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PRESSESTIMMEN
ZUR AUSSTELLUNG
SERIOUS GAMES
Krieg - Medien - Kunst
„In vier Hallen und dem gigantischen Wasserspeicher unter dem Darmstädter Museumsgebäude führt die Ausstellung verschiedene Strategien vor, in der Bilderflut noch Position beziehen zu können. Da werden entlarvende Details wandgroß aufgeblasen, Ikonen der Kriegskunst zu Bastelarbeiten verfremdet, die Kämpfe um wertvolle Rohstoffe als überdimensionaler Bild-Roman aus Piktogrammen und Statistiken erzählt. In „Facebook“ setzt der Franzose Gregory Cumins den schnellen, digitalen Bildern die Langsamkeit großformatiger Ölgemälde entgegen. Umgeben von grenzenlosem Weißraum, stehen Porträts irakischer Kinder verloren in der Bildmitte. Cumins hat sie aus den Schnappschüssen amerikanischer Soldaten abgemalt; eine seltsam zärtliche Geste, mit der diese wehrlosen Opfer ins Visier unserer Aufmerksamkeit gelangen sollen.“
Christof Siemes, Feuer frei, DIE ZEIT, 31. März 2011
„Wie sehr auch der echte Krieg umgekehrt nach Videospiel aussehen kann, wissen wir spätestens seit den von WikiLeaks veröffentlichten „Collateral Murder“-Videos: […]. Phänomenen wie diesen gehen Harun Farocki und Antje Ehmann in ihrer großartigen Ausstellung „Serious Games. Krieg – Medien – Kunst“ in der Darmstädter Mathildenhöhe nach.“
Sarah Elsing, Serious Games: Harun Farocki und Antje Ehmann machen in Darmstadt ernst mit den virtuellen Kriegsspielen, Monopol, April 2011
„Aus dem latenten Wissen, dass ein Krieg nicht ohne Verletzung funktioniert, soll ein aktives Begreifen werden. Welche edlere Motivation für die Kunst, die einzig wirklich intelligente Waffe, könnte es geben?“
Oliver Jungen, Wie man Konventionen bombardiert. Eine exzellente Gruppenschau in Darmstadt über unsere Vorstellung vom Krieg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. April 2011
„Serious Games“ auf der Darmstädter Mathildenhöhe zeigt eindrucksvoll, welche Bilder der Krieg erzeugt.“
Jürgen Overhoff, Der Waffengang als Artefakt, Main-Echo, 19. April 2011
„Die Werke von „Serious Games“ bleiben nicht nur im Kopf haften, sie regen zum Nachdenken über das eigene Konsumverhalten von Medien an, kämpfen gegen Abstumpfung und Gleichgültigkeit. Am Ende sind wieder van den Bergs Holz-Kameras auf den Besucher gerichtet, diesmal an die 20 Stück. Sie machen deutlich: Der Besucher verlässt hier vielleicht die Ausstellung, die Medienwelt aber verlässt er nicht.“
Corina Merkel, Kämpferische Medienwelten, Mannheimer Morgen, 19. April 2011
„Ausstellung und Katalog verbinden Nüchternheit souverän mit Intelligenz. Besser kann man es nicht machen.“
Rudolf Walther, Der „virtuelle Krieg“ und andere Denkfehler, Tagesanzeiger, 19. April 2011
„Es herrscht immer irgendwo Krieg. „Serious Games“ ist eine wichtige Ausstellung, die aufschlussreiche künstlerische Verdichtungen liefert.“
Susanne Schreiber, Der Krieg liegt in unserer Hand, Handelsblatt, 21. April 2011
„Welche Bilder es sind, die den Kampfhandlungen vorausgehen, sie begleiten oder am Ende von ihnen übrig bleiben, hat Farocki besonders herausgearbeitet. In einer beeindruckenden Ausstellung auf der Mathildenhöhe Darmstadt sind jetzt alte und neue Arbeiten des Filmemachers auf Bildschirmen und in Installationen zu sehen.“
Bettina Klix, Serious Games, film-dienst 9/2011, 28. April 2011
„Es zeichnet die Ausstellung aus, dass keiner der Künstler der Versuchung erlag, seine kritische Position – sei es nun eine medienkritische oder eine „politische“ Stellungnahme gegen die Ästhetisierung militärischer Konflikte – mit erhobenem pädagogischen Zeigefinger vorzutragen. Die meisten der auf der Mathildenhöhe präsentierten Arbeiten sprechen in ihrer lakonischen Darstellung und Spiegelung dessen, was der militärisch-industrielle Komplex und die elektronische Unterhaltungsbranche produzieren, eindrucksvoll für sich selbst. […] Insgesamt eine sehr interessante Ausstellung mit flankierendem Rahmenprogramm, der man reichlich nachdenkliches Publikum wünscht!.“
Christian Marquart, Der Tod auf dem Bildschirm, [Kultur], Mai 2011
„Die Ausstellung zeigt beeindruckend am Krieg der Bilder, wie in unseren Vorstellungen auch Kunst und Realität ununterscheidbar werden.“
Alexander Riebel, Mit Kriegsspielen Traumata heilen, Die Tagespost, 2. Mai 2011
„Das Alphabet zu Krieg, Medien und Kunst macht deutlich, dass die Alltagswelt bereits militarisiert wurde. Viele der Techniken, welche für das Militär erschaffen wurden, verwendet man nun im alltäglichen Tagesablauf. Kriegsrealität und Zivilleben sind in der Technik schon längst ineinander übergegangen. […] Insgesamt gesehen ist das Buch eine spannende Lektüre der Kritik und Reflexion und viele Beiträge arbeiten für die Transparenz und gegen das Vergessen.“
Andreas Hudelist, Krieg ist erfinderisch, literaturkritik.de, 24. Mai 2011
„Der Krieg ist niemals virtuell: Das ist ein Fazit der sehenswerten Ausstellung „Serious Games. Krieg – Medien – Kunst“ in Darmstadt.“
Rudolf Walther, Sogar der Sieger weint, taz, 25. Mai 2011
„Wenige Probleme wurden durch die modische französische Philosophie so verballhornt wie das Verhältnis von Krieg und Medien. Paul Virilios und Jean Baudrillards Schlagwörter vom „virtuellen Krieg“ oder „medialen Krieg“ beruhen auf plumpen Denkfehlern. Die Ausstellung denunziert diese gleich doppelt – mit den ausgestellten Werken und durch den guten Katalog.“
Rudolf Walther, Sogar der Sieger weint, taz, 25. Mai 2011
„Harun Farockis Videos unterlaufen die telegene Verharmlosung des Krieges. Sie zeigen, dass ganz andere Bilder als die von Kriegsherren wichtig sind für die Kriegsrealität. Farockis vier Arbeiten tragen den Titel „Ernste Spiele“ („Serious Games“) und dementieren zugleich alles Spielerische.“
Rudolf Walther, Sogar der Sieger weint, taz, 25. Mai 2011
„Es kommt selten vor, dass einer lange geplanten Ausstellung eine brisante Aktualität zuwächst. Bei „Serious Games. Krieg – Medien – Kunst“ ist, durch die Umwälzungen in der arabischen Welt und das Eingreifen der westlichen Staaten in Libyen, genau das eingetreten. Dabei ist die von Antje Ehmann und dem Künstler Harun Farocki kuratierte Schau alles andere als ein Kommentar zum Krieg Gaddafis gegen sein Volk. Nicht Berichte der Tagesschau oder schockierende Videos von Greueltaten stehen auf dem Programm. Vielmehr unterwandern die gezeigten Arbeiten den Schein, den die allgegenwärtigen Kriegsbilder erzeugen. Indem sie zerlegen, montieren, verlangsamen und kommentieren, zeigen sie auf, wie Bilder des Krieges permanent in Unterhaltungsbilder verwandelt werden, wie sie unsere Fantasie besetzen und manipulieren. Indem sie eben dies analysiert, versucht die Ausstellung einen Krieg, der in der Virtualität der Medien zu verschwinden droht, wieder sichtbar zu machen.“
Thomas Wagner, Die Militarisierung der Fantasie, art, Juni 2011
„Die Ausstellung „Serious Games“ blickt hinter die Kulissen, fragt immer wieder danach, was Bilder überhaupt (noch) zeigen können. Schlachtengemälde gibt es nicht zu sehen, auch keine Bilder davon, wie sich Napalm durch die Haut bis auf die Knochen durchfrisst. Sie zeigt keine Bilder des Schreckens, sondern macht eher darauf aufmerksam, wie viel Schrecken sich hinter harmlos erscheinenden Bildern verbergen kann.“
Ludwig Seyfarth, Menschen, erzogen zum technischen Blick, Kunst und Kultur, 2/11
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Ausstellungsplakat SERIOUS GAMES
Motiv: Martha Rosler
The Gray Drape, 2008
Courtesy of the artist / Galerie Christian Nagel, Köln, Berlin, Antwerpen
Harun Farocki
Ernste Spiele III: Immersion, 2009
2-Kanal-Video-Installation,
Farbe, 20 min
Courtesy: Gallery Thaddaeus Ropac, Paris/ Salzburg
Richard Hamilton
Wargames,
1991
Scanachrome auf Kunststoffplane
Courtesy Sprengel Museum Hannover / VG Bild-Kunst 2010
Jean-Luc Godard
Je vous salue, Sarajevo
Frankreich, 1993
Video, Farbe, 2 Min.
Courtesy of the artist Kota Ezawa
The History of Photography
Remix
2004-2006
35mm-Dia-Show
Courtesy Murray Guy Gallery, New York Harun Farocki
Ernste Spiele III: Immersion,
2009
Material aus der Produktion
Courtesy: Gallery Thaddaeus Ropac Peggy Ahwesh
She Puppet, 2001
Video Farbe, 15:20 Min.
Courtesy of the artist
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