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Nedko Solakov
Emotions (without masks)
English version
12. Juli bis 1. November 2009
Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
Spätestens seit seiner Aufsehen erregenden Teilnahme an der Biennale von Venedig 2007 und der documenta 12 gehört Nedko Solakov zu den zentralen Positionen der zeitgenössischen Kunst. Der bulgarische Gegenwartskünstler (*1957) ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und ein ebenso humorvoller wie drastischer Kommentator von Kunst und Welt der Gegenwart. Hinzu kommt seine vitale Umsetzung existentieller Themen des Menschen, seien es nun Ängste, Hoffnungen oder Aggressionen.
Auf der Mathildenhöhe Darmstadt bündelt Nedko Solakov alle seine Talente in einer Totalinstallation, die die farbigen, dramatisch beleuchteten Wände, Vitrinen und Sockel der Ausstellungsarchitektur von „Masken. Metamorphosen des Gesichts“ mit seinen eigenen Werken und vor Ort entwickelten Kommentaren bespielt. Aus der abgelegten Larvenhülle, dem Kokon der gerade vergangenen „Masken“-Ausstellung schlüpft so unverhofft ein neuer Kunst-Schmetterling von eigenwilliger Couleur.
„Emotions (without masks)“: Das meint neben den Gefühlen, denen Solakov hier unverstellt freien Lauf lässt, auch das im Doppelsinn demaskierte Museum, den Leerraum der vorhergehenden Ausstellung, in dem sich nun die teuflisch-heiteren Maskeraden Solakovs ereignen. Winzige Figuren und handschriftliche Notate bevölkern die Frei-Räume. Es entsteht ein zwischen Traum und Realität changierendes Gesamtkunstwerk, das mit absurden Mikrogeschichten und tragikomischen Denkstücken, mit Zeichnungen, Kommentaren, Videoprojektionen, Pappkartonhaufen und Pralinen unseren Blick auf Kunst und Leben verändert.
Nedko Solakov bespielt neben dem historischen Ausstellungsgebäude auch das Wasserreservoir der Mathildenhöhe mit seinem ebenso faszinierenden wie kurios desillusionierenden Oeuvre – ein fulminanter Abschluss und Höhepunkt seiner ersten großen Retrospektive, die vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt gemeinsam mit dem Kunstmuseum Bonn und dem Kunstmuseum St. Gallen organisiert wurde.
Der Künstler
Nedko Solakov (*1957 in Cherven Briag, Bulgarien) studierte an der Akademie für Bildende Kunst in Sofia und schloss 1981 bei Mito Ganovski in Wandmalerei ab. Es folgte ein Studium am Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten, Antwerpen sowie Stipendien in Zürich, Wien, Stockholm, Kitakyushu und dem Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Arbeiten von Nedko Solakov sind in den bedeutendsten Museumssammlungen vertreten und wurden bislang in zahlreichen Gruppenausstellungen gewürdigt. Zu den wichtigsten Stationen seiner Ausstellungsbiografie zählen die Beiträge zur Biennale von Venedig (2007), der documenta 12 (2007) sowie die aktuelle Retrospektive (Kunstmuseum Bonn, Kunstmuseum St. Gallen, Mathildenhöhe Darmstadt, 2008/09). Nedko Solakov lebt und arbeitet in Sofia.
Der Katalog
Zur Ausstellungstournee ist ein aufwendig gestaltetes Katalogbuch mit Texten von Ralf Beil, Stephan Berg, Konrad Bitterli, Georgi Gospodinov und Nedko Solakov im Hatje Cantz Verlag erschienen. Gebunden, 224 S., 196 Abb., 19,7 x 26,7 cm, in der Ausstellung € 30,-, im Buchhandel € 34,-.
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Nedko Solakov
Top Secret, 1989-1990
Courtesy der Künstler und Arndt & Partner Berlin/Zürich
Foto: Werner Maschmann
Nedko Solakov
The Yellow Blob Story
1997 -present
Courtesy of the artist and the collections of MUMOK Museum Moderner Kunst
Stiftung Ludwig, Wien
MARTa Museum Herford
Foto: Nedko Solakov
Nedko Solakov
Good News, Bad News
1998-present
Foto: Mariusz Michalski
Nedko Solakov
Help yourself (Russian Roulette) 1998,
Courtesy of the artist
Photo: Angel Tzvetanov |
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Nedko Solakov
Emotions (without masks)
English version
July 12 – November 1, 2009
Exhibition Building Mathildenhöhe
At the latest since his participation in the 2007 Venice Biennial and documenta 12 Nedko Solakov’s work has been at the forefront of contemporary art. The Bulgarian contemporary artist, who was born in 1957, is a gifted storyteller and a commentator of art and today’s world. His work is as humorous as it is dramatic: It offers an animated realization of existential human themes, be it fears, hopes or aggressions.
The total installation “Emotions (without masks)” at Mathildenhöhe Darmstadt, featuring Solakov’s own works, some of which created on site, will be arranged over the complex, dramatically illuminated exhibition architecture of the previous exhibition “Masks. Metamorphoses of the face”. Thus a new butterfly of art with its own individual coloring unexpectedly emerges from the discarded cocoon of the past masks exhibition.
“Emotions (without masks)”. As well as the feelings to which Solakov openly gives free reign here, this also means the unmasked museum in the double sense, literally the empty space of the previous exhibition, in which Solakov’s devilish and cheerful masquerades now take place. Tiny figures and handwritten notations populate the empty spaces. He creates a complete artwork that alternates between dream and reality, changing our view of art and life with absurd micro-stories and tragicomic thought impulses, with drawings, commentaries, video projections, piles of cardboard boxes and sweets.
The Exhibition presents Nedko Solakov’s oeuvre, which is as fascinating as it is strangely disillusioning, in both Mathildenhöhe’s historical exhibition building and the water reservoir. The show crowns Solakov’s major exhibition tour, organized by Institut Mathildenhöhe Darmstadt together with the Kunstmuseum Bonn and the Kunstmuseum St. Gallen.
The Artist
Nedko Solakov was born in 1957 in Cherven Briag, Bulgaria. He studied at the Academy of Art in Sofia and graduated in mural painting in 1981 under Mito Ganovski. He then studied at the Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten in Antwerp and received scholarships in Zurich, Vienna, Stockholm, Kitakyushu and at the Künstlerhaus Bethanien in Berlin. Works by Nedko Solakov feature in the world’s most significant museum collections and have hitherto been admired in numerous group exhibitions. The most important of his exhibitions include entries to the Venice Biennial (2007), documenta 12 (2007) and the current retrospective (Kunstmuseum Bonn, Kunstmuseum St. Gallen, Mathildenhöhe Darmstadt, 2008/09). Nedko Solakov lives and works in Sofia.
The Catalog
The intricately designed catalog book accompanying the exhibition tour, published by Hatje Cantz Verlag, contains essays by Ralf Beil, Stephan Berg, Konrad Bitterli, Georgi Gospodinov and Nedko Solakov. Bound, 224 pages, 196 illustrations, 19.7 x 26.7 cm. Priced €30 at the exhibition and €34 in shops.
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Nedko Solakov
Top Secret, 1989-1990Courtesy der Künstler und Arndt & Partner Berlin/Zürich
Foto: Werner Maschmann
Nedko Solakov
The Yellow Blob Story
1997 -present
Courtesy of the artist and the collections of MUMOK Museum Moderner Kunst
Stiftung Ludwig, Wien,
MARTa Museum Herford
Foto: Nedko Solakov
Nedko Solakov
Good News, Bad News
1998-present
Foto: Mariusz Michalski
Nedko Solakov
Help yourself (Russian Roulette) 1998,
Courtesy of the artist
Photo: Angel Tzvetanov |
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Jugendstil in Darmstadt 1899 bis 1914
Die ständige Sammlungspräsentation
im Museum Künstlerkolonie
Die ständige Sammlung zum Darmstädter Jugendstil im 1901 erbauten Ernst-Ludwig-Haus dokumentiert die Geschichte und das Wirken der Darmstädter Künstlerkolonie (1899 bis 1914) und gibt einen Überblick über das umfassende kreative Schaffen und die avantgardistischen Leistungen ihrer Mitglieder.
Die Präsentation im ehemaligen Ateliergebäude der Künstlerkolonie vereint Malerei, Skulptur, Architekturmodelle, Grafik, Buchkunst, Möbel, Textilien, Porzellan, Schmuck und Goldschmiedearbeiten des Darmstädter Jugendstils – und zeigt die Mitglieder der Künstlerkolonie als stilprägende Universalkünstler ihrer Zeit. Gezeigt werden Meisterwerke von so namhaften Künstlern wie Peter Behrens, Hans Christiansen, Bernhard Hoetger oder Joseph Maria Olbrich. Mit räumlichen Gesamtensembles wie dem Wertheim-Speisezimmer von Behrens wird die Idee des Gesamtkunstwerks als Ideal der Jugendstilbewegung in der Sammlungspräsentation erlebbar gemacht.
Das von Joseph Maria Olbrich errichtete Ernst-Ludwig-Haus – mit seiner beeindruckenden Südfassade, flankiert von zwei gewaltigen Monumentalfiguren des Bildhauers Ludwig – kann selbst als wahres Jugendstiljuwel bezeichnet werden. Im ehemaligen Ateliergebäude manifestierte Olbrich seine symbolische Absicht einen „Tempel der Arbeit“ zu schaffen, in dem das Wirken der Künstler sich in Form eines „Gottesdienstes“ hoch über den Niederungen des Alltags vollziehen sollte.
Neben der ständigen Ausstellung bieten die Bildhauerateliers des Museums zusätzlichen Platz für kulturhistorische Präsentationen und Sonderausstellungen zu aktuellen Designpositionen.
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Das Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe, Südfassade
Foto: Nikolaus Heiss
Peter Behrens
Der Kuß, 1898
Peter Behrens, Das rekonstruierte Wertheim-Speisezimmer,
VG Bild-Kunst, Bonn 2008
Joseph Maria Olbrich Vase, um 1901
Blick in die Ausstellung PLEXIGLAS®
Foto: Marcus Kaufhold |
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