisch genaues Bild der Enge und Bedrängnis von Physis wie Psyche (L’homme qui tousse, 1969), ein zugespitztes Bild von Isolation und lakonischer Hoffnungslosigkeit (Essai de reconstitution des 46 jours qui précédèrent la mort de Françoise Guiniou,1971).

Unterschiedlichste Aspekte von Zeit drängen sich in Boltanskis Arbeiten des letzten Jahrzehnts immer mehr in den Vordergrund, subjektive wird mit objektiver Zeit, Lebenszeit mit Weltzeit kontrastiert. Doch die Ausstellung »Zeit« verdichtet nicht nur Christian Boltanskis Zeit-Bilder, sondern darüber hinaus auch die Zeit seines Werkverlaufs, um Grundlinien seiner Arbeit sichtbar zu machen. Die zwanghafte Autoaggression jenes Mannes, der rote Farbe wie Blut hustet, begegnet so der Gewalt des Publikums im Scratch Room (2002/2006), das durch die Freilegung der Fotos von Opfern unweigerlich zum Täter wird. Die qualvoll stillen sechsundvierzig Tage bis zum Tod der Françoise Guiniou folgen dem nervtötend zwitschernden Mediengewitter der sechzig 6 septembres (2005), die in zweitausendfacher Beschleunigung über die Projektionsleinwände flackern – das Einzelschicksal ist letztlich ebenso wenig fassbar wie das kollektive Gedächtnis eines Jahrhunderts.

Weitere Werke und Installationen der Ausstellung »Zeit«: Bébés négatifs (2002), Les containers (2006), Zeyt (2001), Tot (2001), Prendre la parole II (2006), Les regards (2004/2006)

Unsere institutionellen Partner
Cultures France, Paris
Französische Botschaft, Berlin
Städelschule, Frankfurt am Main
Institut Francais, Frankfurt am Main
Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
Deutsches Polen Institut, Darmstadt
Technische Universität Darmstadt
Stiftung Bremer Bildhauerpreis, Bremen

Unsere Medienpartner
HR2 Kultur
Darmstädter Echo

Unsere Wirtschaftspartner
HEAG Südhessische Energie AG (HSE)
MERCK
STRÖER Deutsche Städte Medien 

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Portrait chinois de C.B., 2006
Oh Mensch!, Theaterprojekt, Paris 2003


Lost,1995, Rauminstallation, Grand Central Terminal, New York
Portrait chinois de C.B., 2006
Les mains de Prague, 2001, Fotografie
Les regards, 1998, Plakataktion, Paris
Nächte unter Tage, Theaterprojekt, RuhrTriennale, Foto: Bernd Uhlig
Tot, 2001, Lichtinstallation, Kewenig Galerie, Köln

Scratch room, 2002, Rauminstallation, Foto: ONUK, Karlsruhe

Zeyt, 2001, Rauminstallation, Kewenig Galerie, Köln

Das Rahmenprogramm

English version

Dem Lebensthema von Christian Boltanski, der Verschränkung von Geschichte, Autobiografie und Fiktion, ist der erste Rahmenprogrammschwerpunkt gewidmet. Der Bogen spannt sich hier von einer Lesung mit dem ungarischen Nobelpreisträger Imre Kertész, der just diese Dreiheit schreibend realisiert, über den Kindertag Petit Christian, der in Foto- und Suchaktionen spielerisch ein Bewusstsein dieser Themen evozieren wird, bis hin zum wissenschaftlichen Symposium Geschichte, Autobiografie und Fiktion in Kunst und Literatur, bei dem Literatur- und Kunstwissenschaftler mit Schriftstellern und Künstlern in Dialog treten werden.

Dem polnischen Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Theaterregisseur Tadeusz Kantor (*1915 in Wielopole,+1990 in Krakau) gilt der zweite Programmschwerpunkt. Der Gründer, Leiter und Regisseur des experimentellen Untergrundtheaters Krakau (1942-1944) und Erfinder des Theater des Todes ist ein erklärtes Vorbild von Christian Boltanski. So gibt das Rahmenprogramm zur Ausstellung »Christian Boltanski. Zeit« nicht nur die Möglichkeit, einen der Meisterregisseure des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken, sondern auch den Wechselbeziehungen zwischen Bühnen- und Installationskunst zweier bedeutender Künstler nachzuspüren.


Portrait Christian Boltanski

 

7. November – 16. November 2006
Les Regards
Plakataktion von Christian Boltanski auf Großplakatflächen in Frankfurt und Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Bremer Bildhauerpreis – Rolandspreis für Kunst im öffentlichen Raum, Bremen

Mit freundlicher Unterstützung von STRÖER Deutsche Städte Medien

9. November 2006, 19 Uhr
Christian Boltanski – Ein Abend an der Städelschule
Christian Boltanski im Gespräch mit Ralf Beil und Daniel Birnbaum
Städelschule Frankfurt
In Zusammenarbeit mit der Städelschule und dem Institut Français, Frankfurt

12. November 2006 – 11. Februar 2007
Tadeusz Kantor – Theater des Todes
Ausstellung mit Fotografien von Inszenierungen des polnischen Meisterregisseurs Tadeusz Kantor von Günther Kühnel, Kalchreuth
Restaurant Alacarte Mathildenhöhe und Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

14. November 2006, 19.30 Uhr
Sonderführung von Institutsdirektor Ralf Beil in französischer Sprache
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Institut Français, Frankfurt

16. November 2006, 19.30 Uhr
Imre Kertész
Lesung und Gespräch mit dem ungarischen Literatur-Nobelpreisträger von 2002
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt

23. November 2006, 19.30 Uhr
„Die Erinnerung lebt außerhalb unserer Reichweite fort.“ Tadeusz Kantors Leben im Werk.
Eine Einführung mit Bildern und Filmausschnitten

Multimedia-Vortrag von Dr. Uta Schorlemmer, Zürich
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt

18. Januar 2007, 19.30 Uhr
I Do Not Know What It Is I Am Like.
Momentaufnahmen des Gedächtnisses
in Werken von Tadeusz Kantor und Christian Boltanski
Vortrag von Julita Fischer M.A., Mainz
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt
Ausführliches Programm

20. Januar 2007, 9-18 Uhr
Geschichte, Autobiografie und Fiktion in Kunst und Literatur
Interdisziplinäres Symposium im Rahmen der Ausstellung »Christian Boltanski. Zeit«
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt, Institute Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Philosophie
Ausführliches Programm

28. Januar 2007, 15-18 Uhr
Petit Christian
Kindertag auf der Mathildenhöhe
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
Mit freundlicher Unterstützung von MERCK
Ausführliches Programm

11. Februar 2007, 18 Uhr
Tadeusz Kantor – Eine Film-Finissage
Filmprojektion der Dokumentation Kantor ist da. Happenings der 60er Jahre von Dietrich Mahlow, Saarbrücken, 1968, 40 min. sowie des Theaterfilms Die tote Klasse von Andrzej Wajda, Warschau, 1975, 75 min.
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut, Darmstadt

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Les regards, 2001, Plakataktion, Warschau

Tadeusz Kantor, Die tote Klasse, 1983, Foto: Jaquie Bablet/CNRS

Photos dédicacées par A.M., distribuées à la fin des spectacles, 1975, Fotografie

Le repas refusé, 1974, Fotografie

 

Petit Christian
Kindertag auf der Mathildenhöhe

für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren
Sonntag, 28. Januar 2007, 15-18 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt

Der Kindertag Petit Christian bietet Kindern die Möglichkeit, die Ausstellung Christian Boltanski. Zeit spielerisch zu entdecken, um so die essentiellen Themen des französischen Künstlers Christian Boltanski kennenzulernen. Führungen von Kindern für Kinder, ein Suchspiel sowie diverse Einzelaktionen wie der Bau eines Schattentheaters frei nach Christian Boltanski, versprechen den Kindern einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag zu erleben.

15 Uhr
Begrüßung durch den Museumsdirektor Dr. Ralf Beil

15-17.30 Uhr
Begib Dich auf die Suche nach der Zeit
Mit Fragen, die Deinen pfiffigen Kopf herausfordern, kannst Du auf Spurensuche durch die Ausstellung gehen. Für besonders Clevere gibt es tolle Preise zu gewinnen.
17.30 Uhr Abgabe der Fragebogen im Foyer
18.00 Uhr Auslosung der Gewinner mit Preisverleihung

15-18 Uhr
Mal Dich selbst
Viele Künstler, insbesondere Christian Boltanski, gehen für ihre Werke von sich selbst aus. Auf unseren speziell angefertigten Zeichenstühlen kannst Du selbst zum Künstler werden und Dich mit Hilfe eines Spiegels porträtieren.

15-18 Uhr
Wir basteln uns ein Schattentheater
Früher hat sich Christian Boltanski oft geheimnisvolle Schattentheater für seine Ausstellungen ausgedacht. Auch unsere Ausstellung spielt viel mit Licht und Schatten. Gemeinsam mit anderen Kindern kannst Du ein eigenes Schattentheater erschaffen.

15-18 Uhr
Entdecke Dein Gesicht
Der Grafiker Tim Späth, BECKERSPÄTH Konzept und Design, wird Dich fotografieren und mit Deinem Gesicht nach Deiner Vorstellung am Computer eine Fotocollage erstellen.

15.15 / 16.15 / 17.15 Uhr
Kinder führen Kinder
Tabea und Charlotte, 12 und 13 Jahre, führen Euch durch die Ausstellung. Start der Führung ist im Foyer.

Der Eintritt ist frei!

Mit großzügiger Unterstützung von MERCK.

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I Do Not Know What it is I am Like
Momentaufnahmen des Gedächtnisses in Werken von Tadeuz Kantor und Christian Boltanski

Vortrag von Julita Fischer M.A.

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19.30 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt

Die Zeit umgibt uns, durchdringt uns, bestimmt unser Handeln. Sie ist immer und überall. Wie erklären wir aber die Zeit? Jeder weiss, was sie ist, keiner kann sie jedoch wirklich erklären. Unseres Verständnis der Zeit differenziert sie in zwei gegensätzliche Phänomene: Die objektive, physikalisch messbare Zeit, die unseren Alltag despotisch regelt, und die subjektive Zeit, die jeder von uns in sich trägt. Christian Boltanski und Tadeusz Kantor thematisieren in ihren Werken die Zeit, die subjektive Zeit. Dabei begeben sie sich auf die Suche nach dem Selbst. Auf dieser Reise – wie die beiden Künstler ihr künstlerisches Schaffen nennen – thematisieren sie die bildhafte Reflexion von Außen und Innen, von der uns umgebenden Wirklichkeit und von unserer inneren Realität.

»Die vollkommene Wahrheit ist einzig und allein die Darstellung des eigenen Lebens, sein Bloßlegen, ohne Scham« sagt Kantor anlässlich seiner letzen Theaterinszenierung Heute ist mein Geburtstag (1990). Dieses Bloßlegen des Lebens eines Künstlers vor dem Betrachter, schafft eine unmittelbare Nähe zwischen dem Kunstwerk und dem Rezipienten. Dabei sind Kantor oder Boltanski in ihren Werken um keine Rekonstruktion ihres eigenen Lebens bemüht, vielmehr konfrontieren sie den Betrachter mit den Fragmenten ihres Lebens. Fragmenten, die von Erinnerungen bestimmt werden. Diese Erinnerungen, die Kantor als Momentaufnahmen des Gedächtnisses bezeichnet, sind Bilder der Vergangenheit, des Todes und der Toten. Diese private Erinnerung wird einer kulturellen Erinnerung gegenübergestellt. Aus dieser Konfrontation resultiert ein Menschenbild, das jeder von uns als eine Spur der privaten und allgemeinen Geschichtsvergangenheit in sich trägt, welches meist von uns verdrängt wird und oft als verloren gilt.

Julita Fischer ist Doktorandin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie arbeitet u.a. als freie Dramaturgin und Kuratorin.

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Geschichte, Autobiografie und Fiktion
in Kunst und Literatur

Interdisziplinäres Symposium im Rahmen der Ausstellung Christian Boltanski. Zeit auf der Mathildenhöhe Darmstadt

Samstag, 20. Januar 2007, 9-18 Uhr
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe Darmstadt

Veranstalter: Institut Mathildenhöhe Darmstadt und Technische Universität Darmstadt, Institut Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Institut für Philosophie

Programm

Vormittag
Diskussionsleitung: Frau Prof. Dr. Petra Gehring (Institut für Philosophie, TU Darmstadt) / Prof. Dr. Fotis Jannidis (Institut Sprach- und Literaturwissenschaft, TU Darmstadt)

9.00 Uhr
Begrüßung durch Herrn Dr. Ralf Beil (Direktor, Institut Mathildenhöhe Darmstadt)

9.15 Uhr
Prof. Dr. Renate Berger (Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung, Universität der Künste Berlin)
Nicht nur du schreibst das Buch; gleichzeitig schreibt das Buch auch dich. Ungleiche Zwillinge: Zum Verhältnis von Autobiografie und Biografie

10.15 Uhr
Prof. Dr. Alfred Nordmann (Institut für Philosophie, TU Darmstadt) mit Herrn Achim Barrenstein (Schauspieler)
Alle Erinnerungen dieser Welt: Sebalds ‚Austerlitz‘ und andere Festungen gegen die Zeit

11.15 Uhr
Prof. Dr. Ruth Florack (Seminar für Deutsche Philologie, Universität Göttingen)
Spur, Metonymie und Lücke – W. G. Sebald und G. Perec im Kontext der Gedenkkultur

Mittagspause

Nachmittag
Diskussionsleitung: Dr. Ralf Beil (Direktor, Institut Mathildenhöhe Darmstadt)

14.15 Uhr
Prof. Dr. Peter J. Schneemann (Institut für Kunstgeschichte, Universität Bern)
Wieviele Leben hat ein Künstler?
Autobiografie und Subjektbildung als künstlerisches Problem

15.15 Uhr
Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans (Germanistisches Institut, Ruhr-Universität Bochum)
Zeit und Verwandlung – die fiktionale Biographie der Materie in Calvinos Cosmicomics

16.15 Uhr
Dr. des. Alma-Elisa Kittner (Internationales Graduiertenkolleg Interart Studies, Freie Universität Berlin / Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig)
Zwischen Facts und Fiction. Visuelle Autobiographien von Hannah Höch bis Sophie Calle

17.15 Uhr
Podiumsdiskussion

18.00 Uhr
Ende des Symposiums

Tagungsbeitrag: 15 Euro
Ermäßigung für Studierende: 10 Euro

Anmeldung: Sekretariat
Institut Mathildenhöhe Darmstadt
Olbrichweg 13
64287 Darmstadt
Tel. 06151/ 13 2778
Fax 06151/ 13 3739
mathildenhoehe@darmstadt.de

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Das Kind in uns stirbt als erstes

Christian Boltanski im Gespräch mit Ralf Beil, Direktor des Instituts Mathildenhöhe

English version

Ralf Beil  Sie sind am 6. September 1944 in Paris zur Welt gekommen. Welches sind Ihre ersten Erinnerungen?

Christian Boltanski  Erste Kindheitserinnerungen sind entweder erfunden oder man erinnert sich an etwas, was einem später immer wieder aufs Neue erzählt worden ist. Vor sehr langer Zeit habe ich ein Büchlein gemacht. Es hieß Six souvenirs de jeunesse de Christian Boltanski und versammelte mehr oder weniger wahre Erlebnisse aus frühester Kindheit. Es funktionierte nach eben jenem Prinzip: Du liest es und denkst, »Das habe ich auch erlebt«. Die sechs Erinnerungen waren so allgemein wie möglich gehalten. Es ging um Gefühle, die jedes Kind hat – um Angst oder Unsicherheit.

RB  Was hat Sie an diesen Recherchen zur Kindheit interessiert?

CB  Ich habe deshalb so viel über meine Kindheit gearbeitet, weil ich sie vergessen wollte. In meiner gesamten Arbeit über die ersten Jahre meines Lebens findet sich kein einziges wahres Detail. Meine Kindheit war ziemlich außergewöhnlich, mir hat immer das »ganz Normale« gefehlt. Ob bewusst oder unbewusst: Ich habe mir statt meiner merkwürdigen Kindheit immer eine ganz klassische gewünscht. Meine Mutter konnte zum Beispiel nicht gut laufen, sie hatte Kinderlähmung. Kaum einen Meter konnte sie allein tun. Das hat mich als Kind sehr geprägt. Aber in meinen Arbeiten werden sie vergeblich danach suchen. Ich erzähle in ihnen nicht von meiner wahren Kindheit, sondern vom Klischee einer Kindheit.

RB  Wieso ist das Thema »Kindheit« für Sie so zentral bis heute?

CB  Es interessiert mich deshalb so sehr, weil ich glaube, dass das Kind in uns als Erstes stirbt. Tadeusz Kantor, ein Dramaturg, den ich sehr schätze, hat einmal gesagt: »Wir alle tragen ein totes Kind in uns.« Ich spüre das ganz stark.

RB  Auf der Mathildenhöhe werden wir am Anfang der Ausstellung Ihr eigenes Herz schlagen hören. Am Ende wird dann eine automatische Zeitansage den Raum erfüllen. Wie sind diese unterschiedlichen Zeiten – Lebenszeit und Weltzeit – für Sie verbunden?

CB  Es geht nicht um Zeit, es geht um den Tod. Doch das eine ist untrennbar mit dem anderen verbunden. Die Kunst hat im Grunde nur sehr wenige Themen. Und seit den Anfängen der Kunst wiederholen sie sich: Die Suche nach Gott, Sex, Naturbewunderung... Die Fragen, die sich angesichts des Todes stellen, waren schon immer ein besonderes Thema, sowohl in der Philosophie als auch in der Religion und der Kunst. Jeder von uns ist einzigartig, und zugleich sind wir so fragil, so unerträglich vergänglich.
Ich denke, jeder Künstler spricht letztlich von sich selbst. Jeder erzählt seine eigene Geschichte. Doch diese Erzählung wird im besten Fall zur Geschichte der anderen.

RB  Der russische Installationskünstler Ilya Kabakov will die Besucher mit seinen Totalinstallationen vollkommen vereinnahmen, er will sie hineinziehen, festhalten, sie regelrecht gefangen nehmen. Wie arbeiten Sie mit dem Betrachter?

CB  Ich möchte – und das verbindet mich mit Kabakov –, dass der Betrachter nicht außen vor bleibt, sondern ins Innere des Kunstwerkes vordringt. Und dennoch will ich keine eindeutige Botschaft senden. Meine Werke kann man ganz unterschiedlich aufnehmen – je nachdem, wie vorbelastet man ist. Ich akzeptiere das. Jeder sieht, was er sehen will.

RB  Für die »Zeit«-Ausstellung auf der Mathildenhöhe denken Sie an die Realisierung eines regelrechten Parcours: eine gigantische Totalinstallation.

CB  Ja, das ist für mich das Spannende an dieser Ausstellung: Es gibt einen bereits klar definierten Anfang und ein Ende und dazwischen eine noch unbestimmte Progression. Zum Schluss wird aus allen Arbeiten ein einziges Werk. Die Besucher werden sich im Inneren dieses Werkes befinden und sich darin verlieren können.
Ich bin ein Künstler, der Gefühle wecken will. Kunst bedeutet für mich nicht, immer nur Fragen zu stellen. Ich wünsche mir, dass die Leute kommen und etwas fühlen. Kunst ist ein Abenteuer, in das man mit Haut und Haaren eintaucht. Die Besucher müssen kommen, verwirrt sein und sich fragen, ob es sich überhaupt um eine Ausstellung handelt.

Das vorliegende Interview ist ein Auszug aus einem umfangreichen Gespräch mit Christian Boltanski, geführt am 24. Mai 2006 im Atelier Boltanski in Malakoff, Paris, vollständig abgedruckt im Katalog zur Ausstellung »Christian Boltanski. Zeit«.

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Photographie de ma petite soeur en train de creuser sur la plage de Granville, 1969, Fotografie

Christian Boltanski prenant son goûter, 3 mars 1951, 1970, Fotografie

L'album de photo de la famille D., 1971, Fotografie

L'homme qui tousse, 1969, Filmstills

Christian Boltanski
Time

Institut Mathildenhöhe Darmstadt
November 12th 2006 to February 11th 2007

Opening, Saturday November 11th 2006 at 5.30 p.m.

The Artist
On October 18th 2006 Christian Boltanski will be awarded the Nobel Prize for the Arts, the Praemium Imperiale. And rightly so. For the Frenchman Christian Boltanski (born 1944), one of the most important contemporary artists in the world, is a master of  stage-setting situations and spaces. In them he powerfully evokes and questions central parameters of human existence such as lifetime, identity, the body, death and our legacy.

The Exhibition
For Time, his first major monographic show in Germany for ten years, Christian Boltanski combines already existing works with new ones, specially developed for the exhibition at the Mathildenhöhe Darmstadt, to create a unique space-overlapping total installation. High-quality loans from the collections of the Musée national d’art moderne, Centre Pompidou, Paris and the Danish ARKEN Museum of Modern Art can also be seen there, as can virtually unknown early films by the artist. The soaring rooms of the exhibition building are turned into the echo chamber of his autobiography which – whether invented or real – is always the basis of his art of memory.

The Catalogue
The exhibition catalogue, developed in close collaboration with the artist and edited by Ralf Beil, probes the completely individual echo chamber of Christian Boltanski’s art with philosophical, literary and aesthetic contributions by Aleida Assmann, Samuel Beckett, Ralf Beil, Jorge Luis Borges, Franz Kafka, Tadeusz Kantor, Gabriel Ramin Schor, W.G. Sebald, Werner Spies and Andrei Tarkovsky, as well as a wide-ranging interview with the artist by Ralf Beil.

The lavishly illustrated catalogue book is published by HatjeCantz in a German and an English edition, 22 x 28 cm, 156 pp., 114 ill., 82 in colour. Price: € 29.00 at the exhibition, € 35.00 from bookshops. order Catalogue

The Special Edition
In conjunction with the exhibition a special edition designed by Christian Boltanski exclusively for the occasion will appear, entitled Portrait chinois de C.B. In French Portrait chinois means a linguistic play in which self-portraits are emerging out of analogical associations. The artist is transferring this game in his special edition in the visual realm. The two sheets of the diptych, picture montages each consisting of three excerpts of photographs of Christian Boltanski as a child, youth and older man face with self-portrait-collages of the artist and his life time that are as expressive as they are puzzling. The numbered special edition, published by the Institut Mathildenhöhe and HatjeCantz Publishers, is limited to 50 copies.
Price: € 1200.-

The Newspaper Supplement
To coincide with the opening on November 11th 2006, a 12-page supplement will appear in the Darmstädter Echo, exclusively designed by Christian Boltanski. With its blend of informative and genuinely artistic elements in mimicry of the newspaper layout, the Christian Boltanski. Time supplement itself becomes a work of art.

The Billboard Project in Public Space
The artist’s billboard campaign Les Regards makes large sized posters appear like guerillas in the jungle of today’s advertising in Frankfurt and Darmstadt. Huge pairs of eyes turn the anonymous advertising panels into subjects. Their gazes broach the issues of the momentariness of time and existence. An echo of this billboard campaign in Public Space is for the time of the exhibition also situated at the facade of the exhibition building. Here the eyes gaze far over Darmstadt abroad and lend their glimpse the Time-exhibition scene. 

The Time-Parcours
Two works are exemplary of the Time exhibition. One is the artist’s heart. It beats at Mathildenhöhe Darmstadt, at the start of the exhibition, at the end of a long, narrow corridor. A light bulb flickers and fades, synchronized with Christian Boltanski’s heartbeat. Amplifiers allow us to listen into the artist, to hear his rhythm of life. Le cœur (2005) – a document of radically subjective lifetime and its fragility. The other work is the automatic speaking clock. It speaks at Mathildenhöhe Darmstadt at the end of the exhibition and from all four corners of the big hall. “At the signal, it will be . . . At the signal, it will be . . . ” Horloge parlante (2003) realizes world time in merciless imperturbability. Time passes without any possibility of escape. Boltanski compares it to Chronos’s pitilessness: “Confronted with this Greek God who, completely untouched by human fate, knows neither good nor evil, all human effort is rendered futile, whether it be life itself, the struggle against death, or the attempt to do anything. There’s only one thing stronger than we are, and that’s the eternal progression of time, which never stops and inevitably leads to death.”

Both sound installations represent a paradigmatic change in Boltanski’s œuvre. Just as he inserted elements of distance and deception into his earlier works, fictionalizing his own history and biography as well as that of other people; today it is his heart that we can hear beating and his own lifetime which is relentlessly running out. They are his documents on display (La vie impossible de C. B., 2001), his dead ones on the wall (Mes morts, 2002), his sick in the ward (Les lits, 1997/98) and it is his face that continually ages (Entre temps, 2003). “I used to think about the death of other people. Now it’s increasingly about my own death.” This is why Time also contains a selection of relatively unknown early films. In these films, family members play the artist’s alter ego and, if we give credence to Boltanski’s contemporary depictions of his childhood, they are sketching an atmospherically precise picture of the constriction and the distress caused to physis and psyche (L’homme qui tousse, 1969), or presenting an intense image of isolation and laconic hopelessness (Essai de reconstitution des 46 jours qui précédèrent la mort de Françoise Guiniou, 1971).

Various aspects of time have been brought up in Boltanski’s work over the past decade, contrasting subjective with objective time, and lifetime with world-time. However, the Time exhibition not only presents Christian Boltanski’s depictions of time in condensed form, it also exposes the temporal span of his work, making the principal features visible. The compulsive auto-aggression of the man who coughs blood-red paint thus confronts the violence of the visitors who have inevitably become perpetrators through simultaneously witnessing and actively uncovering the photographs of victims in Scratch Room (2002/2006). The torturously quiet 46 days leading up to Françoise Guinou’s death follow the nerve-wrecking twittering of the media storm of sixty 6 septembres (2005) which flicker, accelerated two-thousand-fold, across projection screens – in the end, the fate of the individual is equally as intangible as the collective memory of a century.

Further works and installations in the Time exhibition: Bébé négatifs (2002), Les Containers (2006), Zeyt (2001), Tot (2001), Prendre la parole II (2006), Les regards (2004/2006) 

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Portrait chinois de C.B., 2006
Oh Mensch!, Theaterprojekt, Paris 2003


Lost,1995, Rauminstallation, Grand Central Terminal, New York
Portrait chinois de C.B., 2006
Les mains de Prague, 2001, Fotografie
Les regards, 1998, Plakataktion, Paris
Nächte unter Tage, Theaterprojekt, RuhrTriennale, Foto: Bernd Uhlig
Tot, 2001, Lichtinstallation, Kewenig Galerie, Köln

Scratch room, 2002, Rauminstallation, Foto: ONUK, Karlsruhe

Zeyt, 2001, Rauminstallation, Kewenig Galerie, Köln

The Accompanying Program

7 November 2006 – 16 November 2006
Les Regards
Billboard campaign from Christian Boltanski at Frankfurt and Darmstadt
In collaboration with Stiftung Bremer Bildhauerpreis – Rolandspreis für Kunst
im öffentlichen Raum, Bremen
Kindly supported by STRÖER Deutsche Städte Medien

9 November 2006, 7 p.m.
Christian Boltanski – An Evening at Städelschule
Christian Boltanski in conversation with Ralf Beil and Daniel Birnbaum
Städelschule Frankfurt
In collaboration with the Städelschule and the Institut Français, Frankfurt

12 November 2006 – 11 February 2007
Tadeusz Kantor – Theatre of Death
Exhibition with photographs of theatre productions of the polish master director
Tadeusz Kantor by Günther Kühnel, Kalchreuth
Restaurant Alacarte Mathildenhöhe and Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

14 November 2006, 7.30 p.m.
Special guided tour by Ralf Beil, the Director of the Institute, conducted in French
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with the Institut Français, Frankfurt

16 November 2006, 7.30 p.m.
Imre Kertész

Reading and discussion with the Hungarian winner of the 2002 Nobel Prize for Literature
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with the Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt

23 November 2006, 7.30 p.m.
“Memory exists beyond our reach”. Tadeusz Kantor’s life in work.
An introduction with images and film screening
Multi media lecture by Dr. Uta Schorlemmer, Zurich (in German)
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

18 January 2007, 7.30 p.m.
“I Do Not Know What It Is I Am Like”. Snapshots of recollection in the works of Tadeusz Kantor and Christian Boltanski
Lecture by Julita Fischer M.A., Mainz (in German)
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt

20 January 2007, 9 a.m.–6 p.m..
History, Autobiography and Fiction in Art and LiteratureInterdisciplinary Symposium to coincide with the Christian Boltanski. Time exhibition
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with the Technische Universität Darmstadt, Institut Sprach-
und Literaturwissenschaft and Institut Philosophie

28 January 2007, 3-6 p.m.
Petit Christian
Children’s Day at Mathildenhöhe Darmstadt
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
Kindly supported by MERCK

12 February 2007, 6 p.m.
Tadeusz Kantor - Film-Finissage
Film projection of the documentation Kantor ist da. Happenings der 60er Jahre von Dietrich Mahlow, Saarbrücken, 1968, 40min., German, and of the theatre film Die tote Klasse von Andrzej Wajda, Warsaw, 1975, 75 min., German
Exhibition Building, Mathildenhöhe Darmstadt
In collaboration with Deutsches Polen-Institut, Darmstadt 

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Portrait Christian Boltanski
Les regards, 2001, Plakataktion, Warsaw

Tadeusz Kantor, Die tote Klasse, 1983, photograph: Jaquie Bablet/CNRS

Photos dédicacées par A.M., distribuées à la fin des spectacles, 1975, photograph

Le repas refusé, 1974, photograph

Childhood is the first thing in us to die

Christian Boltanski in conversation with Ralf Beil, Director Institut Mathildenhöhe

Ralf Beil You were born in Paris on September 6, 1944. What are your first memories?

Christian Boltanski The first childhood memories are either invented, or you remember stories which you were later told time and time again. A very long time ago I put together a little book, called Six souvenirs de jeunesse de Christian Boltanski (Six Memories of Youth by Christian Boltanski). It contained more or less true experiences of my early childhood. It worked according to the same principle. You read it and think, “I had the same experience.” The six memories have been kept as general as possible; they deal with the emotions which every child goes through, such as feelings of fear or uncertainty.

RB What did you find interesting about this research on childhood?

CB I’ve dealt with my childhood in my work so much because I wanted to forget it. My entire work on C.B., on the early years of my life, doesn’t contain a single true piece of information. My childhood was pretty exceptional; I always missed not experiencing the “completely normal” aspects. Whether consciously or subconsciously, I always wanted to have a standard, classic childhood instead of the remarkable one I had. To take an example, my mother had polio so she couldn’t walk very well. She was hardly able to manage a meter by herself. That had a real effect on me as a child. But you won’t be able to find anything about that in my work. My works describe a stereotyped childhood rather than the childhood I really had.

RB Why is childhood such a central theme for you?

CB I find it so interesting because I believe that childhood is the first thing in us to die. Tadeusz Kantor, a dramaturge whom I regard highly, once said, “We all carry a dead child within us.” I feel that very strongly.

RB At the Mathildenhöhe in Darmstadt we will hear your own heartbeat at the beginning of the exhibition. At the end the voice of a Horloge parlante (Speaking Clock) fills the room. What does time mean for you?

CB It’s not about time, it’s about death. But the two are inextricably linked. Art basically deals with only a few subjects, and they have been repeated since art began: searching for God, sex, admiring nature... Questions which are raised when confronted with death have always been a major area, whether in philosophy, religion, or art. On the one hand each of us is unique; on the other hand we’re so fragile, so unbearably transitory. The most important factor for me in art is that every artist is basically saying something about himself. Everyone tells their own story, but it’s a tale which at best will become someone else’s story.

RB The Russian installation artist Ilya Kabakov wants to completely monopolize the audience with his total installation; he wants to pull them in, hold them tight, really take them captive. How do you work with your audience?

CB What connects me with Kabakov is that I want the observer to penetrate the work, and not to remain on the outside. However, I don’t want to send any clear-cut signals. The reception of my work can vary – depending on how much baggage from the past you bring along. I accept that. Everyone sees what they want to see.

RB  For the exhibition Time at Mathildenhöhe Darmstadt you’re thinking about virtually installing a parcours: a gigantic total installation.

CB That’s what I find so exciting about this exhibition: there’s a clearly defined beginning and end, and between that a progression which hasn’t yet been determined, so that you end up with all the works merging to form one single work. The visitors will be on the inside of this work; they’ll be able to lose themselves in it. I’m an artist who wants to arouse emotion. For me, art doesn’t always mean just asking questions. I want people to come and feel something. Art for me is an adventure where you just dive in. The visitors should come, be confused, and ask themselves if it really is an exhibition.

Extract of a comprehensive interview with Christian Boltanski, held May 24th 2006 at the studio of the artist in Malakoff, Paris, completely printed in the exhibition catalogue Christian Boltanski. Time.

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Photographie de ma petite soeur en train de creuser sur la plage de Granville, 1969, photograph

Christian Boltanski prenant son goûter, 3 mars 1951, 1970, photograph

L'album de photo de la famille D., 1971, photograph

L'homme qui tousse, 1969, film stills

Ilona Ruegg
Luft Haus / Zeitbau 4

Das Lufthaus ist 7 Tage, während 168 Stunden vor dem Ausstellungsgebäude der Mathildenhöhe sichtbar Montag, 16. Oktober bis Sonntag, 22. Oktober 2006
Finissage: Sonntag, 22. Oktober von 12 bis 15 Uhr

Ilona Rueggs Luft Haus ist ein Projekt im Zwischenraum - und dies ganz wörtlich und im mehrfachen Sinn: Irgendwo zwischen Hausbau und Lager, zwischen Russischer Kapelle und Platanenhain, zwischen Abbau und Aufbau der Mathildenhöhe-Ausstellungen wird für wenige Tage ein sonst kaum beachteter Passagenort aktiviert, markiert, ventiliert. Ebenso sperrig wie luftig wird hier erprobt, was es heißt, ein Haus aus dem Verkehr zu ziehen, bevor es überhaupt Haus geworden ist - und was dabei zu erfahren ist. Ein Kunst-Haus von heute grüßt die Ahnen der Künstlerkolonie von 1900.

Im Rahmen des Projekts TIEFLADER / ZEITBAU 3, das letzten Herbst in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein stattfand, wurde Ilona Ruegg von der Architektin Simone Neubauer, Architekturbüro Umbauter Raum, auf ein in Planung befindliches Orchideenhaus angesprochen. Dieses 5 x 5 x 3.60 m große Gewächshaus soll aus vorgefertigten Betonelementen gebaut werden.

Vor der endgültigen Fertigstellung des Gebäudes in der Nähe von Frankfurt, wird der Transport der vorgefertigten Bauteile von der eigentlichen Route in Richtung Bauplatz zur Mathildenhöhe umgeleitet und für eine Arbeitswoche unterbrochen. Ilona Ruegg wird in nächster Nähe zu Joseph Maria Olbrichs Jugendstilbauten eine Art Zwischenlager des fragmentierten Hauses errichten. Im zukünftigen Orchideenhaus werden notwendigerweise Ventilatoren für die Luftumwälzung zum Einsatz kommen, um damit ein konstantes Klima für die Kultivierung der Orchideen zu schaffen. Zum Zeitpunkt des Zwischenlagers gibt es keinen vom Außenraum unterschiedenen Innenraum. Gleichwohl kommen Ventilatoren ins Spiel. Sie beziehen ihren Strom aus dem Institut Mathildenhöhe und verwirbeln die Luft der Umgebung. Die aufkommende Luftbewegung kann so alle am Ort vorkommenden Sachverhalte und Vorkommnisse streifen: die kurzfristig lose gelagerten Elemente, welche schon einen zukünftigen Ort bezeichnen, aber auch den tatsächlichen Ort mit Gebäuden, die im weitesten Sinne einen Kultivierungsauftrag haben, und ebenso die vorbeigehenden und sich dort aufhaltenden Personen.

Den Luftströmen ausgesetzt, macht das fragmentierte Orchideenhaus, die Einbindung aller Bedingungen und Beteiligungen wahrnehmbar. Die Unterbrechung des Prozesses, der aus losen Elementen einen geschlossenen Raum schaffen wird, ermöglicht auf der Mathildenhöhe einen kurzen Moment des Potenziellen.

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LUFT HAUS
Installation von Ilona Ruegg auf der
Mathildenhöhe

© Ilona Ruegg

Mathilda is calling –
Erinnerung als Zukunft

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Vernissage, Samstag, 15. Juli 2006 um 18.30 Uhr
Anschließend „Waltzing Mathilda“
Großes Sommerfest auf der Mathildenhöhe

„Mathilda is calling“, die programmatische Eröffnungsausstellung des neuen Direktors der Mathildenhöhe Ralf Beil, konfrontiert den aussergewöhnlichen Reichtum des einzigartigen Kulturortes mit künstlerischen Positionen der Gegenwart. Im berühmten Ausstellungsgebäude von Joseph Maria Olbrich entsteht so ein Laboratorium der Erinnerung, das Kunst, Kultur, Design und Architekturgeschichte gleichermaßen reflektiert und in Bewegung setzt. Nicht umsonst lautet der Untertitel der Ausstellung „Erinnerung als Zukunft“.

Zu den Protagonisten dieser ambitionierten Schau, die mit dem Wasserreservoir unter dem Ausstellungsgebäude sowie dem Sandterrain und Platanenhain auch das weitere Umfeld der Mathildenhöhe neu entdecken wird, gehören Arnold Böcklin, Martin Brüger, Ariane Epars, Joseph Grigely, San Keller/Su Yung Park, Julius Lange, Goshka Macuga, Rémy Markowitsch, Piero Steinle, Tobias Rehberger, Julian Rosefeldt, Henry van de Velde, Paul Weber und viele andere mehr.

Alle zeitgenössischen Künstlerinterventionen sind speziell für „Mathilda is calling“ und die Mathildenhöhe entwickelt worden: Der persönliche Einsatz der beteiligten Künstlerinnen und Künstler ist aussergewöhnlich und verspricht ein einmaliges Ereignis von hoher Intensität.

„Meine Eröffnungsausstellung wird die Mathildenhöhe, diesen fulminanten, zuweilen noch unterschätzten Schauplatz der Künste in neuem Licht präsentieren“, so Ralf Beil. „Der Titel „Mathilda is calling“ signalisiert den Ruf und das Selbstbewusstsein eines sich unaufdringlich, aber zugleich unüberhörbar auf der Kunstlandkarte zurückmeldenden Ortes.“

Der Katalog
Das im HatjeCantz Verlag erscheinende, reich bebilderte Katalogbuch zur Ausstellung, herausgegeben von Ralf Beil, vereint Texte von Ralf Beil, Gernot Böhme, Sonja Feßel, Esther Maria Jungo, Eva Meyer-Hermann, San Keller/Su Yung Park, Friedrich Kittler, Joseph Maria Olbrich, Edgar Allan Poe, Rudolf Schmitz und Reinhard Spieler sowie eine Chronik der Mathildenhöhe 1833-2006 von Sabine Welsch. 184 S., 19 x 25,5 cm, gebunden, € 30,–. Katalog online bestellen

Zehn Künstler – zehn Orte – zehn Erfahrungswelten
Das Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Es ist eine kulturhistorische Sensation und Augenweide zugleich: das vollständig erhaltene Redaktionszimmer der Pariser Avantgardezeitschrift „La Revue Blanche“ aus den Jahren 1899 bis 1903, geschaffen von Henry van de Velde. Bis anhin kaum bekannt, wird es von dem Amerikaner Joseph Grigely (*1956) erstmals gebührend in Szene gesetzt. Der seit seinem zehnten Lebensjahr taube Kommunikationskünstler erweckt das lang verstummte Mobiliar, an dem einst Künstler, Literaten und Musiker wie Pierre Bonnard, André Gide und Claude Debussy Platz nahmen, ebenso bildmächtig wie erzählerisch zu neuem Leben.

Lachen, weltweit: Der in München geborene und in Mailand lebende Video-Künstler Piero Steinle (*1959) holt es für uns auf die Mathildenhöhe. So wie er die zahlreichen, in Vergessenheit geratenen Büsten des 19. Jahrhunderts aus den Tiefen des hauseigenen Sammlungsdepots ins Licht rückt. Das Ergebnis ist eine auf alle Sinne wirkende Multi-Media-Installation, die das Kollektiv der in artifizieller Würde erstarrten Stadt- und Kulturprominenz von einst auf die Lachclubs der Gegenwart mit ihrer künstlich erzeugten Heiterkeit treffen lässt und Zwang wie Befreiung physisch-psychisch erlebbar macht.  

„Mathilda meets Böcklin“: Im gigantischen Oberlichtsaal, den die in London lebende polnische Künstler-Kuratorin Goshka Macuga (*1967) bespielt, glühen rundum auf der schwarzem Wandbespannung die Schätze der städtischen Gemäldesammlung auf: allein elf Werke des Jahrhundertwendemalers Arnold Böcklin, eingebettet in die Landschaftsmalerei seiner Zeit. Im Raum selbst wandert der Besucher, von einer Stimme im Ohr geführt, zwischen Interieur-Inseln aus Stühlen, Tischen, Teppichen, Palmen und Regalen umher, die mit Kultur- und Designelementen aus allen Bereichen des kreativen Schaffens vom Jugendstil bis heute eine überwältigende Raumlandschaft entstehen lassen.

6.500 leere Bordeauxflaschen, durchflutet vom Sonnenlicht, tauchen den einst offenen, weinumrankten Rosenhof erstmals wieder in vegetatives Grün. Die wechselvolle Geschichte des Ortes kommt damit ebenso ins Spiel wie der euphorisierende, doch allzu vergängliche Rausch der Lebensreformbewegung um 1900. Der in Berlin lebende Zürcher Multi-Media-Künstler Rémy Markowitsch (*1957) entfesselt in seinem betörend-irritierenden Grünraum gezielt Natur- und Kulturgewalten. Wachsen aus den Raumecken riesige schwarze Rosen heraus, so schlägt in einem gläsernen Brunnen immer wieder ein Schlauch voll heißer Luft um sich: Sinnbild scheiternder Lebensreformen nach 1900 – oder auch Abbild heutiger Haltlosigkeiten? 

Das Wasserreservoir

Erstmals seit 125 Jahren wird das 1000 Quadratmeter große Wasserreservoir zum öffentlich betretbaren Kunstort. Mit ihrer subtilen Licht- und Toninstallation pointiert die Westschweizer Künstlerin Ariane Epars (*1959) auf einmalige Art und Weise die grandiose Backsteinarchitektur des 1880 eingeweihten Bauwerks, auf dem sich das Ausstellungsgebäude erhebt. Die Spiegelungen der Schriftprojektionen auf der Wasseroberfläche werden ebenso Teil ihrer Arbeit wie das Echo der Stimmen aus dem Off, die von Vergangenheit und Gegenwart des unterirdischen Speichers sprechen.

Das Dach des Ausstellungsgebäudes, der Platanenhain und das Sandterrain

„Mathilda goes Bollywood“: Aus Mumbai/Indien kommt das gigantische Gemälde im Cinemascope-Format (4 x 18 m), das der in München geborene und in Berlin lebende Videokünstler Julian Rosefeldt (*1965) im Bollywood-Plakatstudio Balkrishn in Auftrag gegeben hat. „Mathilda“ heißt der Film, in dem die kaum mehr bekannten Darmstädter Meister des 19. Jahrhunderts groß herauskommen: weithin sichtbar auf dem Dach des zum Filmpalast mutierten Ausstellungsgebäudes.

Auf Platane Nr.168 lässt der in Esslingen geborene und in Frankfurt lebende Tobias Rehberger (*1966), ein permanenter Grenzgänger zwischen Kunst, Design und Architektur, sein futuristisch zersplittertes Baumhaus bauen: halb verunglücktes Ufo, halb orange-lila Blüte im grünen Blätterdach. Ein „Künstlerhaus“ anno 2006 inmitten des ältesten Kulturterrains der Mathildenhöhe, dem um 1800 angelegten Platanenhain. Sein suggestiver Name: „Ausgesetztes Waisenkind III“.

Vom bahnbrechenden Aufbruchsgeist der Künstlerkolonie um 1900 beflügelt, bereitet uns der im Odenwald geborene und in Darmstadt lebende Installationskünstler Martin Brüger (*1965)  mit seinem unweit von Schwanentempel und Russischer Kapelle platzierten Infocontainer samt Werbetafelauf eine radikal neue Zukunft der Mathildenhöhe vor: „Abriss der historischen Substanz – neuer Freiraum für zeitgenössische Aktivität“, so lautet das von ihm initiierte Bauvorhaben für 2008.

Die Reiseperformance / Das Aktionsobjekt im Foyer des Ausstellungsgebäudes

„Mathilda is calling“: Der Schweizer Performancekünstler San Keller (*1971) und die südkoreanische Performerin Su Yung Park (*1972) nehmen es wörtlich und kommen. Mit einem alten Gepäckwagen. Über 500 Kilometer Wegstrecke. Tag und Nacht schieben sie sich in ihrer Reiseperformance „Come Together“ gegenseitig voran, bis sie die Mathildenhöhe erreichen. Der Gepäckwagen bleibt bis zu einer nächsten Reiseeinladung als „Aktionsobjekt“ im Foyer des Ausstellungsgebäudes. 

Unsere Partner
Baumhaus, Wiesbaden
Bose
HSE Südhessische Engergie AG
HR2 Kultur
Etat de Vaud
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Schweizer Kulturstiftung Prohelvetia
Sparkasse Darmstadt





Rémy Markowitsch, YOU ARE NOT ALONE (Vol.3), Installation (Detail), Kunsthalle Nürnberg (On Travel), 2005
Courtesy: Galerie EIGEN + ART, Berlin - Leipzig

Wasserreservoir, Mathildenhöhe Darmstadt, Raumansicht, 2006 (Foto: Rühl und Bormann)
Piero Steinle, Ein Kerem, Jerusalem, 2006, Videostill
Martin Brüger, Fotomontage für Der dritte Aufbruch, 2006
Julian Rosefeldt, Making of Mathilda, Studio Balkrishn, Mumbai, Indien, 2006
San Keller / Su Yung Park, Come Together, Reiseperformance, 1. Etappe, März 2005
Historische Raumansicht der Arnold Böcklin-Jubiläumsausstellung in Basel, 1897
Henry van de Velde, Redaktionszimmer 1899-1903 der Pariser Zeitschrift La revue blanche, 1898, historische Raumansicht, Großes Haus Glückert, Mathildenhöhe, Darmstadt
Platanenhain, Mathildenhöhe Darmstadt, 1989 (Foto: Christiane Geelhaar)

Das Rahmenprogramm

Sa. 15. Juli 2006, 20 Uhr
Waltzing Mathilda
Großes Sommerfest auf der Mathildenhöhe

Sa. 12. August, 14–18 Uhr
Little Mathilda
Kindertag auf der Mathildenhöhe
für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren

Sa. 2. September 2006, 19 Uhr
Mathilda Goes Bollywood
Filmnacht auf der Mathildenhöhe

Do. 7. September 2006, 19.30 Uhr
Arnold Böcklin meets Goshka Macuga
Vortrag von Prof. Dr. Beat Wyss, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

Do. 14. September 2006, 19.30 Uhr
In Darmstadt leben die Künste
Dr. Ralf Beil im Gespräch mit Bernd Krimmel,
Gründungsdirektor des Institut Mathildenhöhe 1974 bis 1989

Do. 21. September 2006, 19.30 Uhr
Glaspalast, Kunsttempel, Ausstellungspavillon. Die Inszenierung von Kunst um 1900
Vortrag von Dr. Renate Ulmer,
Oberkustodin Institut Mathildenhöhe

Fr. 22. September 2006, 19–1 Uhr
Lange Nacht der Musen
Führungen, Vorträge, Musik

Do. 28. September 2006, 19.30 Uhr
Es gibt vielleicht auch für das Lachen
noch eine Zukunft

Vortrag von Prof. em. Dr. phil. Gernot Böhme, Direktor, Institut für Praxis der Philosophie

So. 8. Oktober 2006, 17 Uhr
Die Zukunft der Mathildenhöhe
Podiumsdiskussion zur Finissage
mit Dr. Ralf Beil, Martin Brüger,
Nikolaus Heiss, Prof. Jochem Jourdan


Little Mathilda
Kindertag auf der Mathildenhöhe

für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren,
Samstag, 12. August 2006, 14.00 bis 18.00 Uhr

Mit dem Kindertag „Little Mathilda“ ist am Samstag (12.8.) ein neuer Höhepunkt auf der Mathildenhöhe zu erwarten. An diesem Tag gehören der Musenhügel und die Ausstellung von 14-18 Uhr den Kindern zwischen 6 und 12 Jahren, bei freiem Eintritt für alle Kinder und Erwachsene. Mit vielen spannenden Einzelaktivitäten können Kinder die Installationen internationaler Gegenwartskünstler für sich erobern. So wird die bekannte Kinderliedermacherin Beate Lambert rund um das Baumhaus im Platanenhain die jungen Besucher mit „Musik und Geschichten im Platanenhain“ unterhalten, mit Liedern und Kindertänzen auf Trab bringen.

Unter dem Motto „Kinder führen Kinder“ werden Gustav (7) und Georgina (8 ½) alle wissensdurstigen jungen Gäste durch die Ausstellung führen. In der Aktion „Coole Sprüche, freche Bilder – Bastel Dir Deinen Button“, wird Tim Späth, Grafiker von BECKER SPÄTH Konzept und Design, die „Little Mathilda“-Besucher beim Herstellen eigener Buttons unterstützen. Eine Farbaktion mit dem Thema „Mal Dir die Mathildenhöhe!“, eine Bastelstation auf dem Sandterrain vor dem Ausstellungsgebäude und ein Such- und Gewinnspiel zur Ausstellung runden das „Little Mathilda“ Programm ab.

Programm
14.00 Uhr Begrüßung durch den Museumsdirektor Dr. Ralf Beil
14.30 Uhr Kinder führen Kinder – Gustav, 7 Jahre, führt durch die Ausstellung „Mathilda is calling“
15.00 Uhr Musik und Geschichten im Platanenhain – Beate Lambert singt und spielt im und unter dem Baumhaus von Tobias Rehberger
15.30 Uhr Kinder führen Kinder – Georgina, 8½ Jahre, führt durch die Ausstellung „Mathilda is calling“
16.00 Uhr Musik und Geschichten im Platanenhain – Beate Lambert singt und spielt im und unter dem Baumhaus von Tobias Rehberger
16.30 Uhr Kinder führen Kinder – Gustav, 7 Jahre, führt durch die Ausstellung „Mathilda is calling“
17.00 Uhr Musik und Geschichten im Platanenhain – Beate Lambert singt und spielt im und unter dem Baumhaus von Tobias Rehberger
17.30 Uhr Kinder führen Kinder – Georgina, 8½ Jahre, führt durch die Ausstellung „Mathilda is calling“
ABGABE der Gewinnspiel-Zettel
18.00 Uhr Auslosung des Gewinners von Sucht Mathilda! und Preisverleihung

Durchgehende Aktionen
14.00 bis 17.30 Uhr Sucht Mathilda!
Gewinnspiel mit Auslosung und tollen Preisen
14.00 bis 18.00 Uhr Coole Sprüche, freche Bilder
Bastel dir deinen Button mit dem Grafiker Tim Späth von BECKER SPÄTH Konzept und Design
14.00 bis 18.00 Uhr Mal dir die Mathildenhöhe!
Farbaktion bei den Pergolen vor dem Ausstellungsgebäude
14.00 bis 18.00 Uhr Bastelstation
Aktion auf dem Sandterrain
vor dem Ausstellungsgebäude

mit freundlicher Unterstützung
des Lions Club Mathildenhöhe, Darmstadt

Mathilda goes Bollywood –
Große Open Air Filmnacht auf der Mathildenhöhe
Ausstellungen, Restaurant, Shop und Hochzeitsturm
bis 24 Uhr geöffnet

Samstag, 2. September 2006, ab 19.00 Uhr

Für viele ist es längst zum Markenzeichen der Ausstellung „Mathilda is calling“ avanciert: das riesige Bollywood-Plakat auf der Mathildenhöhe. Nach Skizzen und Vorlagen des in Berlin lebenden Künstlers Julian Rosefeldt in den indischen Balkrishn Studios in Bombay angefertigt, wird es nun auch zum Stichwortgeber der diesjährigen großen Open Air Filmnacht: „Mathilda goes Bollywood“.

Präsentiert wird der Bollywood-Film „Indian Love Story – Kal Ho Naa Ho“, der 2004 in Europa Furore machte. Er startete unter anderem im Forum „Junger Film“ auf der Berlinale und gewann in Frankreich auf dem Valencienne Film Festival den „Prix du Public“.

Im klassischen Bollywood-Stil erzählt der Film eine ebenso turbulente wie melodramatische Liebesgeschichte mit den Stars des indischen Kinos Shah Rukh Khan, Preity Zinta und Saif Ali Khan. Die Zeitschrift TVSpielfilm wertete: „Wer’s gerne knallbunt, melodramatisch und zu Herzen gehend kitschig mag, wird diese über drei Stunden lange Musical-Lovestory lieben.“ Und die Berliner Morgenpost ergänzte: „Selten kommen die Berlinale Zuschauer derart gut gelaunt aus dem Kino, strahlend, lachen, gestikulierend.“ Caterina Iezzi vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt, die die Filmnacht federführend betreut, wird eine kurze Einführung in den Film geben.

Für die Zeit bis zum Beginn des Films um 21 Uhr, hat sich das Team der Mathildenhöhe ein dem Bollywood-Film entsprechendes buntes Rahmenprogramm ausgedacht. So starten nach der Begrüßung durch Direktor Dr. Ralf Beil, kurz nach 19 Uhr die indischen Tänzerinnen Suma und Suja mit einem „Bollywood Tanzkurs“. Hier werden zu Filmmusiken aus „Indian Love Story“ die typischen Bollywood-Tanzschritte einstudiert. Im Anschluss an den Kurs geben die beiden Schwestern dann eine Kostprobe ihrer professionellen Tanzkunst mit Variationen aus klassischen Bollywood-Film-Musicals.

Kulinarisch schließt sich das Restaurant „Alacarte“ dem Motto
des Abends mit indischen Spezialitäten an, die Deutsch-Indische Gesellschaft wird Lassi, ein Joghurt-Mixgetränk, anbieten.

Ebenfalls zur Filmnacht gehören Kurzführungen durch die
Ausstellung „Mathilda is calling“ im Ausstellungsgebäude und
 „Joseph Maria Olbrich. Secession Wien – Mathildenhöhe Darmstadt“ im Museum Künstlerkolonie. Angelika Piccinin und Rita Latocha werden auf die Höhepunkte von „Mathilda is calling“ eingehen. Im Museum Künstlerkolonie werden Oberkustodin Dr. Renate Ulmer und Caterina Iezzi das architektonische Werk von Jospeh Maria Olbrich erläutern.

Die Helfer des „Ehrenamt für Darmstadt“ halten an diesem Abend den Museumsshop dankenswerterweise bis 24 Uhr geöffnet. Ebenfalls bis 24 Uhr bieten die Mitglieder des „Förderkreis Hochzeitsturm“ interessierten Besuchern einen Blick in den Nachthimmel über Darmstadt.

Programm
19.00 Uhr Begrüßung und Teamvorstellung durch Direktor Dr. Ralf Beil
19.05 Uhr Bollywood-Tanzkurs
19.00 bis 21.00 Uhr Kurzführungen durch die Ausstellungen „Mathilda is calling“ und „Joseph Maria Olbrich. Secession Wien – Mathildenhöhe Darmstadt. Ausstellungsarchitektur um 1900“.
20.05 bis 20.30 Uhr Tanzvorführung mit Variationen aus klassischen Bollywood-Film-Musicals durch die Schwestern Suma und Suja
21.00 Uhr Kurze Einführung in den Film durch Caterina Iezzi vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt
21.05 Uhr „Indian Love Story – Kal Ho Naa Ho“

Sonderöffnungen
19.00 bis 24.00 Uhr Ausstellungshaus, Museum Künstlerkolonie, Restaurant, Museumsshop, Hochzeitsturm

Filmvorführung und Tanzkurs sind ein kostenloses Angebot des Instituts Mathildenhöhe. Der Einlass in die Ausstellung inklusive der Führungen ist für diesen Abend ab 19 Uhr auf 3 Euro (2 Euro Museum Künstlerkolonie) ermäßigt; der Eintritt in den Hochzeitsturm beträgt 1,50 Euro. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Die Besucher werden gebeten, sich Sitzgelegenheiten mitzubringen.

Die typisch indische Blumengirlande um die Leinwand ist eine Spende des Blumenhauses Kalbfuß.





Original Filmplakat Indian Love Story, 2003 Quelle: Rapid Eye Movies

Arnold Böcklin meets Goshka Macuga
Vortrag von Prof. Dr. Beat Wyss, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

Donnerstag, 7. September 2006, 19.30 Uhr Ausstellungsgebäude

Die polnische, heute in London lebende Künstlerin Goshka Macuga (*1967) präsentiert in ihrer Installation The Past is a Foreign Country: They do Things Differently There die Schätze der Städtischen Kunstsammlung sowie des Instituts für Neue Technische Form in neuem Licht. Neben Möbeln, Teppichen und Pflanzen zeigt sie insbesondere auch elf Ölgemälde des Schweizer Künstlers Arnold Böcklin (1827-1901). Diesen grandiosen Gemälde, ihrer Präsentation vor schwarzem Nesselstoff sowie dem Leuchten ihrer Farben sollen im Vortrag von Professor Beat Wyss besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

In Darmstadt leben die Künste
Dr. Ralf Beil im Gespräch mit Bernd Krimmel,
Gründungsdirektor Institut Mathildenhöhe 1974 bis 1989

Donnerstag,14. September 2006, 19.30 Uhr Ausstellungsgebäude

Nach einer zweijährigen Renovierungsphase auf der Mathildenhöhe (1974-76), trat Bernd Krimmel mit der erfolgreichen Jubiläumsausstellung Ein Dokument Deutscher Kunst 1901 – 1976 seine Amtsperiode als Gründungsdirektor des Institut Mathildenhöhe an. Das Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe sollte von nun an ein ganzjähriges Programm bieten. Veranstaltungen „internationalen Formates“ sollten sich mit jenen „regionalen Charakters“ abwechseln. Es folgten Ausstellungen zu Arnold Böcklin (1976), Alfons Mucha (1980) und Lucio Fontana (1984). 2006 kommen der neue Direktor der Mathildenhöhe, Dr. Ralf Beil, und der Gründungsdirektor, Bernd Krimmel, zusammen, um über den Kunstort Mathildenhöhe, über Vergangenes und Kommendes zu sprechen.



Bernd Krimmel, rechts, mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem Darmstädter OB Günther Metzger im September 1992 auf der Mathildenhöhe
Quelle: Institut Mathildenhöhe

Glaspalast, Kunsttempel, Ausstellungspavillon. Die Inszenierung von Kunst um 1900
Vortrag von Dr. Renate Ulmer
Donnerstag, 21. September 2006, 19.30 Uhr Museum Künstlerkolonie

Kunstausstellungen als Medienschlager und Publikumsmagnet – dies ist beileibe kein Phänomen unserer Zeit. Schon im Verlauf des 19. Jahrhunderts hatte das jedermann zugängliche Ausstellungswesen eine ständig steigende, ja nahezu inflationäre Verbreitung und Bedeutung gewonnen. Für den zeitgenössischen Künstler begann die öffentliche Präsentation seiner Werke zur Plattform des Erfolgs zu werden. Das Resultat der enorm ansteigenden Künstlerzahlen, ständig wachsender Kunstproduktion und der Konkurrenz der Trägerschaften waren gigantische, dicht gedrängte Ausstellungen, mit denen „Kunststädte“ wie München, Berlin oder Wien miteinander konkurrierten. Der „Glaspalast“, ein viel bestaunter Typus zeitgenössischer Ausstellungsarchitektur, wurde zum Synonym für die überladenen Kunstpräsentationen des Fin de Siècle.                

An der Schwelle zum 20. Jahrhundert gipfelte der seit langem gärende Konflikt zwischen Akademismus und Avantgarde nicht nur in der Gründung secessionistischer Künstlervereinigungen sondern auch in der Entstehung neuartiger, bisweilen tempelartiger Kulturbauten und in einer Reform des Ausstellungswesens. Unter dem Einfluss des Jugendstils und seiner gesamtkünstlerischen Vorstellungen wurden Malerei und Plastik nun zunehmend raumkünstlerisch inszeniert. Programmatischen Charakter besitzt die Ausstellungs-architektur in den Formen der beginnenden Moderne.

Der Vortrag stellt anhand zahlreicher Bilder bleibende und temporäre Ausstellungsbauten von J. M. Olbrich, Peter Behrens, Hermann Billing u. a. vor. Im Zentrum steht die zeittypische  Inszenierung von Kunst, der Bogen spannt sich dabei von den prachtvollen Weltausstellungsarrangements bis hin zu den spektakulären, zukunftsweisenden Ausstellungen der Wiener Secession.       



J.M. Olbrich Ausstellungspavillon der Wiener Secession 1898
Quelle: Institut Mathildenhöhe

Lange Nacht der Musen
Führungen und Musik
Freitag, 22. September 2006, 19-1 Uhr
Ausstellungsgebäude und Museum Künstlerkolonie

Auch dieses Jahr bietet die Mathildenhöhe ein umfassendes Programm zur Langen Nacht der Musen an. Neben Führungen durch die Ausstellungen Mathilda is calling. Erinnerung als Zukunft im Ausstellungsgebäude und Joseph Maria Olbrich. Secession Wien – Mathildenhöhe Darmstadt im Museum Künstlerkolonie, erwartet die Besucher Konzerteinlagen von Tobias Wagner am Original Olbrich Flügel.

Es gibt vielleicht auch für das Lachen noch eine Zukunft
Vortrag von Prof. em. Dr. phil. Gernot Böhme, Direktor, Institut für Praxis der Philosophie
Donnerstag, 28. September 2006, 19.30 Uhr
Museum Künstlerkolonie

Ein zartes Lächeln, heiteres Schmunzeln, herzhaftes Loslachen oder auch höhnischer Spott – Lachen hat viele Facetten. Ausgehend von der Installation
1–2–3–LAUGH des Künstlers Piero Steinle spricht Prof. em. Dr. phil. Gernot Böhme über das Lachen: über historische und philosophische Ansätze, über die Gesellschaftlichkeit des Lachens, über seine physiologischen und therapeutischen Wirkungen, bis hin zur Lachkultur, die sich auch in den zahlreichen Neugründungen von Lachclubs und dem Praktizieren von Lachyoga zeigt.    

Finissage
Sonntag, 8. Oktober 2006

11 Uhr und 11.30 Uhr
Kinder führen Kinder – Gustav, 7 Jahre, und Georgina, 8 Jahre, führen Kinder durch die Ausstellung Mathilda is calling
Ausstellungsgebäude

Nach der großen und überaus positiven Resonanz auf Little Mathilda, den Kindertag auf der Mathildenhöhe, der im August seine Premiere feierte, haben Gustav und Georgina angeboten, ihre Kinderführungen durch die Ausstellung Mathilda is calling zu wiederholen. Sie werden unseren jungen Besuchern vom alten Gepäckwagen erzählen, sie durch den Lachraum führen und auch die „Knallkiste“ erklären.
Die Führungen sind ausschließlich für Kinder und auf 20 Kinder pro Führung beschränkt.

15 Uhr und 16 Uhr
Öffentliche Führungen
Ausstellungsgebäude

Julia Reichelt und Angelika Piccinin führen am letzten Tag der Ausstellung noch einmal durch die vielseitigen künstlerischen Installationen, die anlässlich der Ausstellung Mathilda is calling. Erinnerung als Zukunft auf der Mathildenhöhe entstanden sind. Der Baucontainer von Martin Brüger, der die Zukunft der Mathildenhöhe im Abriss der historischen Substanz sehen will, das Baumhaus von Tobias Rehberger im Platanenhain und das Wasserreservoir mit der Ton- und Lichtinstallation von Ariane Epars sind an diesem Tag ein letztes Mal zugänglich.

17 Uhr
Finissage - Die Zukunft der Mathildenhöhe
Podiumsdiskussion mit Dr. Ralf Beil, Martin Brüger, Nikolaus Heiss und Prof. Dipl.Ing. Jochem Jourdan
Ausstellungsgebäude

Mit seinem Appell „Reisst die Mathildenhöhe ab und macht Platz für neue aktuelle Ideen! Es ist Zeit für einen neuen Aufbruch“ spricht der in Darmstadt lebende Künstler Martin Brüger ganz gezielt die Zukunft der Mathildenhöhe an. Ausgerechnet für das Jubiläumsjahr 2008 fordert er den Totalabriss der Gebäude auf der Mathildenhöhe sowie das Ausschreiben eines Wettbewerbs zur Neugestaltung des historischen Orts. Dr. Ralf Beil lädt anlässlich der Finissage von Mathilda is calling den Künstler sowie Nikolaus Heiss, Leiter des Amts für Denkmalschutz und Denkmalpflege der Stadt Darmstadt und den Professor für Architektur, Jochem Jourdan (Universität Kassel) ein, mit ihm gemeinsam über mögliche Perspektiven und Zukunftspläne für den Kunstort Mathildenhöhe zu diskutieren.

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Joseph Maria Olbrich
Secession – Mathildenhöhe Darmstadt
Ausstellungsarchitektur um 1900

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Museum Künstlerkolonie, Bildhauerateliers
Vernissage Samstag, 15. Juli 2006 um 18.30 Uhr

Olbrichs Entwürfe - bestechende zeichnerische Fähigkeiten und zugleich Typologie der Ausstellungsarchitektur um 1900

Das Gebäude der Wiener Secession, Künstlerhaus und Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe – nirgendwo materialisierte sich das Pathos des Aufbruchs in den Jahren um 1900 eindrucksvoller als in diesen „Kunsttempeln“. Die Präsentation der reformierten Künste verlangte einen adäquaten architektonischen Rahmen, verlangte Bauwerke, deren Formen die Ideen der künstlerischen Moderne ästhetisch widerspiegelten. Gerade am Beispiel von Joseph Maria Olbrich (1867-1908), des herausragenden Architekten der Darmstädter Künstlerkolonie, lässt sich die Genese eines Kunstausstellungsbaus von der ersten Handskizze über diverse Studien bis hin zu detailliert ausgearbeiteten Plänen nachvollziehen.

Der Fokus auf Ausstellungsarchitektur ist dabei nicht nur Olbrichs exemplarischen Bauwerken in Wien und Darmstadt geschuldet, sondern auch der herausragenden Bedeutung von Ausstellungsarchitektur als Bauaufgabe um 1900. Die Inspiration durch weihevolle Grabmals- und Tempelarchitektur, aber auch durch visionäre „Architekturideen“, die in jener Zeit zahlreich zu Papier gebracht wurden, ist für die Wiener Secession wie für die Darmstädter Ausstellungsbauten gleichermaßen bedeutsam.

Die Sonder-Ausstellung im Museum Künstlerkolonie ist ein Vorgriff auf den hundertsten Todestag Olbrichs sowie das hundertjährige Jubiläum der Eröffnung von Ausstellungsgebäude und Hochzeitsturm. Sie versammelt rund 110 Handzeichnungen, Entwürfe, Konstruktionspläne, Architekturmodelle und fotografische Dokumente. Diese beziehen sich dezidiert auf Bauprojekte zum Thema Ausstellungsarchitektur. Die „Wiener Secession“, das Ernst-Ludwig-Haus und das Städtische Ausstellungsgebäude in Darmstadt stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Olbrichs Arbeiten für temporäre Ausstellungspavillons sowie für nicht verwirklichte Projekte runden das Bild ab.

Die Aussagekraft von Olbrichs grafischen Blättern ist enorm. Sie offenbaren die stupenden Fähigkeiten des ausgebildeten Architekten als Zeichner und als Aquarellist. Sie führen seine individuelle künstlerische Herangehensweise an ein Bauprojekt vor Augen, das oft wie beiläufig mit locker hingeschriebenen Handskizzen begonnen und dann auf genialisch-intuitive Weise weiterentwickelt wird. Und sie dokumentieren nicht zuletzt, in welchem Maße sich Olbrichs Architektur innerhalb eines Jahrzehnts wandelt. Hatte er zwischen 1897 und 1900 mit der Wiener Secession und dem Ernst-Ludwig-Haus Ikonen des ins Ornament verliebten Jugendstils geschaffen, so gelangte er bei einem seiner letzten Bauten, dem Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe (1905-1908), zu einer fast nüchternen, auf die „große Form“ bedachten Architektur. Mit ihrer Synthese aus Archaik und Moderne verweist diese „neuzeitliche Akropolis“, die wie ein Wahrzeichen aus dem Stadtbild Darmstadts wächst, auf die immer noch unterschätzte monumentale Seite der Avantgarde-Architektur.

Zur Ausstellung erscheint im Deutschen Kunstverlag ein Katalog, herausgeben vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt, mit einem Vorwort von Ralf Beil und Texten von Peter Haiko, Caterina Iezzi und Renate Ulmer, ca. 120 Seiten, ca. 40 Farb- und 60 Schwarzweißabbildungen, 19,5 x 19,5 cm, Broschur, Preis in der Ausstellung € 15,-, im Buchhandel € 19,90.

„Das Haus wird zur Maschine …“
Städtisches Ausstellungsgebäude, Mathildenhöhe Darmstadt

Im März 1906 stimmten die Stadtverordneten Darmstadts dem Antrag zu, in prominentester Lage auf der Mathildenhöhe ein ständiges Ausstellungs-Haus zu errichten. Zuvor schon hatte Großherzog Ernst-Ludwig die Ausarbeitung der Pläne in die Hände von Joseph Maria Olbrich gelegt. Die asymmetrisch gegliederte, zur Stadt hin ausgerichtete Baugruppe erhebt sich auf zwei Stufen – ausgebildet als Böschung mit Pergola auf der Rückseite und Terrassen- und Treppenanlage auf der Vorderseite – über den Gewölben eines Wasserreservoirs. Olbrichs Idee, das Gebäude in dem „modernen“ Material Eisenbeton zu errichten, ließ sich aus praktischen Gründen nicht verwirklichen. Sie wurde schließlich zugunsten der Entscheidung für einen hellgrau verputzten Mauerwerksbau fallen gelassen.

Das 1908 eröffnete Ausstellungshaus war ursprünglich eine aus kubischen Körpern U-förmig um einen rechteckigen Hof („Rosenhof“) gruppierte Anlage, deren drei Säle jeweils abgeschlossene Einheiten darstellten. Den funktional gedachten Hallen stellte Olbrich einen hohen Eingangspavillon voran, der zusammen mit Treppenaufgang und Aufgangspavillon ein spannungsreiches Gegengewicht zum überragenden „Hochzeitsturm“ auf der anderen Seite der Gebäudegruppe bildet.

Im Zweiten Weltkrieg fielen große Teile der Ausstellungshallen den Bomben zum Opfer. Im Zuge des Wiederaufbaus und aufgrund neuer Nutzungskonzeptionen wurden umfassende bauliche Veränderungen vorgenommen. Seit der Renovierung und dem Ausbau der Ausstellungshallen in den 1970er Jahren steht das Ausstellungsgebäude mit einer Fläche von 1000 qm dem Institut Mathildenhöhe ganzjährig für Wechselausstellungen zur Verfügung.

Wie ein Tempel in einem heiligen Haine …“
Ernst-Ludwig-Haus, Mathildenhöhe Darmstadt

Entsprechend seiner ideellen Bedeutung als Brennpunkt aller künstlerischen und organisatorischen Belange der 1899 gegründeten Künstlerkolonie setzte Olbrich den Bau mit seinen hellen, verputzten Wandflächen als zentralen oberen Abschluss an den steilen Südhang der Mathildenhöhe. Benannt nach seinem Bauherrn, dem Großherzog von Hessen-Darmstadt, wurde er zur ersten Ausstellung der Künstlerkolonie im Mai 1901 fertig gestellt. Neben der primären Bestimmung als Arbeitsstätte beziehungsweise Ateliergebäude diente das Ernst-Ludwig-Haus 1901 wie auch in den Folgejahren immer wieder der Präsentation kleinerer Ausstellungen. So etwa 1903 wo im Rahmen einer Olbrich-Ausstellung die Entwürfe für die Weltausstellung in St. Louis vorgestellt wurden. 1904 war das Gebäude mit den damals eigens eingebauten Musterzimmern einer der Schauplätze der zweiten Künstlerkolonie-Ausstellung.

Die formale Gestaltung der als repräsentative Schaufassade ausgebildeten, 55 m langen, symmetrischen Südfront zielt auf beherrschende Wirkung und ruhende Monumentalität. Der Bauschmuck konzentriert sich im Wesentlichen auf das omegaförmig vortretende Mittelportal als dem festlichen Endpunkt der zentralen Treppenanlage. Ludwig Habichs Kolossalstatuen „Mann“ und „Weib“ (bzw. „Kraft“ und „Anmut“) flankieren die Portalnische. Vor der mit vergoldeter Pflanzenornamentik geschmückten Rückwand stehen zwei als Galvanoplastiken ausgeführte Genien von Rudolf Bosselt. Das Portal öffnet sich zum ehemaligen Festsaal; zu beiden Seiten reihten sich zweigeschossige Atelierräume mit großen Oberlichtbändern. Die zweckgebundene Sachlichkeit der geneigten Atelierfenster bestimmt die Fassadengestaltung auf der Nordseite. 1904 fügte Olbrich in einem Anbau die Bildhauerateliers hinzu.

Nach schweren Bombenschäden 1944 und vereinfachtem Wiederaufbau 1950/51 für veränderte Nutzungen erfolgte 1987-90 die weitgehende Rekonstruktion für die neue Bestimmung des Bauwerks als „Museum Künstlerkolonie Darmstadt“. 

„Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit“
Gebäude der Wiener Secession, Karlsplatz Wien

Als die „Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Wiener Secession“ im April 1897 ihre Gründungsversammlung abhielt, war auch die Errichtung eines neuen Ausstellungshauses ihr programmatisches Anliegen. Ein Grundstück an der Ringstraße war zunächst als Bauplatz vorgesehen. Olbrich, einer der Secessionsmitbegründer, verfertigte die Pläne. Sie wurden im Wiener Gemeinderat jedoch heftig kritisiert. Erst die Verlegung des Bauplatzes auf ein weniger „prominentes“ Areal am Karlsplatz führte zum Erfolg. Olbrich stimmte daraufhin den Entwurf auf die neue Lage ab. Die Finanzierung des Baus erfolgte aus dem reichen Erlös der I. Secessions-Ausstellung und wurde im Wesentlichen von privaten Kunstmäzenen unterstützt, allen voran dem Großindustriellen Karl Wittgenstein. Den Baugrund stellte die Stadtgemeinde kostenlos zur Verfügung. Binnen sechs Monaten wurde der Bau fertig gestellt und am 12. November 1898 mit der II. Ausstellung der Secession eröffnet.

Das Gebäude erhebt sich über einem zentralisierenden Grundriss, in dem Olbrich quadratische und kreuzförmige Ordnungen ineinander verschränkte. Durch die weitgehend geschlossenen, verputzten Außenwände wirkt der Pavillon wie ein aus massiven Kuben aufgebautes Gebilde. Es gliedert sich in „Kopf“ und „Leib“: den repräsentativen Eingangsbereich, dessen Zentrum von der vergoldeten Lorbeerkuppel überragt wird und den anschließenden Ausstellungstrakt, der über die zeltartigen Glasdächer ein gleichmäßiges Oberlicht erhält. Dieser Innenraum wurde von der zeitgenössischen Kritik sofort gewürdigt und als wegweisender Prototyp erkannt.

Als unabhängiges Ausstellungshaus zeitgenössischer Kunst richtete die Wiener Secession seit ihrer Eröffnung eine Fülle von teils aufwendig inszenierten Präsentationen aus. So entwickelte man zum Beispiel 1902 für eine einzige Skulptur, Max Klingers „Beethoven“, ein eigenes Raumkonzept in dessen Zusammenhang Gustav Klimts berühmter „Beethoven-Fries“ entstand. Dem Konzept der Vermittlung internationaler aktueller Kunst blieb man auch nach der letzten großen Generalrenovierung 1984/85 treu.


Biografische Daten zu Joseph Maria Olbrich

  • 22. Dezember 1867 in Troppau (Österreichisch-Schlesien) geboren, Staatsgymnasium in Troppau
  • 1882-86 Ausbildung an der Staatsgewerbeschule in Wien. Lehrer u. a. Camillo Sitte
  • 1886-90 als Architekt und Bauleiter für den Bauunternehmer August Bartel in Troppau tätig
  • 1890-93 Studium an der Spezialarchitekturschule von Carl von Hasenauer an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Abschluss mit Auszeichnung
  • 1893 Anstellung als Zeichner bei Otto Wagner
  • 1893/94 Als Träger des Rom-Preises der Akademie bereist Olbrich Italien und Nordafrika.
  • 1895 Reise nach Frankreich, England und Deutschland
  • 1896 Projekt Villenkolonie „Cobenzl-Krapfenwaldl“, Wien
  • 1897 Gründungsmitglied der Vereinigung bildender Künstler Österreichs, Wiener SecessionGebäude der Secession, Wien, Clubhaus des Radfahrvereins der Staats- und Hofbeamten, Grabmal der Familie von Klarwill, Villa Max Friedmann in Hinterbrühl
  • 1898 Berufung durch Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein als Gründungsmitglied der Künstlerkolonie nach Darmstadt
  • 1899 Wohnhaus Hermann Bahr, Wien-Ober St. Veit; Grabmal Schlesinger in Wien
  • 1900-01 Bauten auf der Mathildenhöhe, darunter: Haus Olbrich, Haus Habich, Großes und Kleines Glückert-Haus, Haus Keller, Haus Deiters, Ernst-Ludwig-Haus sowie verschiedene temporäre Ausstellungsgebäude
  • 1904 „Dreihäuser-Gruppe“ für die 2. Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie; Brunnenhof und Interieurs für die Weltausstellung in St. Louis
  • 1905-08 Hochzeitsturm und Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe Darmstadt
  • 1906-08 Warenhaus Tietz in Düsseldorf; verschiedene Villen im Rheinland
  • 1907 Gründungsmitglied des Deutschen Werkbundes
  • 8. August 1908 Olbrich stirbt in Düsseldorf

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Joseph Maria Olbrich

Magic Mathilda –
Eine Entdeckungsreise vor Ort

16. Juli bis 8. Oktober 2006
Museum Künstlerkolonie, Sammlung
In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt

in halbes Jahr lang haben über fünfzig Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt, deren Gebäude sich direkt hinter dem Institut Mathildenhöhe befinden, "ihre" Mathildenhöhe innerhalb eines Radius von 250 Metern auf Dinge, Situationen und Ereignisse untersucht, die sich erst bei genauerem Hinsehen oder Hinhören offenbaren. Dabei haben sie Unerwartetes entdeckt, angetroffen, erfahren und zu Tage gefördert und als "Magic Rooms and Places" in großformatigen Magazinen eingehend beschrieben. Das Museum Künstlerkolonie zeigt parallel zu „Mathilda is calling“ in seinen Sammlungsräumen eine Auswahl dieser entstandenen Magazine mit einem ebenfalls vom Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt entworfenen Display.

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Pamela Wendt, Camouflage, 2005

Moderne Grüße – Fotografierte Architektur auf Ansichtskarten
1919 – 1939

6. Mai bis 2. Juli 2006
Museum Künstlerkolonie

Das besondere dieser von Fotografen der Zeit aufgenommenen Architekturmotive der klassischen Moderne ist: alle Bilder sind Ansichtskarten.

Die Privatsammlung zeigt ein authentisches Bild der architektonischen Avantgarde zwischen expressionistischer Emphase und "befreitem Wohnen" in der "Weißen Moderne" Die Auswahl präsentiert weltberühmte Motive von Hamburg und Stuttgart, Köln und Breslau, aber auch nie gesehene Ansichten von Krankenhauszimmern, Nachtlokalen und Verwaltungsbauten, Großsiedlungen und Ausstellungspavillons. Die Ansichts-Postkarte als erstes demokratisches, schnelles und preiswertes Bildmedium trug das Bild vom "Neuen Bauen" in die Welt und schuf in kurzer Zeit den wohl größten und noch weitgehend unbekannten Bilderschatz der Moderne.

Ergänzend zeigt die Ausstellung Einrichtungs- und Designgegenstände aus der betreffenden Zeitspanne.

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Dresden Reklameturm: Reklameturm der Hygiene-Ausstellung, 1930, Fotograf unbekannt, Gelatinesilberabzug
Magdeburg: Hinselmann Koksofenbaugesellschaft m.b.H. Essen, Großgaserei
Mitteldeutschland, 1931 (Kartenserie des Magistrats der Stadt
Magdeburg), Foto Robert Röhr, Kupfertiefdruck 

Annegret Soltau – ich selbst
23. April bis 11. Juni 2006
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe

Annegret Soltau, die 2000 von der Stadt Darmstadt mit dem Wilhelm-Loth-Preis ausgezeichnet wurde, zählt zu den bedeutenden deutschen Gegenwartskünstlerinnen, die sich in größter Beharrlichkeit mit der eigenen Persönlichkeit bildnerisch – im Medium der Graphik, der Performance oder mit bildgenierenden Mitteln – auseinandersetzt.

Die Ausstellung zeigt das Werk einer Künstlerin, die die Auseinandersetzung mit ihrer Identität in wortwörtlich „bestechender“ Konsequenz seit Jahren verfolgt. Es sind dabei sowohl Arbeiten von schonungsloser und sezierend wirkender Realität entstanden, die auffordern, mahnen und zugleich schmerzen können. Andere wiederum vermitteln eine Heiterkeit und Leichtigkeit des Seins durch ihr feines Gespinst aus Fäden, das sich unbewusst gestaltet auf der Rückseite der Blätter als sozusagen zweites Gesicht der künstlerischen Arbeiten zeigt. Dieses überraschende Moment ist eine weitere geheimnisvoll-schöne Komponente der Kunst Annegret Soltaus. Hier können Sie den Katalog bestellen.

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Vatersuche, XXVIII Fotovernähung